Dalvik Virtual Machine

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dalvik Virtual Machine
Entwickler Dan Bornstein
Betriebssystem Android
Kategorie Virtuelle Maschine
Lizenz Apache-Lizenz 2.0
code.google.com/p/dalvik

Dalvik Virtual Machine (abgekürzt Dalvik VM oder DVM) ist eine für mobile Geräte vorgesehene virtuelle Ausführungsumgebung in Form einer so genannten Registermaschine. Sie ist ein Hauptbestandteil der von der Firma Google entwickelten Android-Plattform und wurde unter der Apache-Lizenz 2.0 veröffentlicht.[1]

Dalvik führt Software, die für eine Java Virtual Machine (JVM) übersetzt wurde, nach entsprechender Konvertierung in seinem eigenen Bytecode-Format aus. Die DVM wurde so entworfen, dass sie, ebenso wie moderne Prozessoren (z. B. ARM-Mikroprozessoren), Registermaschinencode verarbeiten kann und daher ressourcenschonend und schnell ist.[2] Dies ist notwendig, da Android für jedes Programm bzw. jeden Prozess eine eigene Dalvik-VM erzeugt.[3] Diese Registermaschine ist der Hauptunterschied zur JVM, die auf einem Kellerautomaten basiert.

Ein bedeutsamer Teil der Android-Entwicklungsumgebung (SDK) ist das Programm dx, das die Konvertierung herkömmlicher Java-Binärdateien (.class) in das Dalvik Executable-Format (.dex) bewerkstelligt. Dabei werden mehrere .class-Dateien zu einer .dex-Datei zusammengefasst und einige Optimierungen bezüglich des Speicherbedarfs vorgenommen.

Entwickelt wurde Dalvik vom Google-Mitarbeiter Dan Bornstein. Er benannte sie nach der isländischen Stadt Dalvík. Entgegen landläufiger Meinung komme von dort keiner seiner Vorfahren. Dalvik war einfach nur ein Urlaubsort, den er attraktiv fand.[4]

Dalvik nutzt Just-in-time-Kompilierung. Mit Android 5.0 wurde Dalvik durch den Ahead-of-time-Compiler Android Runtime (ART) ersetzt.

Rechtsstreit[Bearbeiten]

Die Firma Oracle, die Anfang 2010 mit der Übernahme von Sun Microsystems[5] auch die Rechte an Java übernahm, beschuldigte Google, mit der Entwicklung der Dalvik-VM Patente und Urheberrechte von Java verletzt zu haben. Oracle reichte am 12. August 2010 Klage gegen Google ein.[6] Im Mai 2012 wurde der Streit beigelegt, nachdem sowohl die Jury als auch der Richter befunden hatten, dass seitens Google kein rechtswidriges Verhalten stattgefunden habe.

Dalvik Turbo virtual machine[Bearbeiten]

Dalvik Turbo virtual machine ist eine alternative Implementierung durch den Schweizer Softwarehersteller Myriad Group. Die Software wurde von MIPS Technologies/Imagination Technologies für ihre MIPS-Architektur lizenziert.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://android.git.kernel.org/?p=platform/dalvik.git;a=blob_plain;f=NOTICE;hb=HEAD
  2. http://www.scribd.com/doc/28170469/Android-Grundlagen-und-Programmierung
  3. http://developer.android.com/guide/basics/what-is-android.html
  4. Journal entry
  5. heise online: EU-Kommission gibt Oracle grünes Licht für Sun-Übernahme
  6. heise online: Oracle klagt gegen Google wegen Patent- und Urheberrechtsverletzung