Daniel Prévost (Schauspieler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Daniel Prévost bei der Premiere von Der kleine Nick in Paris, 2009

Daniel Prévost (* 20. Oktober 1939 in Garches, Paris) ist ein französischer Autor sowie Theater- und Filmschauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Prévost wurde 1939 im Pariser Stadtteil Garches in eine Arbeiterfamilie hineingeboren. Er wuchs jedoch ohne Vater auf. Erst im Alter von 35 Jahren erfuhr er von einer im Sterben liegenden Tante, dass sein Vater ein Kabyle war und er somit einem Berbervolk aus Algerien entstammte. Als Kind schrieb er Gedichte, um den Tod seiner Großmutter zu verarbeiten.[1] Nach einem dreijährigen Studium an der École de la rue Blanche, einer von drei nationalen Schauspielschulen Frankreichs, war er ab den 1960er Jahren häufig auf der Bühne in Stücken Molières zu sehen. Als er 1964 in Robert Roccas Un certain monsieur Blot auftrat, lernte er den Regisseur Jean Yanne und den Schauspieler Michel Serrault kennen, mit denen er später mehrfach zusammenarbeitete. 1966 stand er erstmals vor der Filmkamera. Seither trat er in mehr als 70 Kinofilmen zumeist in komödiantischen Nebenrollen auf. Bekannt wurde er jedoch im französischen Fernsehen durch die Satiresendung Le Petit rapporteur (1975–1976).

1985 schrieb er mit Coco belles-nattes das erste mehrerer teils autobiografischer Bücher. 1995 folgte Le Pont de la révolte, 1998 Le Passé sous silence.[2] Zudem verfasste er Theaterstücke wie Vite une femme und Sodome et Virginie. Für seine erste große dramatische Rolle in der Literaturverfilmung Uranus (1991) an der Seite von Gérard Depardieu und Philippe Noiret erhielt er eine Nominierung für den César als Bester Nebendarsteller, den er jedoch erst 1999 für die Filmkomödie Dinner für Spinner (Le Dîner de cons) gewinnen konnte.

Seine dänische Ehefrau Jette, eine Tänzerin, die er im Alter von 21 Jahren bei einer Theaterinszenierung von Molières Der eingebildete Kranke in Dänemark kennengelernt hatte,[2] starb am 19. März 2007. Aus der Verbindung gingen die drei Söhne Sören, Christophe und Erling hervor. Im Jahr 2008 war Prévost in Federico, l’Espagne et moi unter der Regie seines Sohnes Erling auf der Bühne zu sehen.[2]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Daniel Prévost (links) mit Jacques Villeret bei der César-Verleihung 1999

Bühnenauftritte (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1964: Un certain monsieur Blot
  • 1973: La Main passe
  • 1977: Grandeur et misère de Marcel Barju – Théâtre Fontaine
  • 1979: Venez nombreux – One-Man-Show, Théâtre des 400 coups
  • 1979: La Galipette – Théâtre Petit Marigny
  • 1988: Drôle de couple – Théâtre Saint-Georges
  • 1990: Vite une femme – Théâtre Michel
  • 1991: Deconnage immediat – One-Man-Show, Grand Théâtre d’Edgard
  • 1993: La Frousse – Théâtre Edouard VII
  • 1996: Der Geizige (L’Avare) – Théâtre de Boulogne Billancourt
  • 2002: Sodome et Virginie – Théâtre de la Gaîté Montparnasse
  • 2009: Federico, l’Espagne et moi – Studio des Champs-Elysées

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1991: Eine Nominierung für den César als Bester Nebendarsteller für Uranus
  • 1999: César als Bester Nebendarsteller für Dinner für Spinner

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jean-Baptiste Harang: Daniel Prevost. Dernières nouvelles du père inconnu. In: Libération, 1. April 1995.
  2. a b c Laurence Liban: Daniel Prévost: "En moi-même, je ne pensais pas être comique". In: L’Express, 24. Juli 2008.