Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland

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Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland
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Fahrplanfeld: 742
Streckenlänge: 11,3 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 29,2 
Hinwil–Bauma
Strecke – geradeaus
Strecke von ZürichWetzikon
Bahnhof, Station
13,9 Hinwil 565 m ü. M.
Bahnhof, Station
17,5 Ettenhausen-Emmetschloo 648 m ü. M.
Brücke (groß)
Aabachtobelbrücke (64 m)
Bahnhof, Station
19,6 Bäretswil 696 m ü. M.
Bahnhof, Station
22,4 Neuthal 696 m ü. M.
Brücke (groß)
Weissenbachbrücke (79 m)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Tösstalbahn von Rüti
Bahnhof, Station
25,2 Bauma 639 m ü. M.
Strecke – geradeaus
Tösstalbahn nach Winterthur
Die Ed 3/4 „Hinwil“ auf der Weissenbachbrücke in Neuthal

Der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) ist eine schweizerische, normalspurige Museumsbahn und ein konzessioniertes Eisenbahn-Verkehrsunternehmen. Seine fast 12 km lange Stammstrecke befindet sich im Zürcher Oberland.

Verein[Bearbeiten]

Am 1. Juni 1969 wurde durch die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) der Personenverkehr auf der ehemaligen Teilstrecke von Hinwil nach Bauma der Uerikon-Bauma-Bahn eingestellt und versuchsweise durch einen Busbetrieb der Verkehrsbetriebe Zürcher Oberland (VZO) ersetzt. Der Abschnitt zwischen Hinwil und Bäretswil wurde darauf nur noch durch Güterzügen bedient.

Sofort gründeten einige Eisenbahn-Enthusiasten den Dampfbahn-Verein, mit dem Ziel, mit historischen Lokomotiven und Wagen Bahnfahrten durchzuführen.

Seit dem 6. Mai 1978 führt der Verein zwischen Hinwil und Bauma fahrplanmässige Museumsbahnfahrten durch.

Der Verein ist seit dem Sommer 2000 Besitzer der fast 6 km langen Teilstrecke Bauma–Bäretswil und seither ein konzessioniertes Eisenbahn-Verkehrsunternehmen. Für die Benützung von Bahninfrastruktur im freien Netzzugang verfügt der DVZO über die notwendigen Bewilligungen, weshalb die Züge weit über seine Stammstrecke hinaus verkehren dürfen.

Heute zählt der Verein über 700 Mitglieder, wovon etwa 140 Aktivmitglieder die Bahn betreiben, sei dies in den Werkstätten in Uster und Bauma, im Streckenunterhalt, im Souvenir-Verkaufsteam, im Buffetwagen oder beim Lok- und Zugpersonal.

Stammstrecke[Bearbeiten]

Be 4/4 zwischen Bäretswil und Neuthal

Die Stammstrecke ist der Teilbereich des 1968 stillgelegten, ehemaligen Abschnittes der Uerikon-Bauma-Bahn von Bauma nach Hinwil, wobei die Strecke Bauma–Bäretswil im Jahr 2000 für den symbolischen Preis von einem Franken von den Schweizerischen Bundesbahnen übernommen wurde. Der Abschnitt Bäretswil–Hinwil gehört noch den SBB, welche hier noch Güterleistungen anbieten. Für diesen Teilbereich muss der DVZO eine Trassengebühr (Infrastrukturbenützungsentgelt IBE) bezahlen.

Die ganze Strecke ist einspurig und elektrifiziert und kann auch durch elektrische Triebfahrzeuge befahren werden.

Die Fahrt beginnt in Bauma auf 639.3 m ü.M. Dieser Bahnhof gehörte früher der Tösstalbahn und seit der Verstaatlichung den Schweizerischen Bundesbahnen. Gleich nach der Ausfahrt muss die Bahn die grösste Steigung von 29.2‰ hinauf zur Haltestelle Neuthal auf 696.2 m ü.M. bewältigen. Kurz vor der Haltestelle überquert die Bahn die mit 80 m längste Brücke der Strecke, die Weissenbachbrücke. Darunter befindet sich das Gebäudeensemble der Spinnerei Neuthal, welche vom Gründer der Uerikon-Bauma-Bahn, Adolf Guyer-Zeller, errichtet wurde. Die Spinnerei wurde 1964 stillgelegt und ist heute ein Museum, welches auch an den „Dampf-Sonntagen“ geöffnet ist.

Nach der Haltestelle steigt die Bahn noch sanft bis zum Kulminationspunkt auf 714.8 m ü.M an, um danach zum Bahnhof Bäretswil auf 696.3 m ü.M. zu gelangen. Dort kreuzen sich die an den Fahrtagen verkehrenden Dampfzüge. Durch einen tiefen Wald erreicht man auf 648.5 m ü.M. die Haltestelle Ettenhausen-Emmetschloo, von welcher aus man einen herrlichen Ausblick in die Ebene des Zürcher Oberlandes hat. Nun gelangt der Zug nach wenigen Minuten in die Endstation, den SBB-Bahnhof Hinwil auf 565.5 m ü.M., von wo aus ein direkter S-Bahn-Anschluss nach Zürich besteht.

Neben unzähligen Brücken und Tunnel kann man während der Fahrt auch andere eisenbahntechnische Raritäten entdecken, so ist der Bahnhof Bäretswil von Bauma her durch eine Hipp'sche Wendescheibe gesichert und in Neuthal befindet sich eine Hand-Barriere (Bahnschranke).

Streckendaten[Bearbeiten]

  • Streckenlänge total (Bauma – Hinwil): 11'297 m
  • Anteil DVZO (Bauma – Bäretswil): 5'545 m
  • Stationen: Bahnhof Bauma, Haltestelle Neuthal, Bahnhof Bäretswil, Haltestelle Ettenhausen, Bahnhof Hinwil
  • Kulminationspunkt: 714.8 m ü.M (km 21,1)
  • Grösste Steigung: 29.2 ‰ (Ausfahrt Bauma)
  • Spurweite: 1'435 mm
  • Fahrdrahtspannung: 15'000 V 16,7 Hz Einphasen-Wechselstrom
  • Brücken: 8
  • Bahnübergänge: 40. (Strassen, Fahr-, Privat- und Wanderwege.) Davon gesichert: 5 mit Barrieren, 2 mit automatischen Barrierenanlagen und 2 mit Blinklichtanlagen

Rollmaterial[Bearbeiten]

Dampfloks[Bearbeiten]

  • Ed 3/4 2 "Hinwil" (ex. Werklok Nr.2 der Firma Gebrüder Sulzer AG, ex. Chemin de fer du Jura) in Revision 2008–
  • E 3/3 4 "Schwyz" (ex. Süd-Ost-Bahn, Denkmal in Wädenswil), Revision Oktober 2007 beendet
  • E 3/3 10 (Baujahr: 1907, 35 t, Vmax 45 km/h, ex. SBB: Nr. 8476, 1961: CU Chemie Uetikon AG Nr.10, 2001: DVZO)
  • Ed 3/3 401 "Bauma" (Baujahr 1901, Umbau 1929 auf Heissdampf, ex. UeBB 401, 1944: Gaswerk St. Gallen, 1971: ausrangiert an Privat, 1979: DVZO), Revision Dezember 2008 beendet
  • E 3/3 8518 "Bäretswil" (Baujahr: 1913, ex. SBB)

Nicht betriebsfähige Dampfloks

  • Ed 2/2 (ex. Werklok Nr.3 der Firma Gebrüder Sulzer AG), Standort: Bauma
  • Ec 3/4 1 (ex. Technorama, ex. Solothurn-Münster-Bahn, heute BLS), Standort: Wald in Remise (nicht zugänglich)

Elektrische Triebfahrzeuge[Bearbeiten]

  • Be 4/4 15 (Baujahr 1931, ex. Bodensee-Toggenburg-Bahn BT 15)
  • Ee 3/3 16363 (Baujahr 1939, ex. SBB)

Traktoren[Bearbeiten]

  • Tm II 93 ex. SBB
  • Tem III 354, Zweikrafttraktor (Baujahr: 1961, 32 t, Vmax: 60 km/h, ab 2006 DVZO)
  • Tm III 9529 ex. SBB (mit DVZO-Schild über Betriebsnummer versehen)

Draisine[Bearbeiten]

  • Dm 3632 ex. SBB

Personenwagen[Bearbeiten]

WR4 151, WR 109, F204, Tem III 354
  • BC 4418 ex. SBB (intern als Nr. 162 bezeichnet)
  • BC 4563 ex. SBB ex. JN (intern als Nr. 101 bezeichnet)
  • C 104 ex. Sihltalbahn, heute SZU (Kasten wurde abgebrochen, nur noch Untergestell vorhanden)
  • C 105 ex. Sihltalbahn, heute SZU
  • C 106 ex. Sihltalbahn, heute SZU
  • C 107 ex. Sihltalbahn, heute SZU
  • C 108 ex. Sihltalbahn, heute SZU (Kasten wurde abgebrochen, nur noch Untergestell vorhanden)
  • C4 152 ex. SBB (Seetalbahn)
  • C 5964 ex. SBB
  • C 6075 ex. RHB, ex. SBB (intern als Nr. 103 bezeichnet)
  • C 6109 ex. RHB, ex. SBB (intern als Nr. 102 bezeichnet, vor Hauptrevision 2009 als C 6074 angeschrieben)
  • FZ 203, Pack- und Postwagen ex. Mittel-Thurgau-Bahn
  • F 204, Packwagen ex. Sihltalbahn, heute SZU
  • F 405, Packwagen ex. Südostbahn Revision 10.2007 beendet (intern als F 202 bezeichnet)
  • F3 18248, Verkaufswagen, ex. SBB
  • WR 109, Speisewagen ex. Emmentalbahn, heute BLS
  • WR4 151, Speisewagen ex. SBB (Seetalbahn)

Güterwagen[Bearbeiten]

X 305, Be 4/4 15
Restaurierter „Shell“-Kesselwagen
  • X 59, Schneepflug, Baujahr 1948 ex. SBB
  • X 301, Bierwagen "Brauerei zum Felsenkeller Wald", ex. SBB Pc 90802 ex. TTB Ok 151 (Baujahr 1882)
  • X 305, gedeckter Güterwagen, Baujahr 1892 ex. Sihltalbahn, heute SZU (K2)
  • X 308, gedeckter Güterwagen ex. SBB Gs (K4)
  • X 309, Hochbordwagen ex. SBB E (L6)
  • X 310, Flachwagen ex. SBB
  • X 311, Hochbordwagen ex. SBB Fbkk
  • X 312, gedeckter Fährbootwagen ex. SBB (J3)
  • X 313, SHELL-Kesselwagen (ex. SBB 530156), dient heute als Wasserwagen
  • X 314, Flachwagen ex. RHB (M4)
  • Xs 315, gedeckter Güterwagen ex. SBB Gbs (J4)
  • X 317, Bierwagen "Feldschlösschen", ex SBB Pc 516355 / Brauerei Feldschlösschen Nr. 1898 ex. JS OG 20623 (Baujahr 1898)
  • X 319, Hochbordwagen
  • X 321, gedeckter Güterwagen ex. SBB K3d (J2d)
  • X 355, Hochbordwagen ex. SBB E (L6)
  • X 356, Hilfswagen ex. SBB
  • X 402, Hochbordwagen ex. BT E (L4), die Revision wurde im Mai 2009 abgeschlossen.
  • X 404, Güterzugbegleitwagen ex. SBB (Sputnik)
  • X 405, Flachwagen ex. SBB (M7)
  • X 406, Schotterwagen ex. SBB
  • X 99441A + B, Kranwagen (99441A, ex. SBB, ex. NOB, Baujahr 1878) mit Schutzwagen (99441B)

Fahrbetrieb[Bearbeiten]

Die regulären Fahrten mit Dampftraktion finden jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von Mai bis Oktober statt.

Extrafahrten[Bearbeiten]

Daneben kann man die Züge auch ausserhalb der fahrplanmässigen Tage für Extrafahrten buchen. Dabei kann neben einer der Dampflokomotiven auch die elektrische Lokomotive Be 4/4 Nr. 15 der ehemaligen Bodensee-Toggenburg-Bahn mit Baujahr 1931 eingesetzt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Aeschimann, Hugo Wenger: Uerikon-Bauma-Bahn. Rückblick und Ausblick. Eigenverlag DVZO, 1984.
  • Peter Schwarzenbach, Maja Valencak, Marc Wildi: Ein Verein betreibt ein Bahnunternehmen. Buchverlag Druckerei Wetzikon AG, Wetzikon 1985, ISBN 3-85981-126-6.
  • Adrian Ramsauer, Bruno Homberger, Mathias Rosskopf: Ungewöhnliche Geschichten um ein ungewöhnliches Projekt. 25 Jahre Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland. Buchverlag Druckerei Wetzikon AG, Wetzikon 1994, ISBN 3-85981-169-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.3329769444448.8423419444444Koordinaten: 47° 19′ 59″ N, 8° 50′ 32″ O; CH1903: 706094 / 243406