Dankow

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Stadt
Dankow
Данков
Wappen
Wappen
Föderationskreis Zentralrussland
Oblast Lipezk
Rajon Dankow
Bürgermeister Wiktor Ossipow
Gegründet 1568
Stadt seit 1959
Fläche 21 km²
Bevölkerung 21.064 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 1003 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 140 m
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahl (+7) 47465
Postleitzahl 399850–399854
Kfz-Kennzeichen 48
OKATO 42 209 501
Website admlr.lipetsk.ru
Geographische Lage
Koordinaten 53° 15′ N, 39° 9′ O53.2539.15140Koordinaten: 53° 15′ 0″ N, 39° 9′ 0″ O
Dankow (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Dankow (Oblast Lipezk)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Lipezk
Liste der Städte in Russland

Dankow (russisch Данко́в) ist eine Stadt in Russland mit 21.064 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1] Sie liegt am Oberlauf des Don und ist Kreiszentrum innerhalb der Oblast Lipezk. Die Stadt liegt 86 km nordwestlich der Gebietshauptstadt Lipezk.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort entstand 1568 an der Stelle eines alten Städtchens namens Donkow, das zum Rjasaner Fürstentum gehörte und einige Jahrhunderte zuvor von den Tataren verwüstet wurde. Da Dankow zu dieser Zeit an den südlichen Grenzen Russlands lag, war es zunächst als Grenzposten vorgesehen. Mit der Ausdehnung des Reichs im 17. Jahrhundert verlor der Ort jedoch an Bedeutung und war lange Zeit eine arme, überwiegend von der Landwirtschaft lebende Provinzsiedlung. Erst mit der Gebietsreform Ende des 18. Jahrhunderts erhielt Dankow 1778 den Stadtstatus. Nach einem Großbrand im Jahre 1791 wurde die Stadt in weiten Teilen neu bebaut, dabei entstanden mehrere steinerne Kirchengebäude und Kaufmannshäuser.

Im 19. Jahrhundert spielte die Stadt eine größere Rolle in der Produktion von und im Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen, vor allem Getreide. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in der Stadt auch mehrere kleinere Industriebetriebe. 1890 wurde Dankow an das russische Eisenbahnnetz angeschlossen.

Nach der Oktoberrevolution verlor Dankow seine bisherige Bedeutung im Handel, was sogar dazu führte, dass ihm 1924 der Stadtstatus wieder aberkannt wurde. Nachdem jedoch dort 1940 eine chemische Fabrik gebaut wurde, stieg Dankows wirtschaftliche Bedeutung erneut, und 1959 erhielt es den Stadtstatus zurück.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1897 9.121
1959 12.703
1970 20.030
1979 23.246
1989 24.659
2002 23.249
2010 21.064

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Der wichtigste Industriebetrieb Dankows ist die 1940 gegründete Chemiefabrik, außerdem gibt es in der Stadt kleinere Betriebe der Leicht- und Nahrungsmittelindustrie. In der Umgebung wird Dolomit abgebaut und in einer Fabrik verarbeitet. Ansonsten wird im Rajon Dankow vor allem Landwirtschaft betrieben.

Die Stadt verfügt über einen Fernbahnhof mit Direktverbindungen unter anderem zum Pawelezer Bahnhof in Moskau.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Stadt gibt es ein Heimatmuseum, das in einem ehemaligen Kirchengebäude aus dem Jahr 1790 untergebracht ist. Eine weitere historische Kirche, die Wladimir-Kirche aus dem Jahr 1799, findet man im zehn Kilometer entfernten Dorf Balownewo. Rund 20 km östlich Dankows liegt der Bahnhof Astapowo, in dessen Gebäude 1910 der berühmte Schriftsteller Leo Tolstoi verstarb.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dankov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien