Daniel Triller

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Daniel Wilhelm Triller (* 10. Februar 1695 in Erfurt; † 22. Mai 1782 in Wittenberg) war ein deutscher Mediziner und Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Triller war der Sohn von Johann Moritz Triller, Professor für Mathematik am Erfurter Gymnasium, und dessen Ehefrau Sibylla Köhler. 1701, im Alter von sechs Jahren, verlor Triller am selben Tag durch hitziges Fieber beide Eltern.

Gellert, der Bürgermeister von Zeitz und entfernter Verwandter nahm den jungen Triller zu sich und schickte ihn auf das Gymnasium in Zeitz. Ab 1713 studiert Triller an der Universität Leipzig; hauptsächlich bei den Professoren Menz (Philosophie), Lehman (Naturlehre) und Johann Burkhard Mencke (Geschichte). Hier an der Universität wurde er auch Mitglied der "Vertrauten Gesellschaft", einer Vereinigung unter der Ägide des Reichsgrafen von Lotz.

1714 wechselte Triller das Studienfach und widmete sich der Medizin. Schon zwei Jahre später, im Juni 1716, errang er mit der Arbeit Disputatio de Moly Homerico cum reliquis argumentis ad fabulam circaeam pertinentibus den Magister-Titel. 1718 promovierte er an der Universität Halle bei Prof. Hofmann mit De pinguedine ceu succo nutritio superfluo zum Dr. med.

Noch im selben Jahr nahm Triller einen Ruf an die Universität Leipzig an und lehrte dort als Dozent "Geschichte der Heilkunst", hielt aber auch Vorlesungen über "die Briefe des Apostel Paulus".

1720 nahm er die Stelle eines Landphysikus in Merseburg an. Im gleichen Jahr heiratete er die Tochter des Stadtapothekers der Stadt. Da nach einigen Monaten sein Schwiegervater starb, führte Triller die Apotheke allein weiter. Da es gesetzlich untersagt war, den Beruf des Arztes und Apothekers gleichzeitig auszuüben, legte er das Landphysikat nieder und blieb Apotheker.

1729 starb seine Ehefrau. 1730 wird er zum Leibarzt des Erbprinzen von Nassau-Saarbrücken berufen. Als solcher begleitete er den Thronfolger bis 1732 auf dessen Grand Tour Frankreich, der Schweiz und die Niederlande. Auf dieser Reise schloss Triller Bekanntschaft mit vielen für ihn wichtigen Leuten. Namentlich erwähnt seien hier u.a. Nikolaus Bernoulli, Samuel Werenfels, Jakob Christian Iselin und Bernard Le Bouvier de Fontenelle.

Anlässlich einer persönlichen Begegnung mit Franz Stephan von Lothringen sagte er diesem die Kaiserkrone voraus. Dies brachte Triller bei vielen Zeitgenossen den Ruf eines Propheten ein.

Im Frühjahr 1732 kehrte Triller nach Merseburg zurück. Zwei Jahre später, am 7. Oktober 1734 heiratete er Henriette Thomae. Mit ihr hatte er neun Kinder. Mit seiner Familie lebte in diesen Jahren in Usingen, wo er auch als Arzt praktizierte.

1744 nahm er die Stelle eines Leibarztes des Reichshof-Ratskollegium in Frankfurt am Main an und wurde auch in den ordentlichen Rat gewählt. Aber ein Jahr darauf, im Juni 1745, nahm er die Stelle eines Leibarztes beim Herzog Johann Adolf von Sachsen-Weißenfels an und begleitete ihn auch auf dessen böhmischen Feldzug.

1749 bekommt Triller die erste Professur in Wittenberg für Pathologie und Therapie. Da er aber seit 1746 Leibarzt des Kurfürsten von Sachsen war und die meiste Zeit in Dresden eilte, hielt er kaum Vorlesungen.

Am 12. August 1751 stirbt seine zweite Ehrfrau auf einer Urlaubsreise in Frankfurt.

Am 22. Mai 1782 starb Daniel Wilhelm Triller in Wittenberg im Alter von 87 Jahren. Für seine eigene Beerdigung hatte er den Choral D. W. Trilleri extremum vale oder letzte Abschiedsgedabken von dieser Welt gedichtet.

Bekannt, zumindest bei seinen Zeitgenossen, war Triller nicht nur als Lyriker und Fabeldichter. Er wurde durch seine Bekanntschaft mit Johann Christoph Gottsched auch in den literarischen Streit Gottscheds mit Johann Jakob Bodmer und Johann Jakob Breitinger hineingezogen.

[Bearbeiten] Werke

  • Apologia pro Hippocrate. - Rudolstadt : s.n., 1719
  • Geprüfte Pocken-Occulation. - München : Saur, 1990 (Repr. d. Ausg. Frankfurt 1766)
  • Neue aesopische Fabeln. - München : Saur, 1990 (Repr. d. Ausg. Hamburg 1740)
  • Der sächsische Prinzenraub oder der wohlverdiente Köhler. - München : Saur, 1990 (Repr. d. Ausg. Frankfurt am Main 1743)
  • Der Wurmsaamen. - München : Saur, 1990 (Repr. d. Ausg. Frankfurt am Main 1751)

[Bearbeiten] Literatur

  • Paul Franz: Der sächsische Prinzenraub im Drama des 16. Jahrhunderts. - Marburg, Univ. Diss., 1891
  • Rüdiger Lorentzen: Daniel Wilhelm Triller und seine <wahrhaft hippokratischen> Freunde. Göttingen 1964
  • Nikolaus Müller: Die Funde in den Turmknäufen der Stadtkirche zu Wittenberg. Holtermann, Magdeburg 1912
  • Walter Friedensburg: Geschichte der Universität Wittenberg. Max Niemeyer, Halle (Saale) 1917,

[Bearbeiten] Weblinks

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