Danny Kaye

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Danny Kaye (1986)
Danny Kaye (25. Oktober 1945 in Japan)

Danny Kaye (* 18. Januar 1913 in Brooklyn, New York City; † 3. März 1987 in Los Angeles, Kalifornien; eigentlich Daniel David Kaminsky) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Komiker und Sänger. Er war über viele Jahre einer der beliebtesten Komiker Amerikas und spielte Hauptrollen in Komödien wie Der Hofnarr und Weiße Weihnachten

Leben[Bearbeiten]

Schauspielkarriere[Bearbeiten]

Als Sohn jüdischer Einwanderer aus der Ukraine (sein Vater war Schneider) erlebte er seine Kindheit weitgehend in bescheidenen Verhältnissen. Er verließ die Schule mit 13 Jahren und lernte die Grundzüge des Showbusiness in dem berühmten „Borscht-Gürtel“ der Catskills. 1933 schloss er sich dem Tanzpaar Dave Harvey und Kathleen Young an. In der Premierenvorstellung verlor er die Balance, und das Publikum brach in Gelächter aus. Umgehend baute Kaye dieses Missgeschick in seine Rolle ein.

Mit der „Straw Hat Revue“ hatte der rothaarige Kaye 1939 sein Broadway-Debüt. Das darauf folgende Musical Lady in the Dark (1941) verhalf ihm zum Durchbruch beim Publikum und den Agenten. In 39 Sekunden ratterte er in einem Song mit dem Namen „Tschaikowsky“ mehr als fünfzig mehrsilbige russische und polnische Komponistennamen herunter. Eine ähnliche Schnellsprechleistung absolvierte Kaye auch in Der Hofnarr (The Court Jester, 1956) („The pellet with the poison's in the vessel with the pestle; the chalice from the palace has the brew that is true.“). Dieses führte zu seinem Titel als „schnellste Klappe Hollywoods“.

1940 heiratete Kaye Sylvia Fine, die für ihn von da an auch die Rolle einer Managerin übernahm. Praktisch alle seine Liedtexte und viele seiner Moderationen verfasste sie fortan.

Während der 1950er- und 1960er-Jahre setzte Kaye seine Arbeit in Filmen fort und bekam 1963 mit der „Danny Kaye Show“ auch seine eigene Fernsehshow, die ein Riesenerfolg wurde und ihm bereits im ersten Jahr einen Emmy einbrachte. Im Fernsehen übernahm er auch die Rolle des Captain Hook in Peter Pan (1976) und des Meister Geppetto in Pinocchio (1976).

Im Film hatte Danny Kaye herausragende Erfolge wie 1947 in „Das Doppelleben des Herrn Mitty“ (The Secret Life of Walter Mitty) neben Virginia Mayo, die auch in vielen anderen Filmen seine Partnerin spielte, sowie Boris Karloff der vor allem als Frankenstein - Monster in den 1930-Jahren Horrorfilmen berühmt wurde. Oder 1954 in Weiße Weihnachten (White Christmas) an der Seite von Bing Crosby, der das bekannte Weihnachtslied „White Christmas“, diesmal in einem Technicolorfilm ein weiteres Mal sang, und neuerlichen großen Erfolg damit feiern konnte. Sowie, wie oben erwähnt, 1956 in dem Ritterfilm „Der Hofnarr“ (The Court Jester), wo es mit ihm hervorragende Fechtduell-Szenen gibt. Unter anderem mit Basil Rathbone, der ein Weltklasse-Fechter in Hollywood-Filmen war, sagte über Danny Kaye, der niemals zuvor gefochten hatte, er sei ein Naturtalent. Kaye sei nach lediglich drei Wochen Training so gut gewesen wie er selber.

In „Jakobowsky und der Oberst“ (Me and the Colonel, 1958) brillierte Kaye an der Seite von Curd Jürgens. Die Rolle brachte ihm den zweiten Golden Globe ein, den er zuvor schon einmal für „An der Riviera“ (On the Riviera, 1951) erhalten hatte.

1981 trat er zusammen mit den New Yorker Philharmonikern als Dirigent in „An Evening with Danny Kaye“ mit vielen weltbekannten klassischen Stücken auf. Die Show zugunsten der Pensionskasse der Orchestermusiker fand im Lincoln Center statt, die Eröffnungsnummer dirigierte Zubin Mehta. Seinen letzten Auftritt hatte er 1986 in der Bill-Cosby-Show. Er spielte in der Folge Wer hat Angst vorm Zahnarzt? den Zahnarzt Dr. Burns.

Kaye starb an einem Herzanfall infolge einer Hepatitis, die durch eine verseuchte Bluttransfusion während einer vier Jahre zuvor erfolgten Bypass-Operation ausgelöst wurde.

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Danny Kaye 1955 auf einer Promotiontour für Unicef in den Niederlanden

Als starker Verfechter der ins Praktische gewendeten Idee sozialer Verantwortung begann Kaye 1954 seine langjährige Tätigkeit als Botschafter für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF). Im selben Jahr erhielt er einen Ehren-Oscar für sein auch schon zuvor geleistetes humanitäres Engagement. Den Einsatz für die UNICEF führte er bis ins hohe Alter fort.

Es gelang ihm, mit Benefiz-Konzerten zehn Millionen Dollar für UNICEF zu sammeln, unter anderem mit dem Musikstück „Der Hummelflug“ von Rimski-Korsakow, das er mit einer Fliegenklatsche dirigierte. Als UNICEF 1965 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, wurde Danny Kaye dazu bestimmt, ihn für die Organisation entgegenzunehmen.

Ehrungen[Bearbeiten]

Danny Kayes Hand- und Fußabdrücke sind links vor dem „Grauman's Chinese Theatre“ in Hollywood verewigt. Auf dem „Walk of Fame“ sind bei 6563 sowie bei 6101 und bei 6125 Hollywood Blvd. seine Sterne in den Weg eingelassen. Er war einer der wenigen Künstler, von dem dort sogar drei Sterne eingelassen wurden.

Der Asteroid (6546) Kaye wurde nach ihm benannt.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Kinofilme

  • 1945: Der Wundermann (Wonder Man)
  • 1946: Der Held des Tages (The Kid from Brooklyn)
  • 1947: Das Doppelleben des Herrn Mitty (The Secret Life of Walter Mitty)
  • 1948: Die tollkühne Rettung der Gangsterbraut Honey Swanson (A Song Is Born)
  • 1949: Judy erobert Hollywood (It's a Great Feeling)
  • 1949: Die sündige Stadt (auch: Der falsche Revisor, The Inspector General)
  • 1951: An der Riviera (On the Riviera)
  • 1952: Hans Christian Andersen und die Tänzerin (Hans Christian Andersen)
  • 1954: Die Lachbombe (Knock on Wood)
  • 1954: Weiße Weihnachten (White Christmas)
  • 1956: Der Hofnarr (The Court Jester)
  • 1958: König der Spaßmacher (Merry Andrew)
  • 1958: Jakobowsky und der Oberst (Me and the Colonel)
  • 1959: Die fünf Pennies (The Five Pennies)
  • 1961: General Pfeifendeckel (On the Double)
  • 1969: Die Irre von Chaillot (The Madwoman of Chaillot)

Fernsehen

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Friedland: The secret life of Danny Kaye. Allen Publ., London 1985.
  • Martin Gottfried: Nobody's fool. The lives of Danny Kaye. Simon & Schuster, New York 1994, ISBN 0-671-86494-7.
  • Peter Kranzpiller: Danny Kaye (Stars der Kinoszene; Bd. 35). Verlag für Filmliteratur, Vogt 2003.
  • Kurt Singer: The Danny Kaye Story. Nelson, New York 1958.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Danny Kaye – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien