Damião de Góis

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Damião de Góis. Porträt von Albrecht Dürer

Damião de Góis, latinisiert: Damianus de Goes, (* 2. Februar 1502 in Triana/Alenquer, Portugal; † 30. Januar 1574 in Alcobaça) war ein portugiesischer Diplomat und Historiker.

Biographie[Bearbeiten]

Der Urahn des Damião und somit auch der Familie der Grafen Goëss war Dom Amiã da Estrada aus Santo Vincente da Barca in Asturien, der mit dem Grafen Heinrich von Burgund nach Portugal kam und für geleistete tapfere Dienste 1109 die Herrschaft Góis, als ricohombre zum Lehen erhielt.[1]

Góis kam in seinem neunten Jahr an den Hof des Königs Dom Manoel, studierte in Padua, wurde 1523 portugiesischer Geschäftsträger in Flandern, später am Hof des Königs Siegmund von Polen in Vilnius, dann in Dänemark und Schweden.

Nachdem er Italien besucht hatte, lebte er in Löwen, wo er sich 1538 mit Johanna (* 1515), Tochter des André van Hargen, seigneur de Estorique und der Mathilde van der Duyn verheiratete.[2] Bei der Einnahme der Stadt durch die Franzosen 1542 wurde er gefangen genommen und nur gegen ein hohes Lösegeld freigelassen.

1546 wurde er vom König Johann III. als Historiograph und Archivar nach Lissabon berufen, aber später wegen ketzerischer Neigungen von der Inquisition ins Gefängnis geworfen und im Kloster Batalha interniert. Zwei Jahre nachdem er aus dem Gefängnis entlassen war, starb er unter ungeklärten Umständen am 30. Januar 1574 in Alcobaça.

Werke[Bearbeiten]

Titelseite von Ubis Olisiponis descriptio 1554
  • Deploratio lappianae gentis. Genf 1520
  • Legatio Magni Indorum Imperatoris Presbyteri Ioannis. Antwerpen 1532
  • Commentarii rerum gestarum in India. Löwen 1539
  • Fides, religio moresque Aethiopum. Löwen 1540
  • Damiani a Goes eqvitis Lvsitani aliqvot opvscvla. Löwen 1544
  • Urbis Olisiponis descriptio. Évora 1554
  • Cronica de Dom Manoel. Lissabon 1566
  • Cronica de principe Dom Joao. Lissabon 1567
  • 1532-1538 trabalhos de tradução e comentário leitura diplomatica e versao portuguesa por Miguel Pinto de Meneses; edicao, intr. e notas de Manuel Cadafaz de Matos. Obras de Damião de Góis; 1. Lisboa: Távola Redonda, 2002.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dr. Ernst Eillen v. Hartmann-Franzenshuld, Custos am k. u. k. Münz- und Antikenkabinett: „Geschichte der Grafen Goess 1100 – 1873 - Mit 3 Stammtafeln und 5 Wappenholzschnitten“, Druck und Verlag von Carl Finsterbeck, Wien 1873
  2. http://www.geneall.net/D/fam_names.php?id=11772

Literatur[Bearbeiten]

  • Elisabeth Feist Hirsch: Damião de Gois, The life and thought of a Portuguese humanist, 1502-1574. The Hague: Nijhoff, 1967.
  • Siegbert Uhlig und Gernot Bühring: Damian de Góis' Schrift über Glaube und Sitten der Äthiopier. Wiesbaden: Harrassowitz, 1994. Aethiopistische Forschungen; Bd. 39. ISBN 3-447-03512-9
  • Paul Wilhelm Genrich: Damião de Góis in Archiv für Reformationsgeschichte (ARG) 1942, 39 Jg. 3 Heft S. 197–220

Weblinks[Bearbeiten]

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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