Danton-Klasse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flag of France.svg
Dreanoughts Danton.jpg
Übersicht
Typ: Linienschiff
Einheiten: 6
Technische Daten[A 1]
Verdrängung: Standard: 17.879 t
Konstruktion: 18.694 t
Maximal: 19.761 t
Länge: Konstruktions-Wasserlinie: 144,9 m
über alles: 146,6 m
Breite: 25,8 m
Tiefgang: 9,2 m
Bewaffnung: 4 x 30,5 cm L/45
12 x 24 cm L/49
16 x 7,6 cm
10 x 47 mm
2 x 45 cm Torpedorohre
Panzerung: Gürtel: 270 mm
Hauptdeck: 48 mm
Unterdeck: 45 mm
Haupttürme: 300 mm
Weitere Türme: 200 mm
Antrieb: 26 Belleville- oder Niclausse-Kessel (Kohle)
4 Parsons-Turbinen
4 Schrauben über 4 Wellen
22.500 Wellen-PS
Geschwindigkeit: 19,25 kn
Bunkermenge (Kohle): 980 t normal
3424 t maximal
Reichweite: 3.370 Seemeilen bei 10 Knoten
1.750 Seemeilen bei 18 Knoten
Besatzung: 921 Mann
Diderot
Stapellauf der Voltaire am 16. Januar 1909

Die Danton-Klasse war eine Klasse von Linienschiffen der französischen Marine zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Danton-Klasse stellte einen Übergangstyp zwischen den Einheitslinienschiffen der Vor-Dreadnought-Ära und dem Dreadnought-Typ dar. Die Schiffe waren bereits bei Baubeginn überholt, blockierten aber Werftkapazitäten und andere Ressourcen der französischen Marine.

Technische Daten[Bearbeiten]

Mit einer Konstruktionsverdrängung von 18.400 ts waren die Schiffe der Danton-Klasse deutlich größer als die der vorangehenden Klassen. Sie erhielten eine verstärkte Artilleriebewaffnung. Im Gegensatz zur zeitgenössischen HMS Dreadnought hatte die Hauptbewaffnung jedoch kein einheitliches Kaliber. Neben den für Einheitslinienschiffe typischen 4 30,5-cm-Geschützen in zwei Doppeltürmen trugen die Schiffe eine halbschwere Artillerie von 12 24-cm-Geschützen in sechs Doppeltürmen an den Schiffseiten. Eine regelrechte Mittelartillerie hatten die Schiffe nicht, zur Abwehr von Torpedobooten waren noch 16 7,5-cm-Geschütze in Kasematten und 10 47-mm-Geschütze an Bord. Außerdem verfügten die Schiffe über je ein Unterwasserrohr für 45-cm-Torpedos auf jeder Seite.

Fortschrittlich für die Zeit war der Antrieb durch vier Parsons-Dampfturbinen, die auf vier Schrauben wirkten und von 26 kohlegefeuerten Niclausse- oder Belville-Kesseln gespeist wurden. Sie verliehen den Schiffen eine Geschwindigkeit von 19,25 kn.

Der Wasserlinienpanzer über den Vitalia betrug 270 mm und verringerte sich zu den Schiffsenden hin auf 150 mm. Der Horizontalschutz bestand aus zwei Panzerdecks von 48 mm und 45 mm. Die Panzerung der schweren Artillerie betrug 300 mm an den Türmen und 280 mm an den Barbetten. Bei der mittelschweren Artillerie waren es 220 mm an Türmen und Barbetten. Der Kommandoturm war mit 300 mm geschützt. Die Schiffe hatten Torpedoschotts von 45 mm Stärke und eine sorgfältig ausgeführte wasserdichte Unterteilung, wodurch sie Unterwasserschäden gut widerstanden: Die Danton konnte bei ihrer Versenkung durch zwei Torpedotreffer über eine halbe Stunde gehalten werden, die Voltaire überstand zwei Torpedotreffer durch das österreichische U-Boot UB 40.

Als die Mirabeau als letztes Schiff im Mai 1908 auf Kiel gelegt wurde, hatte die britische Marine die Dreadnought bereits über ein Jahr in Dienst, die Bellerophon-Klasse war von Stapel gelaufen und die St. Vincent-Klasse im Bau. Auch Deutschland und die USA bauten bereits vollwertige Dreadnoughts. Es gab in der französischen Marine Vorschläge, die überholte gemischtkalibrige schwere Artillerie durch eine einheitliche Bewaffnung mit 30,5 cm- oder 24-cm-Geschützen [A 2] zu ersetzen. Diese kamen nicht zur Ausführung. Da die französische Marine die Klasse zu Ende baute, konnte sie erst 1910 mit der Courbet-Klasse Großlinienschiffe auf Stapel legen, die technisch einigermaßen auf der Höhe ihrer Zeit waren.

Geschichte und Verbleib[Bearbeiten]

Alle sechs Schiffe wurden während des Ersten Weltkrieges im Mittelmeer eingesetzt. Die Vergniaud war am 16. August 1914 in der Adria an der Versenkung des österreichisch-ungarischen Kreuzers SMS Zenta durch die französische Mittelmeerflotte beteiligt. Die Mirabeau und die Vergniaud wurden 1919 im Schwarzen Meer im Rahmen der Intervention der Westmächte gegen die Bolschewisten eingesetzt.

Der Verbleib der Schiffe im Einzelnen:

  • Danton (Werft: Arsenal de Brest, Brest, Stapellauf 4. Juli 1909): Am 19. März 1917 südlich Sardiniens durch zwei Torpedos des deutschen U-Bootes SM U 64 versenkt.
  • Condorcet (Werft: Chantiers de la Loire, St. Nazaire, Stapellauf 20. April 1909): 1931 gestrichen, seitdem für Hilfsaufgaben verwendet. Beim Einmarsch deutscher Truppen in Toulon am 27. November 1942 beschädigt, im August 1944 durch US-amerikanischen Luftangriff versenkt, nach dem Krieg geborgen und bis 1959 abgewrackt.
  • Diderot (Werft: Chantiers de Penhoët, St. Nazaire, Stapellauf 19. April 1909): 1936 gestrichen, 1937 abgewrackt.
  • Voltaire (Werft: Forges et Chantiers de la Méditerranée (FCM), La Seyne-sur-Mer, Stapellauf 16. Januar 1909): 1935 gestrichen, 1939 abgewrackt.
  • Mirabeau (Werft: Arsenal de Lorient, Lorient, Stapellauf 28. Oktober 1909): Am 13. Februar 1919 durch Strandung an der Krim beschädigt, nicht wieder dienstfähig gemacht, als Zielschiff verwendet.
  • Vergniaud (Werft: Chantiers de la Gironde, Bordeaux, Stapellauf 12. April 1910): 1919 Reserve, 1921 gestrichen, anschließend für Versuche verwendet, 1929 abgewrackt.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Die Daten stammen aus Breyer: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer. Die Gewichtsangaben wurden in Tonnen umgerechnet. Jane's und Weyers Taschenbuch der Kriegsflotten 1914 geben leicht abweichende Panzerstärken an.
  2. Die hätten zwar eine erheblich geringere Durchschlagskraft und Trefferwirkung als die 30,5-cm-Geschütze gehabt, hätten aber wenigstens eine einheitliche Feuerleitung ermöglicht und damit die Trefferaussichten auf größere Entfernungen erheblich verbessert.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Danton-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  • Siegfried Breyer: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905-1970. J. F. Lehmanns Verlagsgesellschaft mbH, München 1970, ISBN 3-88199-474-2.
  • Jane's Battleships of the 20th Century. Harper Collins Publishers, London 1996, ISBN 0-004-70997-7.