Damshagen

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Damshagen in Mecklenburg-Vorpommern, zum gleichnamigen Ort in der polnischen Woiwodschaft Westpommern (ehemals Damshagen, Kreis Schlawe/Pommern) siehe Domasławice (Darłowo).
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Damshagen führt kein Wappen
Damshagen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Damshagen hervorgehoben
53.928311.15321914Koordinaten: 53° 56′ N, 11° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Klützer Winkel
Höhe: 14 m ü. NHN
Fläche: 38,43 km²
Einwohner: 1245 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner je km²
Postleitzahl: 23948
Vorwahl: 038825
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 016
Adresse der Amtsverwaltung: Schloßstr. 1
23948 Klütz
Webpräsenz: www.kluetzer-winkel.de
Bürgermeister: Mandy Krüger [2]
Lage der Gemeinde Damshagen im Landkreis Nordwestmecklenburg
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Damshagen ist eine Gemeinde im Norden des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland. Sie wird vom Amt Klützer Winkel mit Sitz in der Stadt Klütz verwaltet.

Geografie[Bearbeiten]

Damshagen liegt mitten im Klützer Winkel zwischen den Städten Grevesmühlen, Klütz und dem Ostseebad Boltenhagen.

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Damshagen, Dorf Gutow, Dorf Reppenhagen, Hof Gutow, Hof Reppenhagen, Kussow, Moor, Parin, Pohnstorf, Rolofshagen, Stellshagen und Welzin.

Geschichte[Bearbeiten]

Dorfkirche St. Thomas in Damshagen
Vormaliges Plessenherrenhaus in Damshagen (2011)

Im Jahr 1230 wurde der Ort erstmals im Ratzeburger Zehntregister, das die damals zum Bistum Ratzeburg gehörenden Ortschaften geordnet nach Kirchspielen auflistet, als Thomashagen genannt. Auch die Ersterwähnung von Stellershagen, heute Stellhagen und Wulsin, heute Welzin werden auf das Jahr 1230 datiert.[3] Der Name Damshagen erscheint 1370 erstmals als Dammeshagen.[4] Als erster Besitzer von Damshagen wurde der Ritter Marquard von Thomashagen genannt.

Der Ortsname von Welzin stammt vom slawischen Lokator Volča (Wolf) ab, bedeutet also Ort des Volča.[5]

Schon vor 1336 müssen die von Plessen Besitz und Rechte in Damshagen besessen haben[6] und blieben über 600 Jahre lang Besitzer des Gutes in Damshagen. Nach 1990 konnten sie einen Teil der Ackerflächen zurückerwerben.

Am 1. Juli 1961 entstand die Gemeinde in der heutigen Form durch die Eingemeindung Reppenhagens. Am 7. Juni 2009 fusionierten die Gemeinden Moor-Rolofshagen und Damshagen zur neuen Gemeinde Damshagen.[7]

Gut[Bearbeiten]

Die Besitzverhältnisse des Gutes und seines im 20. Jahrhundert neu erbauten Herrenhauses stellen sich wie folgt dar:

Gutsherr Hans von Plessen
  • 1336 Knappe Berndt (Bernhard) von Plesse
  • 1372–1394 Ritter Helmold von Plesse
  • 1428–1447 Curd (Cordt) von Plesse
  • 1466 Bernd von Plesse
  • 1477–1489 Helmold (Helmut) von Plesse
  • 1523–1527 Chim (Achim) von Plesse
  • 1527–1555 Berend (Bernt) von Plesse
  • 1555–1601 Cord (Curdt) von Plessen
  • 1602 Johann (Johann) von Pleß
  • 1607–1634 Johann von Plessen
  • 1633 Claus Josua von Plessen
  • 1644–1652 Anna Junge, Witwe des Holsteinschen Kanzlers Dr. Nikolaus Junge
  • 1652–1686 Johann Bernhard von Plessen
  • 1686–1699 Johann Georg von Plessen
  • 1700–1723 Jakob Levin von Plesse
  • 1723–1727 Johann Georg von Plessen u. Söhne
  • 1727–1801 Johann August von Plessen mit Vormündern
  • 1801–1807 Kammerherr Carl Hartwig von Plessen
  • 1810–1816 Ludwig von Plessen
  • 1816–1871 Hans Leopold Bernhard von Plessen
  • 1871–1906 Kammerherr August von Plessen, bereits seit 1866 Verwalter
  • 1906–1929 Kammerherr Hans von Plessen
  • 1929–1940 Hans-Balduin von Plessen[8]
  • 1940–1945 Bernhard von Plessen

Bauwerke[Bearbeiten]

Sehenswert ist die recht große gotische Backsteinkirche St. Thomas aus dem 14. Jahrhundert mit dem Barockaltar des Lübecker Bildhauers Hieronymus Hassenberg von 1724 und einer Orgel aus dem Jahr 1844.[9]

Das Herrenhaus wurde 1914 begonnen und durch Kriegsausbruch erst 1916 fertiggestellt. Architektonisch beachtlich ist auch das um 1910 errichtete „Kammerherrenhaus“ neben dem Pfarrhof. Das große Pfarrhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert, der Gemeindesaal wurde im 19. Jahrhundert angebaut. Das Predigerwitwenhaus auf dem Pfarrgehöft wurde 1907 abgebrochen.

Südöstlich des Ortes stand auf dem Mühlenberg (27 m) eine Windmühle, deren Reste 1956 abgetragen wurden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Steinzeitdorf Kussow (Teilansicht)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Von überregionaler gastronomischer Bedeutung ist das im Ortsteil Stellshagen gelegene Gutshaus Stellshagen.

Ebenfalls überregionale Bedeutung hat die Algenwerkstatt in Damshagen. In ihr wird Papier unter Zugabe von Ostseealgen und Seegras von Hand geschöpft. Sie ist insbesondere als touristische Attraktion für Gäste gedacht.

In der ehemaligen Dorffeuerwehr befindet sich ein kleines Restaurant.

Neben einer Grund- und Realschule sowie einer Kindertagesstätte gibt es in Damshagen eine Arztpraxis und eine Sporthalle.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Damshagen erreicht man über die Verbindungsstraße von Grevesmühlen (auf dem zugehörigen Autobahnanschluss der Ostseeautobahn A 20). An der 1995 von der Deutschen Bahn eingestellten und danach zeitweise noch als Museumseisenbahn betriebenen Bahnstrecke Grevesmühlen–Klütz („Klützer Kaffeebrenner“) hatten die Ortsteile Stellshagen und Hof Reppenhagen jeweils Haltepunkte. Inzwischen sind die Gleise abgebaut.

Sonstiges[Bearbeiten]

Wappen 2005–2009 der Vorgängergemeinde

Die Gemeinde Damshagen führte von 2005 bis zur Gemeindefusion am 7. Juni 2009 ein von Michael Zapfe gestaltetes Wappen, dessen Blasonierung wie folgt lautete: „In dem durch einen Wellenschnitt geteilten Schild oben in Gold einen schreitenden schwarzen Stier; unten in Blau schräg gekreuzt: eine goldene Hacke und eine goldene Lanze, bewinkelt von vier goldenen Rüben.“

Der Wellenschnitt symbolisierte die Lage am Damshagener Bach. Der Stier stellte in abgeänderter Form das Wappentier der Plessens dar, in deren Besitz das Dorf von 1336 bis 1945 war. Die Hacke wies auf die durch deutsche Siedler angelegte Rodungssiedlung hin, die Lanze stand für den Kirchenpatron, den Heiligen Thomas. Rüben sind ein Hauptanbauprodukt der Region, die Anzahl symbolisierte die ehemals vier Ortsteile.[10]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Gustav Adolf Peek: Der Damshäger Bach und die ihm zunächst liegenden Ortschaften. Nachdruck zur Erinnerung an die erste urkundliche Erwähnung von Damshagen vor 775 Jahren im Ratzeburger Zehntregister von 1230. Gutsverwaltung Damshagen, Damshagen 2005 (Sammlung von Aufsätzen, zuerst erschienen in: Mecklenburg. Zeitschrift des Heimatbundes Mecklenburg. 1911–1920, ZDB-ID 556262-4).
  • Heidelinde Knabe: Chronik der Gemeinde Damshagen, Stellshagen, Reppenhagen, Welzin. 1230–2002. Gemeinde Damshagen, Damshagen 2002.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Damshagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Neue Bürgermeisterin in Damshagen Stand: Juni 2012, abgerufen 24. März 2014
  3. Mecklenburgisches Urkundenbuch (MUB) Band I Schwerin 1863 Nr. 375.
  4. MUB (1893) Band XVI Nr.10004, MUB (1897) Band XVIII Nr. 10203.
  5. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 157.
  6. MUB (1873) Band VII Nr. 5696
  7. Statistisches Landesamt MV: Gebietsänderungen 2009 (PDF-Datei; 111 kB)
  8. Max Naumann : Die Plessen. Stammfolge vom XIII. bis XX. Jahrhundert. Herausgegeben von Helmold von Plessen im Auftrag des Familienverbandes. 2. neu durchgesehene und erweiterte Auflage. C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn, 1971, S. 112.
  9. Homepage des Kirchenkreises Wismar
  10. Hans-Heinz Schütt: Gemeindewappen Damshagen. Dorf im Ratzeburger Zehntlehenregister um 1230 erstmals genannt. In: Mecklenburg-Magazin. Regionalbeilage der Schweriner Volkszeitung und der Norddeutschen Neuesten Nachrichten. Nr. 46, 2006, ZDB-ID 1084691-8, S. 12.