Dar Fertit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dar Fertit (weitere Schreibweise Dar Fartit) ist ein historischer Begriff für die Niederungen des südlichen Darfur (Dar Fur) und des östlichen Hochlands im Osten der heutigen Zentralafrikanischen Republik, der den Nebenfluss Weißen Nil beinhaltet.

Diese Region umfasst Teile des Nordostens und Nordwestens in Sudan und Südsudan. Gegenwärtig ist es ein Sammelbegriff für Nicht-Dinka, Nicht-Araber, Nicht-Luo von Bahr el Ghazal-Gruppen der Staaten im Südsudan. In der Vergangenheit sowie in der heutigen Zeit war die Region die Heimat für viele ethnische Gruppen und Sprachen. Der Name ist irreführend, denn obwohl dār "Heimat" bedeutet, gibt es in kein Volk Namens „Fertit“. Seit 1840 wurde die Region, zusammen mit dem heutigen Südsudan, von keinem anderen Staat beansprucht. Nicht einmal die muslimischen Sultane, die dort Sklavenhandel betrieben, beanspruchten das Gebiet. 1873 annektierte Ägypten unter dem Osmanischen Reich das Gebiet und expandierte um den weißen Nil herum.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Region hat einen menschenfeindlichen Boden, der in der Regenzeit als unpassierbar gilt. Von 1700 an wurden Dar Fur und andere muslimische Sultanate oft überfallen, um Menschen zu versklaven oder eben jenige wieder abzugeben. Der Name "Fertit", dessen Etymologie geschichtlich verloren gegangen ist, wurde der Bevölkerung südlich von Darfur übertragen und ist signifikant für Nicht-Muslime die rechtlich nicht zu versklaven sind. Während der Jahre 1800 flohen einzelne sowie ganze Völker aus dem Westen und Norden auf der Suche nach Schutz vor Überfällen oder Angst vor Sklaverei nach „Dar Fertit“. Als Ägypten in den Süden Sudans expandierte, erhielten private Kaufleute eine Konzession die es Ihnen erlaubte, Elfenbein zu fördern und weitere Menschen als Sklaven zu unterjochen. Diese Kaufleute agierten außerhalb ihrer Festungen die sie eigens errichteten, genannt zaribas.

Mitte des Jahres 1800 eroberte Al-Zubayr Rahma, einer der Sklavenhändler, Dar Fertiti und nahm es als seinen persönlichen Besitz an.

Literatur[Bearbeiten]

  • Edward Lewis: The Kafia Kingi enclave: People, politics and history in the north–south boundary zone of western Sudan. London u. Nairobi: Rift Valley Institute (RVI), 2010.