Damara

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traditionelles Siedlungsgebiet
Damara-Familie in der Landwirtschaft

Die Damara (Nama: ǃuinida, Herero: ozonduka) sind eine afrikanische Volksgruppe mit Siedlungsgebieten u. a. in Namibia. Sie werden auch Dama oder Bergdama genannt,[1] da Damara eigentlich eine weibliche Dualform ist. Die Dama selbst bezeichnen sich als „Nu-khoin“, schwarze Menschen, wobei die schwarze Hautfarbe als Schönheitsideal wahrgenommen wird.

Herkunft[Bearbeiten]

Die Damara sind vermutlich überwiegend schwarzafrikanischen Ursprungs, sprechen jedoch eine Sprache, die der der Nama und San ähnelt und als Teil von Khoekhoegowab verstanden wird. Über ihren Ursprung ist viel spekuliert worden, da sie wohl nicht zur Bantu-Einwanderungswelle gehören, die sich seit der Zeitenwende über den südlichen Teil Afrikas ergoss. Von den Khoi Khoi und den San unterscheiden sie sich äußerlich. Gleichwohl gelten die Damara zusammen mit den San als die ältesten Besiedler des südlichen Afrikas. Andererseits besitzen Sprache und Kultur viele Wesensmerkmale wie die Khoisan-Völker (Khoi Khoi), so dass sie häufig dieser Gruppe zugeordnet werden.

Historisch waren die Damara, soweit sich dies rekonstruieren lässt, nie eine dominante Ethnie, sondern immer den anderen Völkern dieses Raumes untertan, bei den Herero, Nama und Afrikaanern standen sie über lange Zeit sogar im Sklavenstatus.[1] Bei diesen Völkern genossen die Damara dennoch eine gewisse Wertschätzung, da sie die Kunst des Eisen- und Kupferschmelzens und des Schmiedens beherrschten – Fertigkeiten also, die bei der Speer- und Pfeilherstellung sehr wichtig waren. Die Beherrschung durch andere Volksstämme führte zu einem allmählichen, aber sehr weitgehenden Verlust der kulturellen Identität.

Lebensraum[Bearbeiten]

In Namibia stellen sie etwa 8 % der Bevölkerung (Schätzung 1994: 132.000). Im Zusammenhang mit dem Odendaal-Plan richtete das Apartheidsregime in Südafrika das Damaraland 1973 als Homeland für die Damara zwischen dem Kaokoland und der Namib-Randzone ein. Die Damara leben heute in zumeist ärmlichen Verhältnissen von Gartenbau und Viehzucht oder von der Minenarbeit im sogenannten „Kupferdreieck“.

Geologie[Bearbeiten]

Nach den Damara benannt ist das Damarafaltengebirge, das vor 650–500 Millionen Jahren durch die Kollision des Kongo-Kratons und des Kalahari-Kratons entstand. Die an dieser Stelle zuvor existierende Meeresverbindung (Damarameer) wurde dabei geschlossen. Die Meeressedimente, die bei der Kollision an die Erdoberfläche transportiert wurden, sind inzwischen weitgehend abgetragen. Heute stehen deshalb vielerorts vor allem in Namibia entblößte Granitgesteine (Damara-Granite) an, die als unterirdische magmatische Intrusionen bei der Aufwölbung entstanden waren.

Religion[Bearbeiten]

Totenfurcht und Heilerkult kommen eine große Bedeutung zu. Auch die „Speisemeisterei“ (Vorkostertum) und Initiationsfeiern (junge Männer werden auf ihr Leben als Jäger vorbereitet) spielen eine religiös wichtige Rolle.

Berühmte Damaranamibier[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Damara – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Nurse et al.: Sero-genetic studies on the Dama of South West Africa, Annals of Human Biology, 1976, Vol. 3, No. 1, 33-50