Dankmarshausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dankmarshausen
Dankmarshausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dankmarshausen hervorgehoben
50.92583333333310.012777777778209Koordinaten: 50° 56′ N, 10° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Wartburgkreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Berka/Werra
Höhe: 209 m ü. NHN
Fläche: 11,19 km²
Einwohner: 1010 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99837
Vorwahl: 036922
Kfz-Kennzeichen: WAK, SLZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 63 014
Adresse der Verbandsverwaltung: Lutherstr. 4
99837 Berka/Werra
Webpräsenz: www.dankmarshausen.de
Bürgermeister: Manfred Stein (parteilos)
Lage der Gemeinde Dankmarshausen im Wartburgkreis
Kaltennordheim Bad Liebenstein Bad Salzungen Barchfeld-Immelborn Berka/Werra Berka vor dem Hainich Bischofroda Brunnhartshausen Buttlar Creuzburg Dankmarshausen Dermbach Diedorf Dippach Krayenberggemeinde Ebenshausen Empfertshausen Ettenhausen an der Suhl Kaltennordheim Frankenroda Frauensee Geisa Gerstengrund Gerstungen Großensee Hallungen Hörselberg-Hainich Ifta Barchfeld-Immelborn Kaltennordheim Kaltennordheim Kaltennordheim Krauthausen Lauterbach Leimbach Marksuhl Vacha Krayenberggemeinde Mihla Moorgrund Nazza Neidhartshausen Oechsen Ruhla Schleid Bad Liebenstein Seebach Stadtlengsfeld Bad Liebenstein Tiefenort Treffurt Unterbreizbach Urnshausen Vacha Vacha Weilar Wiesenthal Vacha Wolfsburg-Unkeroda Wutha-Farnroda Zella ThüringenKarte
Über dieses Bild

Dankmarshausen ist eine Gemeinde im Wartburgkreis in Thüringen. Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Berka/Werra an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Berka/Werra hat.

Geografie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Dankmarshausen ist ein Haufendorf. Der Ort befindet sich ca. sechs Kilometer südwestlich von Gerstungen und erstreckt sich auf dem linken, westlichen Hochufer der Werra. Naturräumlich liegt die Gemeinde Dankmarshausen im Berka-Gerstunger Becken, mit einer kleinen Nebensenke, dem Obersuhler Becken und der Kleinenseer Bucht. Das weite Becken ist rings von Höhenzügen umgeben: im Südwesten vom Seulingswald, im Süden von den Ausläufern der Vorderröhn, im Osten von den Ausläufern des Thüringer Waldes und im Norden vom Richelsdorfer Gebirge, das auch als Waldhessen bezeichnet wird.

Nachbargemeinden und -städte[Bearbeiten]

Der Ort grenzt im Süden an die hessische Stadt Heringen mit dem Stadtteil Widdershausen, es folgt im Westen der Stadtteil Kleinensee. Noch im Westen führt zur thüringischen Nachbargemeinde Großensee ein nur 600 m breiter Korridor. Nördlich schließen sich die hessischen Ortsteile Bosserode und Obersuhl der Gemeinde Wildeck an. Die thüringische Stadt Berka/Werra und der Nachbarort Dippach folgen im Osten.

Berge und Erhebungen[Bearbeiten]

Höchster Punkt der Gemarkung ist die bewaldete Hornungskuppe (444,2 m ü. NN), erwähnenswert sind auch der Lerchenberg (287,5 m ü. NN), der Weinberg am Ortsrand (254,9 m ü. NN) und der Lindenhauptskopf (225,5 m ü. NN).

Gewässer[Bearbeiten]

Dankmarshausen liegt am linken Ufer der Werra, in der Flussaue entstanden rechts der Werra durch fortgesetzten Kiesabbau zwei Baggerseen. Im Norden der Gemarkung erstreckt sich in Richtung Obersuhl das Naturschutzgebiet Dankmarshäuser Rhäden, eine feuchte Niederung, die durch den Rhedengraben und einmündende Stichgräben be- und entwässert wird. Als Kleiner Graben wird ein zweites System von Entwässerungsgräben bezeichnet, das zur Trockenlegung der Werraaue zwischen Dippach, Widdershausen und Dankmarshausen angelegt wurde und nordöstlich des Ortes in die Werra mündet.

Geologie und Bodenschätze[Bearbeiten]

Dankmarshausen zwischen der Restehalde des Kaliabbaus und den Baggerseen im Werratal

Geologisch betrachtet liegt der Ort in der geologischen Formation Trias. Untertage befinden sich beträchtliche Kalisalzlagerstätten (Schachtanlagen bei Heringen, Widdershausen, Dankmarshausen, Dippach und Abteroda). Oberirdisch wurden in der Gemarkung an zahlreichen Plätzen hochwertige Kies- und Tonvorkommen abgebaut.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde wurde erstmals 1302 urkundlich erwähnt. Der Ort lag im Amt Gerstungen. Das südliche Amtsgebiet mit Dankmarshausen und Großensee war territorial von Gerstungen getrennt und ragte durch den "Hausbreitenbacher Amtsaustauschungsvergleich" zwischen Sachsen-Eisenach und Hessen-Kassel, bei dem u.a. die Nachbarorte Dippach, Kleinensee, Bosserode und Raßdorf hessisch wurden, seit 1733 nach Hessen hinein.

Dankmarshausen lag im unmittelbaren Grenzgebiet der innerdeutschen Grenze. Von der Stasi als auffällig empfundene Bewohner wurden zwangsumgesiedelt. Nach der deutschen Einheit 1989 schlossen viele Firmen und die Bevölkerung nahm aufgrund der Abwanderung stetig ab.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Dankmarshausen setzt sich aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[3]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Manfred Stein wurde am 6. Juni 2010 wiedergewählt.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Ende September ist Kirmes in der Gemeinde.

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirche (Lage→50.923918097510.017262101111)
Pfarrhaus (Lage→50.92417339805610.017329156389)

Zahlreiche Bauwerke belegen die wechselvolle Geschichte des Ortes. Kaum Spuren hinterließ die stauferzeitliche Burg Hornsberg, etwa drei Kilometer südwestlich der Ortslage Dankmarshausen auf dem Gipfel der Hornungskuppe gelegen. Dicht neben der heutigen Werrabrücke befinden sich die Reste der im Weltkrieg gesprengten Brücke. Bereits um 1500 soll Dankmarshausen eine erste, noch ganz aus Holz erbaute Brücke besessen haben. Die Evangelische Pfarrkirche ist das ortsbildprägende Bauwerk und Zentrum der historischen Ortslage, ihr benachbart befindet sich das Pfarrhaus - ein markanter Fachwerkbau mit altem Brunnen. Nördlich der Kirche trifft man auf den Anger und ein burgartiges Gehöft - dieser Adelssitz mit steinerner Kemenate soll aus dem 16. Jahrhundert stammen. Das liebevoll eingerichtete Backhaus ist von zahlreichen restaurierten Fachwerkhäusern aus dem 18. Jahrhundert umgeben. Dicht an der Brücke liegt ein auffallend großer Vierseithof - das ehemalige Gut, heute in Privatbesitz. An dieses grenzte zur Werra zu die einstige Werra-Mühle an, nur ein Mühlstein blieb davon erhalten. Südlich der historischen Ortslage trifft man auf die Gleisanlagen mit dem Bahnhof und dem ehemaligen Zechenhaus sowie auf eine ganze Reihe von Wohn- und Geschäftshäusern aus der Zeit um 1900. Nach der Wende entwickelte sich der Ort am östlichen Rand mit einem kleinen Gewerbegebiet an der Finkenliete und mit Wohnsiedlung am Weinberg.

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

Gedenktafel am Friedhof (2008)

Auf dem Friedhof erinnert eine Gedenktafel an die 28 Opfer aus mehreren Ländern (unter ihnen zwei Kinder), die unter unmenschlichen Bedingungen auf dem Gelände der zur Wintershall AG gehörenden Schachtanlage Alexandershall Zwangsarbeit verrichten mussten. Über 1.000 Frauen und Männer wurden bei Bau-, Verlade- und Transportarbeiten unter Tage eingesetzt.[5] Neben der Kirche wurde auf einem Vorplatz das Kriegerdenkmal aufgestellt, es ist ein schlichter vierseitiger Obelisk mit den Namen der Gefallenen der beiden Weltkriege. Ein weiterer Gedenkstein erinnert vor der Heimatstube an die Ersterwähnung des Ortes im Jahre 1302.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bereits nach dem Ersten Weltkrieg war der Aufbau eines Kalischachtes am Ortsrand durch technische Probleme gescheitert. Die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes wurde nach 1945 durch die Randlage an der Staatsgrenze der DDR erheblich behindert. Die Ansiedlung neuer Industrieunternehmen wurde durch die Deutsche Teilung verhindert. Somit bildet der Abbau von Kies und Baustoffen gegenwärtig noch die wichtigste wirtschaftliche Grundlage. Die Mehrzahl der berufstätigen Einwohner pendelt in die Umlandgemeinden zur Arbeit. Die Infrastruktur, insbesondere das Verkehrsnetz, wurde auf die Bedürfnisse der Kaliindustrie abgestimmt, hierzu besteht ein Gleisnetz (noch in Betrieb) zu den aktiven Schachtanlagen bei Herfa-Neurode.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Anschlussstelle 35 (Wildeck-Obersuhl) der A 4 befindet sich im drei Kilometer entfernten Obersuhl. Dankmarshausen ist mit den Nachbarorten Großensee und Dippach über die Landstraße L 2117 verbunden, nach Widdershausen führt die hessische Kreisstraße K 3 ab der Landesgrenze unmittelbar am Ortsrand von Dankmarshausen.[6]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Nördlich der Gemarkung verläuft die Thüringer Bahn Eisenach – Bebra mit den nahen Haltepunkten in Obersuhl, Bosserode und Gerstungen. Diese Bahnstrecke wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im Abschnitt Bebra - Gerstungen um zahlreiche Gleisanschlüsse für die im Werratal befindlichen Kaliförderschächte erweitert. Auch Dankmarshausen erhielt so Bahnanschluss an der Bahnstrecke Gerstungen–Vacha, nach Kriegsende erfolgte ein Rückbau der Bahnstrecke zwischen Phillipstal und Vacha. Der Personenverkehr in Dankmarshausen wurde noch bis 1952 aufrechterhalten, seither verkehren nur noch Güterzüge der Kaliindustrie. Heute wird über die Bahnstrecke der komplette Kalitransport des Werra-Kalirevier abgewickelt.

Busverkehr[Bearbeiten]

Nach Dankmarshausen verkehren folgende Buslinien der Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis mbH [7]

Linie Fahrstrecke
L-52 EisenachMarksuhlDippach – Dankmarshausen – Großensee
L-61 Bad SalzungenDorndorfBerka/WerraDippach – Dankmarshausen
L-65 GerstungenBerka/WerraDippach – Dankmarshausen – Großensee
L-68 GerstungenObersuhl – Dankmarshausen – DippachHeringen (Werra)

Bilder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2.  Geyer, Jahne, Storch: Geologische Sehenswürdigkeiten des Wartburgkreises und der kreisfreien Stadt Eisenach. In: Landratsamt Wartburgkreis, Untere Naturschutzbehörde (Hrsg.): Naturschutz im Wartburgkreis. Heft 8, Druck- und Verlagshaus Frisch, Eisenach und Bad Salzungen 1999, ISBN 3-9806811-1-4, S. 105–108.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 25. Mai 2014. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 26. Mai 2014.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Juni 2010.
  5. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 319, ISBN 3-88864-343-0
  6. Thüringer Landesvermessungsamt TK350 Übersichtskarte - Thüringen, Erfurt (ab 1991)
  7. Fahrplan der Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis mbH

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ludwig Zimmer, Gemeindeverwaltung Dankmarshausen (Hrsg.): Dankmarshausen. ein Heimatbuch. 2002, S. 265..
  • Fritz Kühnlenz: Erlebnisse an der Werra. Heimatgeschichtliche Wanderungen. Greifenverlag, Rudolstadt 1973, S. 323–324.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dankmarshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien