Daniel Hope (Violinist)
Daniel Hope (* 17. August 1974 in Durban, Südafrika) ist ein südafrikanisch-britischer Geiger.
Inhaltsverzeichnis |
Leben [Bearbeiten]
Der britische Geiger Daniel Hope ist berühmt für seine Musikalität und Vielseitigkeit. Die New York Times schrieb über Hope: „Man weiß nie, was der brillante [...] britische Geiger Daniel Hope, der für seine mutigen Aufführungen zeitgenössischer Musik gefeiert wird, als Nächstes tun wird. Er hat mit Schauspielern bei Werken zusammengearbeitet, die Text und Musik verbinden, er hat sich indischer Musik und dem Jazz gewidmet er spielt mit [...] bedingungsloser Intensität.“ Die Sonntagszeitung The Observer nannte Hope „den aufregendsten britischen Streicher seit Jacqueline du Pré“.
Aber nicht nur als gefeierter Solist, als Kammermusiker mit dem Beaux Arts Trio oder in Crossover-Projekten mit Sting begeistert der kommunikationsfreudige Geiger sein Publikum, sondern auch als Fernsehmoderator, Buchautor oder Produzent von Konzeptkonzerten an der Schnittstelle von Musik, Geschichte und Politik.
Kommunikation mit und für die Musik ist ein Schlüsselbegriff für Daniel Hope und gesellschaftliches Engagement ist gleichermaßen eine Herzensangelegenheit, ob in Zusammenarbeit mit der Freya-von-Moltke-Stiftung, Yehudi Menuhins Live-Music-Now-Stiftung oder mit Amnesty International.
Hope begann mit vier Jahren das Violinspiel. Seine Familie zog von Südafrika über Paris nach England, wo er dann am Royal College of Music u.a. bei Grigori Zhislin studierte. Er nahm Unterricht bei Zakhar Bron und Yehudi Menuhin. Menuhin unterstützte ihn auch nach seinem Studienabschluss 1996.
Im April 2002 wurde Daniel Hope das jüngste Mitglied in der Geschichte des legendären Beaux Arts Trios, mit dem er in allen europäischen und nordamerikanischen Musikzentren auftrat und 2005 den 50. Geburtstag des Ensembles feierte. Der Boston Globe bezeichnete die Formation als: „vielleicht stärkste in der Geschichte des Trios“. Nach über 400 Konzerten in seiner letzten Formation zog sich das Trio im September 2008 aus dem Konzertleben zurück.
Seit 2007 ist Daniel Hope exklusiv beim Klassik-Label Deutsche Grammophon unter Vertrag. Daniel Hope lebt in Wien.
Daniel Hope ist auch Buch-Autor. Sein erstes Buch Familienstücke, das er zusammen mit der Berliner Autorin Susanne Schädlich geschrieben hat, wurde ein Bestseller in Deutschland. Darin beschreibt er die Suche nach seinen Urgroßeltern in Berlin. Im September 2009 erschien sein zweites Buch, ein Konzertführer mit dem Titel Wann darf ich klatschen?
Hope setzt sich in seinen Konzerten für zeitgenössische Musik und die Musik des 20. Jahrhunderts ein. Er nahm u. a. die Violinkonzerte von Berg, Britten und Schostakovitsch auf, entdeckte eine frühe Violinsonate von Alfred Schnittke und spielte zahlreiche Uraufführungen. Am 27. Januar 2010 spielte er aus Anlass des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag in Anwesenheit des israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres das Stück „Kaddish“ von Maurice Ravel.
Seit 2011 ist Daniel Hope Künstlerischer Direktor der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und seit 2004 Associate Artistic Director des Savannah Music Festivals, Savannah (Georgia) in den USA.
Auszeichnungen [Bearbeiten]
- 2004: Klassik-Echo: Nachwuchskünstler für Berg-/Britten-Violinkonzerte
- 2006: Klassik-Echo: Instrumentalist Geige
- 2008: Klassik-Echo: Konzerteinspielungen: Musik des 19. Jahrhunderts (mit dem Chamber Orchestra of Europe, Leitung: Thomas Hengelbrock)
- 2009: Klassik-Echo: Konzerteinspielungen: Musik bis 18. Jahrhundert, Violine
Diskographie (Auszug) [Bearbeiten]
- 2001: Elgar - Walton – Finzi (Nimbus)
- 2004: East meets West (Warner Classics)
- 2004: Berg & Britten Violin Concertos (Warner Classics)
- 2006: Bach (Warner Classics)
- 2006: Shostakovich (Warner Classics)
- 2007: Mendelssohn (Deutsche Grammophon)
- 2008: Vivaldi (Deutsche Grammophon)
- 2009: AIR – a baroque journey (Deutsche Grammophon)
- 2011: The romantic violinist – a tribute to Joseph Joachim (Deutsche Grammophon)
- 2012: Recomposed by Max Richter: Vivaldi - The Four Seasons (Deutsche Grammophon)
- 2013: Spheres (Deutsche Grammophon)
Schriften [Bearbeiten]
- mit Susanne Schädlich: Familienstücke: eine Spurensuche. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2007, ISBN 978-3-498-06391-7.
- Wann darf ich klatschen? Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2009, ISBN 978-3-498-00665-5.
- Toi, toi, toi! Pannen und Katastrophen in der Musik. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2011, ISBN 978-3-49803013-1.
Weblinks [Bearbeiten]
- Werke von und über Daniel Hope im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Website von Daniel Hope (englisch)
- Daniel Hope Info bei International Classical Artists
- Video-Interview mit Daniel Hope zu Lebensweg und Arbeit in Deutschland
- "Am Anfang war die Stricknadel", Porträt von Daniel Hope bei Bayern Klassik, Video vom 25. Juli 2010
- Interview mit Daniel Hope auf dem Schweizer Klassikportal Classicpoint.ch
- Live Music Now
- Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hope, Daniel |
| KURZBESCHREIBUNG | südafrikanisch-britischer Violinist |
| GEBURTSDATUM | 17. August 1974 |
| GEBURTSORT | Durban |

