Daniel arap Moi

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Präsident Moi mit US-Präsident George W. Bush im UN-Hauptquartier in New York am 10. November 2001

Daniel Toroitich arap Moi (* 2. September 1924 in Kurieng'wo bei Sacho, Baringo-Distrikt) war von 1978 bis 2002 zweiter Präsident von Kenia.[1]

Leben[Bearbeiten]

Er entstammt der Ethnie der Tugen, einer Gruppe der Kalenjin. Nachdem sein Vater früh verstorben war, zog ihn seine Mutter Kima Chebii allein groß. Als Hauptort der Kalenjin kann Eldoret gelten. Diese Stadt hat er später als Präsident immer gezielt gefördert. Nach seiner Volksschullehrer-Ausbildung arbeitete er als Lehrer, Schulleiter und Lehrerausbilder. Daniel arap Moi besuchte ab 1934 Grundschulen der African Inland Mission in Kabartonjo und Kapsabet. 1942 wechselte er an die Secondary School in Kapsabet. Nach dem Besuch des Lehrerseminars (Teacher Training College) in Kapsabet 1945 arbeitete er von 1945 bis 1947 als Lehrer in der Afrikanischen Regierungsschule, Tambach. Daniel arap Moi wurde 1948 Schulleiter der „Government African International School“ in Kabarnet. Von 1949 bis 1950 war er in der Lehrer-Fortbildung tätig. Am Tambach Teacher Training College in Kabarnet arbeitete er von 1950 bis 1955 als stellvertretender Leiter.

1950 heiratete er Helena Bommet. Gemeinsam haben sie acht Kinder; drei Töchter und fünf Söhne.[1]

Politik[Bearbeiten]

Parlamentsmitglied[Bearbeiten]

Für das Rift-Valley wird Daniel arap Moi 1955 zum Mitglied des Gesetzgebendes Rates (Legislative Council = Legco) gewählt. In den Jahren von 1957 bis 1976 vertrat er den Wahlbezirk Baringo-Nord im Legislative Council. Von 1957 bis 1963 war er Vorsitzender der „Kenya African Democratic Union“ (KADU), die er mit Ronald Ngala gegründet hatte, um der Kenya African National Union (KANU) Paroli zu bieten, die von Jomo Kenyatta geführt wurde. Im Gegensatz zur KANU, die zentralistisch dachte und von den großen Ethnien, also vor allem den Kikuyu und den Luo beherrscht war, wollte die KADU die kleineren Ethnien wie die Kalenjin stärken und eine föderale Verfassung haben, um im Machtpoker ein Wort mitzureden zu haben. Der Druck der KANU war so groß, dass die Briten als Kolonialmacht keine föderativen Elemente in die neue Verfassung nahmen. Von 1961 bis 1963 vertrat er den Wahlbezirk Baringo-Nord im Parlament als Abgeordneter (MP). 1961 wurde er zum Parlamentarischen Staatssekretär des Erziehungsministers ernannt und trat der Partei KANU als Mitglied bei.

Minister[Bearbeiten]

1962 wurde er selbst zum Erziehungsminister in der Vorunabhängigkeitsregierung ernannt, später im Jahr wurde er zum Minister für Gemeindeverwaltung bestellt, das Amt übte er bis 1964 aus. Nach der Unabhängigkeit am 18. Dezember 1963 stimmte Moi der von Jomo Kenyatta gewünschten Verschmelzung von KANU und KADU zu, wodurch Kenia praktisch zum Einparteienstaat wurde. Kenyattas Dank ließ nicht lange auf sich warten, Moi wurde 1964 Innenminister und 1967 Vizepräsident. Diese Ämter hatte er bis 1978 inne.

Präsident[Bearbeiten]

Als Kenyatta, der „Vater der Unabhängigkeit“, am 22. August 1978 starb, trat Moi sein Erbe an. Er wurde automatisch Präsident der Republik Kenia und der KANU-Partei. Er verkündete die Nyayo-Philosophie (= Schritte) von Frieden, Liebe und Einheit (Peace, Love and Unity). Im Jahr 1979 wurde er zum Präsidenten von Kenia und Ministerpräsident für Baringo Nord wiedergewählt. Im selben Jahr erhielt er den Orden „Chief of the Golden Heart“, die höchste Auszeichnung Kenias. Zwischen 1981 und 1983 war Moi Vorsitzender der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU). Am 1. August 1982 erfolgte ein Putschversuch von Teilen der Luftwaffe.

Im Jahr 1986 veröffentlichte Moi das Buch Kenya African Nationalism on Nyayo philosophy. In den Jahren 1988 und 1992 wurde er erneut zum Präsidenten von Kenia wiedergewählt. Bei den freien Wahlen im Dezember 1992 gab es erhebliche Unruhen, Überfälle und Tote, beispielsweise in Molo oder Kipkarren. Im Jahr 1997 wurde Moi ein weiteres Mal zum Präsidenten von Kenia in freien Wahlen wiedergewählt. 2002 konnte er nicht erneut zur Wahl antreten. Stattdessen wurde Uhuru Kenyatta als Präsidentschaftskandidat eingesetzt. Die Wahl 2002 gewann eine Regenbogen-Koalition (National Rainbow Coalition, NARC) mit Mwai Kibaki an der Spitze.

Verfassungsänderung[Bearbeiten]

Arap Moi machte im Vorfeld zum Verfassungsreferendum 2010 Wahlkampf für das „No Camp“, rief aber schon vor dem Referendum Befürworter und Gegner dazu auf, das Abstimmungsergebnis zu respektieren, egal wie es ausfalle. Kritiker vermuten, dass er die neue Verfassung vor allen Dingen wegen einer Prüfung seines erheblichen Landbesitzes befürchtet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b State House Kenya Profil von Daniel Toroitich arap Moi (englisch)