Dan Jurgens

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Dan Jurgens (* 27. Juni 1959 in Ortonville, Minnesota) ist ein US-amerikanischer Comicautor und -zeichner. Jurgens wurde insbesondere bekannt als treibende Kraft und Hauptgestalter der 1993 innerhalb der Comicserie Superman veröffentlichten Geschichte Doomsday, die den Tod Supermans beschreibt und Jurgens als „dem Mann, der Superman getötet hat“ internationale Bekanntheit verschaffte. Das von Jurgens verfasste und gezeichnete Comicheft Superman # 75 vom Januar 1993 gilt mit mehr als zehn Millionen verkauften Exemplaren als das meistverkaufte Comicheft überhaupt und machte Jurgens aufgrund seiner Tantieme an dieser Ausgabe und der Adaption des Stoffes in Romanen, Konsolenspielen und Ähnlichem zu einem der reichsten bildenden Künstler im Bereich der amerikanischen Popkultur.

Weitere Aufmerksamkeit erlangte Jurgens durch seinen Science-Fiction-Comic Booster Gold und die von ihm maßgeblich gestaltete Hintergrundgeschichte zu der Computer- und Videospielserie Tomb Raider.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

In seiner Jugend arbeitete Jurgens im Haushaltswarenladen seines Vaters. Danach jobbte er für einige Jahre als Diskjockey. Während der High School Zeit begann Jurgens sich künstlerisch zu betätigen und knüpfte Kontakte zu Künstlern wie Walt Simonson. Nachdem er an der Kunsthochschule ein Diplom erworben hatte, arbeitete Jurgens zunächst als Graphikdesigner.

Jurgens Karriere als professioneller Zeichner begann 1983, als ihm der Autor Mike Grell ein Engagement als Autor und Zeichner der Abenteuer-Comicreihe Warlord vermittelte, die zuvor von Grell selbst betreut wurde. Grell war 1982 bei einer Signierstunde in einem Buchladen in Minneapolis auf Jurgens aufmerksam geworden, als dieser ihm sein Portfolio zeigte. Die Serie Warlord handelt von einem amerikanischen Kampfpiloten, der bei einem Flug über der Arktis durch ein Raumportal in ein vergessenes Land verschlagen wird. Dort leben Drachen, Ritter, Zauberer, Saurier und andere wilden Kreaturen und Wesen der Fantasy-Literatur. Jurgens gestaltete die serie von der Nummer #63 bis zu ihrer Einstellung.

1986 schuf Jurgens den Comichelden Booster Gold, einen gescheiterten Footballstar aus dem 25. Jahrhundert, der nach seiner missglückten Karriere, hervorgerufen durch einen Wettskandal, mit einer Zeitmaschine in die 1980er Jahre reist, um dort als selbsternannter Superheld zu Ruhm, Ehre und vor allem an viel Geld zu gelangen. Die gleichnamige Serie schrieb und zeichnete er bis zu ihrer Einstellung mit Ausgabe # 25. Zur selben zeit schuf er eine moderne Version von Flash Gordon für die er acht Ausgaben betreute.

Der Mann, der Superman getötet hat (1987–1993)[Bearbeiten]

1987 wurde Jurgens erstmals engagiert, um für die Serie Superman zu zeichnen, namentlich gestaltete er das Annual der Reihe Adventures of Superman. 1989 wurde er schließlich als Stammautor und -zeichner für die Reihe Adventures of Superman (beginnend mit Ausgabe #452) angestellt, die er bis 1991 gemeinsam mit dem Tuschezeichner Art Thibert betreute. 1991 übernahm er die Hauptreihe des Superman-Imprints, kurz Superman betitelt, die er bis 1995 schrieb und zeichnete. Ab 1995 wurde die Reihe von Ron Frenz gezeichnet, während Jurgens sie nur noch schrieb. Als Tuschezeichner arbeiteten in diesen Jahren Brett Breeding und Joe Rubinstein.

Während seiner Jahre als Supermanzeichner erdachte Jurgens zahlreiche neue Nebenfiguren, deren optisches Design er mitunter auch entwickelte: So schuf er etwa die Schurken Hank Henshaw alias Killer-Cyborg und Arclight, den Helden Agent Liberty und insbesondere das Monster Doomsday. Letzteres wurde geradezu berüchtigt als „Superman-Killer“, als es im Zuge einer kurz als Doomsday (oder auch The Death of Superman) betitelten Geschichte den Titelhelden der Supermanserien im Zweikampf tötete. Dieses Ereignis rief in den amerikanischen Medien einen immensen Widerhall hervor: So berichteten unter anderem die großen amerikanischen Tageszeitungen wie Washington Post und New York Times sowie die bedeutenden amerikanischen Fernsehsender ausführlich über die Vorgänge der Storyline. Jurgens, der das für unmöglich gehaltene – die Niederlage und den Tod des legendären Comichelden nach mehr als vierundfünfzig Jahren ununterbrochenen Abenteuererlebens – verwirklicht hatte, wurde durch Reportagen und Feuilletons zu dem Thema gar noch berüchtigter als die Kreatur Doomsday selbst, insbesondere nachdem Nachrichtensender wie der Kanal CNN ihm den Spitznamen „The Man Who Killed Superman“ verpassten. Die Resonanz in populären Unterhaltungssendungen wie der von Jay Leno moderierten Tonightshow, in der der Moderator sich mehrere Wochen lang ein schwarzes Trauerflor mit einem roten Superman-Emblem um den Oberarm wickelte, sorgten für zusätzlichen Rummel um den „Ikonen-Schlächter“ Jurgens. Der massive Druck, mit dem die Leser der Superman-Comics und die breite Öffentlichkeit auf den gewagten Schritt der Superman-Autoren reagierten – selbst US-Präsident Bill Clinton machte eine kritische Bemerkung zu der Storyline und nannte es traurig, dass seine Amtszeit mit dem Tod der wohl bedeutendsten Ikone der amerikanischen Pop-Kultur eingeläutet werde – kulminierte schließlich in einer regelrechten Kampagne Superman wiederzubeleben. Eine Lawine von Protest- und sogar Drohbriefen ging beim DC Verlag (den Herausgeber der Superman-Comics) ein. In den Briefen, die sich gegen DC, den Warner Konzern als Besitzer von DC und nicht zuletzt gegen Jurgens selbst richteten, wurde nachdrücklich verlangt, den Schritt rückgängig zu machen. Die Autoren der Superman-Reihe gaben dem Druck schließlich nach und beschleunigten die – ohnehin von vornherein geplante und bereits vorbereitete – Wiederauferstehung des Helden. Trotz der heftigen öffentlichen Kritik an dem Ereignis – das später oft als künstlicher Hype geschmäht wurde – verkaufte sich die Saga um Supermans Tod und Auferstehung millionenfach und war so das gewinnträchtigste Projekt der Warner Company im Jahr 1993 – eine Ausnahme in der Konzerngeschichte, da bis dahin in jedem Jahr seit dem Bestehen des Konzerns (und wieder ab 1994) ein Film das gewinnträchtigste Projekt gewesen war.

Arbeiten seit 1993[Bearbeiten]

Trotz des mitunter sehr negativen Rummels um seine Person avancierte Jurgens infolge des „Tod von Superman“-Events zu einem der meistbeachtesten amerikanischen Comickünstler überhaupt und erhielt Gelegenheit, zahlreiche bekannte und prestigereiche Reihen für verschiedene Verlage zu gestalten. So schrieb und zeichnete Jurgens unter anderem für die Reihen Aquaman, Justice League, Teen Titans, Thor, Metal Men, Captain America und Aliens. 1995 betreute er das Großprojekt „DC vs Marvel“, eine vierteilige von beiden Verlagen gemeinschaftlich herausgegebene Miniserie. 1996 durfte er zudem das „Ereignis“ von Supermans Hochzeit mit seiner ewigen Liebe Lois Lane gestalten, gewissermaßen eine Aussöhnung für die Ausgabe # 75. 1999 beendete er seine Arbeit an Superman mit der Ausgabe # 150. Sein Nachfolger als Autor wurde der Drehbuchschreiber Jeph Loeb, bekannt für Filme wie Drei Männer und ein Baby oder Teen Wolf.

Von 1999 bis 2001 verfasste Jurgens für den Verlag Top Cow Productions 21 Ausgaben der Serie Tomb Raider: The Series, die die Hintergrundgeschichte der Computerspielheldin Lara Croft beleuchten. Seither hat er unter anderem an Reihen wie Captain America, Hulk (als Inker), Nightwing oder Firestorm gearbeitet. 2007 wurde zudem angekündigt, dass Jurgens ab 2008 gemeinsam mit Geoff Johns eine Neuauflage der von ihm in den 1980ern gestalteten Reihe Booster Gold betreuen wird.

Jurgens lebt mit seiner Frau Ann Jurgens und seinen Kindern in Edina, Minnesota.

Künstlerischer Stil[Bearbeiten]

Als künstlerische Vorbilder beruft Jurgens sich auf Zeichner wie Neal Adams, John Buscema, Jack Kirby, Mike Grell, Dave Cockrum, John Byrne, Mike Mignola, Jim Starlin, Chris Bachalo und George Pérez.

Bibliographie[Bearbeiten]

Arbeiten für Dark Hose Publishings[Bearbeiten]

  • Superman vs. Aliens (1995).

Arbeiten für DC Comics[Bearbeiten]

  • Adventures of Superman
  • Armageddon 2001 #1 und 2.
  • Armageddon 2001 (1991)
  • Batman
  • Batman: Shadow of the Bat #6
  • Booster Gold
  • Firestorm
  • Infinite Crisis: Secret Files and Origins 2006
  • Justice League America (2. Serie)
  • Metal Men
  • Nightwing
  • Sun Devils
  • Superman
  • Superman/Doomsday: Hunter/Prey #1-3 (1994)
  • Superman: The Doomsday Wars # 1-3 (1998)
  • Superman: Day of Doom (2002)
  • Tales of the Legions of Superheroes
  • Teen Titans (2. Serie) #1–24
  • Warlord
  • Zero Hour #4-0 (1994)

Arbeiten für Marvel Comics[Bearbeiten]

  • Captain America (3. Serie) #25–50 (Autor), #33–50 (Zeichner)
  • Daredevil
  • Hulk
  • Thor (2. Serie) #1–79 (Autor); Annual 1999; Annual 2000

Weblinks[Bearbeiten]