Daniel Friedrich Eduard Wilsing

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Daniel Friedrich Eduard Wilsing (* 21. Oktober 1809 in Hörde; † 2. Mai 1893 in Berlin) war ein deutscher Komponist der Romantik.

Leben[Bearbeiten]

Daniel Friedrich Eduard Wilsing war ein Urenkel des Kantors Johann Gottlieb Preller an der Dortmunder Marienkirche. Er erhielt seine Ausbildung in Wesel, Dortmund und Soest (Lehrerseminar). Im Bereich der Musik war er zunächst Autodidakt. Zwischen 1829 und 1834 war er als Organist an der evangelischen Haupt- und Mathena-Kirche in Wesel tätig, überwarf sich jedoch mit dem dortigen Presbyterium. Erst nach seinem Umzug nach Berlin im Jahr 1834 erhielt er Kompositionsunterricht, wie Felix Mendelssohn Bartholdy war er Schüler von Ludwig Berger.

Seine Psalmenkomposition De profundis, Friedrich Wilhelm IV. gewidmet und von diesem mit der goldenen Kunst- und Wissenschafts-Medaille ausgezeichnet, wurde von Robert Schumann hochgelobt. Am 16. März 1853 schrieb er an seinen Schüler Hermann Krigar, der Schumann ein Exemplar der Partitur geschickt hatte: „Von aller geistlichen neuen Musik, die ich kenne, wüsste ich nichts, was diesem zu vergleichen wäre. […] Der Künstler, der es geschaffen, ist, der Höhe seiner Musik nach, ein zu festgegründeter Geist, als dass ihm das Urtheil der Welt etwas anhaben könnte.“[1] In seinem berühmten Brahms-Aufsatz „Neue Bahnen“ nennt er Wilsing einen „tiefsinnigen, großer Kunst beflissenen geistlichen Tonsetzer“ unter den „hochaufstrebenden Künstlern der jüngsten Zeit“ und urteilt über dessen De profundis: „Ein De profundis für vierfachen Chor mit Orchester, in diesem Jahr erschienen, gehört zu den größten und gewaltigsten Meisterwerken, die unsere Zeit hervorgebracht.“[2]

Eine schwere geistige Erkrankung hinderte Wilsing später am weiteren Komponieren und seine Menschenscheu verhinderte höheren Bekanntheitsgrad. Krigar schreibt in einem Brief an Schumann: „Dazu gehört, dass er selbst seinen genauesten Bekannten sich oft gänzlich verschließt [...] Er selbst ist nicht im Stande für sein Werk [...] auch nur einen Schritt zu thun, selbst auf die Gefahr hin, daß es Niemand zu sehen bekommt.“ Außerdem hat Wilsing am Ende seines Lebens alle persönlichen Dokumente verbrannt.

Werke[Bearbeiten]

  • De profundis für vier vierstimmige Chöre, Soli und Orchester über den 129. Psalm (Vulgata-Zählung) (1850) EICHEN MUSIKVERLAG 2013 ISMN M-700235-26-0
  • Oratorium Jesus Christus (1875/93), Berliner Staatsbibliothek
  • 3 Grandes Sonates für Klavier op. 1
  • Caprice für Klavier op .6
  • Sonate für Klavier op. 7
  • Fantasie für Klavier op. 10
  • Humoreske für Klavier op. 11
  • Sonate für Pianoforte und Violine (1832); Verlag Dohr ISMN M-2020-1160-7

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Robert Schumanns Briefe. Neue Folge, hrsg. von F. Gustav Jansen, 2. Aufl., Leipzig 1904, S. 367f.
  2. Neue Zeitschrift für Musik, 28. Oktober 1853.

Weblinks[Bearbeiten]