Dardanellengeschütz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das getrennte Dardanellengeschütz

Das Dardanellengeschütz ist ein osmanisches Riesengeschütz aus Bronze aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Es ist das größte und schwerste erhaltene Geschütz des 15. Jahrhunderts und befindet sich in der Ausstellung der Royal Armouries im englischen Hampshire.[1][2]

Beschreibung[Bearbeiten]

Das zweiteilige Rohr hat ein Gewicht von 16,8 t[3] bei einer Gesamtlänge von 518 cm und einer Kammerlänge von 215 cm. Es konnte Kugeln von 63 cm Durchmesser und 340 kg Gewicht verschießen. Zum einfacheren Transport und zur Ladung sind Lauf (Seele) und Kammer durch eine Schraubverbindung trennbar. Dabei war die gegossene Schraubverbindung so exakt gearbeitet, dass sie gasdicht abschloss.[2]

Technische Daten[Bearbeiten]

  • Geschütztyp: Hauptbüchse
  • Geschützklasse: Riesengeschütze (Steinbüchsen)
  • Bauart: zweiteiliges gegossenes Bronzegeschütz
  • Gesamtlänge: 5.180 mm[2], 5.385 mm[4]
  • Kaliber: 635 mm
  • Seelenlänge:
  • Kammerlänge: 2.150 mm mit Gewindestück
  • Außendurchmesser: 1.054 mm
  • Gewicht: 16.800 kg[3]
  • Munition: Stein- oder Eisenkugeln
  • Kugeldurchmesser: 630 mm
  • Kugelmasse: 340 kg[2], 304 kg[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dardanellengeschütz wurde 1464 von Munir Ali zusammen mit 16 weiteren Riesengeschützen für Sultan Mehmed II. gegossen, der damit die griechische Stadt Rhodos belagerte. Ähnliche Riesengeschütze wurden von Urban in Auftrag des Sultans angefertigt. Vergleichbar ist insbesondere das „Konstantinopel-Geschütz“. Anlässlich eines Staatsbesuches im Jahre 1866 schenkte Sultan Abdülaziz das Dardanellengeschütz der englischen Königin Victoria.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Volker Schmidtchen: Bombarden, Befestigungen, Büchsenmeister. Droste, Düsseldorf 1977, ISBN 3-7700-0471-x, S. 40-42.
  •  Peter H Kunz: Technische Entwicklung der Feuerwaffen 1200 bis 1900. Editions à la carte, Zürich 2008, ISBN 978-3-905708-18-9, S. 105 (Auszug PDF).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Royal Armouries Inventarnummer: R1998.068
  2. a b c d e  Volker Schmidtchen: Bombarden, Befestigungen, Büchsenmeister. Droste, Düsseldorf 1977, ISBN 3-7700-0471-x, S. 40-42.
  3. a b c Datenblatt auf Royal Armouries (englisch)
  4.  Peter H Kunz: Technische Entwicklung der Feuerwaffen 1200 bis 1900. Editions à la carte, Zürich 2008, ISBN 978-3-905708-18-9, S. 105 (Auszug PDF).

Weblinks[Bearbeiten]