Damnatio ad bestias

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Mosaik im Archäologischen Museum von Sousse, Tunesien

Unter damnatio ad bestias (lat. „Verurteilung zu den wilden Tieren“) versteht man eine im Römischen Reich angewendete Methode der Hinrichtung.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die damnatio ad bestias war besonders grausam und entehrend, trat der Tod doch oft nicht sofort bei den Angriffen der Tiere ein, sondern erst durch das Zerfleischen bei lebendigem Leib. Die Verurteilten hätten sich in ihren Taten wilden Tieren gleichgemacht und sollten nun durch „ihresgleichen“ ihr Ende finden.

Pompeius ließ in dem Jahrzehnt 50 v. Chr. zum ersten Mal verurteilte Verbrecher durch Elefanten zu Tode trampeln, eine Prozedur, die ursprünglich aus Indien stammt.

Dass diese Art der Hinrichtung bei der Christenverfolgung im Römischen Kaiserreich zur Anwendung kam, wie vielfach behauptet, ist nicht durch zeitgenössische Quellen belegbar und gilt heute in Teilen der Forschung als Legende.[1]

Der Verurteilte wurde häufig, nicht immer, an einen Pfahl gebunden und dann ausgehungerten Raubtieren zum Fraß vorgeworfen, meist im Rahmen von Gladiatorenkämpfen und Tierhetzen. Die Tiere wurden dazu aufwändig importiert.

Heutige Zeit[Bearbeiten]

In Einzelfällen wird diese Methode auch heute noch praktiziert. Laut einem Bericht der Hongkonger Tageszeitung Wen Wei Po ließ Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un seinen Onkel Jang Song-thaek von Hunden zerfleischen.[2] Die Glaubwürdigkeit dieses Berichts steht jedoch unter Zweifel.[3]

Trivia[Bearbeiten]

In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Praxis der damnatio ad bestias einem breiten Publikum durch die Asterix-Comics der französischen Autoren René Goscinny und Albert Uderzo bekannt. Die Hinrichtungsmethode ist dort immer wieder Bestandteil von Drohungen. Dies findet seinen Höhepunkt im Asterix-Band Nummer 19 („Die Lorbeeren des Cäsar“), wo die damnatio ad bestias regelrecht karikiert wird.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Damnatio ad bestias – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten]

  1. http://www.welt.de/kultur/history/article106158377/Bizarrer-Streit-um-Restaurierung-des-Kolosseums.html
  2. Diktator Kim verfütterte Onkel bei lebendigem Leib an 120 Hunde. Focus Online, 3. Januar 14, abgerufen am 3. Januar 14.
  3. No, Kim Jong Un probably didn’t feed his uncle to 120 hungry dogs. The Washington Post, 3. Januar 14, abgerufen am 5. Januar 14.