Darfield-Erdbeben von 2010

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Darfield-Erdbeben von 2010
Darfield-Erdbeben von 2010 (Neuseeland)
Quake pointer.svg
Koordinaten 43° 33′ 0″ S, 172° 10′ 12″ O-43.55172.17-10000Koordinaten: 43° 33′ 0″ S, 172° 10′ 12″ O
Datum 4. September 2010
Uhrzeit 4:35 Uhr Ortszeit
Intensität auf der MM-Skala Vorlage:Infobox Erdbeben/Wartung/Vorlage mit Intensität
Magnitude 7,1 MW Vorlage:Infobox Erdbeben/Wartung/Vorlage mit Magnitude
Tiefe 10 km
Epizentrum Darfield

(40 km westlich von Christchurch)

Land Neuseeland
Betroffene Orte

Christchurch

Tsunami nein
Verletzte 2
Sachschaden geschätzte 5 bis 6 Mrd. NZ$[1]


Straße am Avon River in Christchurch

Das Darfield-Erdbeben von 2010, auch als Christchurch-Erdbeben von 2010 bekannt, war mit der Stärke 7,1 MW und den verursachten Schäden in der Stadt Christchurch, das bis zu diesem Zeitpunkt folgenschwerste Erdbeben in Neuseeland seit dem Hawke’s-Bay-Erdbeben im Jahr 1931, bei dem die Stadt Napier fast vollständig zerstört wurde.[2] Mit zwei Schwerverletzten in der Stadt Christchurch verlief das Beben vergleichsweise glimpflich. In Bezug auf Schäden an Gebäuden und Infrastruktur waren die Zerstörungen allerdings erheblich. Mit geschätzten 5 bis 6 Mrd. NZD (ca. 2,8 bis 3,5 Mrd. Euro) Kosten galt das Beben vom 4. September als das bis dahin teuerste Erdbeben in der Geschichte Neuseelands.[1]

Tektonischer Hintergrund[Bearbeiten]

Das Erdbeben ereignete sich infolge einer Blattverschiebung innerhalb der Kruste der Pazifischen Platte in der Nähe der östlichen Ausläufer der Südalpen, am westlichen Rand der Canterbury Plains.

Gebäude in Christchurch

Das Erdbebenzentrum lag etwa 40 km westlich von Christchurch nahe der Stadt Darfield und damit 80–90 km südlich und östlich des eigentlichen Verlaufes der Grenze zwischen der Australischen und Pazifischen Platte durch die Insel (entlang der Alpinen Verwerfung und der Hope-Verwerfung). Das Erdbeben, obwohl es sich nicht direkt an der Plattengrenze ereignete, spiegelt die rechtsseitige Bewegung an einer der zahlreichen regionalen Verwerfungen wider, die mit der allgemeinen Bewegung dieser Platten in Verbindung steht und wohl im Zusammenhang mit der allgemeinen südlichen Ausbreitung des Marlborough-Verwerfungssystem in jüngster geologischer Zeit gesehen werden muss.[3]

Das Darfield-Erdbeben vom 4. September ereignete sich etwa 50 km südöstlich der Stelle, an der sich am 9. März 1929 ein Erdbeben mit der Stärke 7,1 MS am Arthur’s Pass ereignet hatte (siehe Arthur’s-Pass-Erdbeben von 1929).

Das Beben[Bearbeiten]

Das Hauptbeben, das sich ohne Vorwarnung am Morgen des 4. September 2010 gegen 4:35 Uhr ereignete, wurde von Menschen als extrem starkes und als ein langes, rollendes und nicht enden wollendes Beben empfunden.[4] Es trat in einer Falte auf, die seit mindestens 16.000 Jahren nicht mehr aktiv war.[5]

Historische Kirche St John in Hororata

Südlich von Darfield entstand durch das Beben eine in östlicher Richtung, direkt nach Christchurch verlaufende 22 km lange Verwerfung, die in ihrer Mitte einen bis zu 4 Meter großen seitlichen Versatz aufwies.[6] In Christchurch selbst wurden nach Einschätzungen von Rettungskräften mehr als 500 Gebäude stark beschädigt oder zum Einsturz gebracht.[7] Von den beschädigten Gebäuden müssen nach derzeitigen Schätzungen wohl viele abgerissen werden.[8]

In dem kleinen Ort Hororata, 15 km südwestlich von Darfield entfernt, wurde die historische Kirche von St John schwer beschädigt. Sie wurde damit neben den Schäden in Christchurch zum Symbol der Zerstörungen durch das Erdbeben.[9]

Über 270 Nachbeben ab der Stärke 3 wurden in folgenden fünf Tagen nach dem Hauptbeben registriert. 150 davon waren für die Bewohner der Gegend spürbar. Davon lagen 60 im Bereich der Erdbebenstärken 4 bis 4,9 und 10 Nachbeben wiesen Stärken von 5 bis 5,5 MW, gemessen jeweils auf der Momenten-Magnituden-Skala, auf.[10] Geologen der GNS Science warnten von weiteren Nachbeben, die unter Umständen auch Stärken von über 6 erreichen könnten.[5] Das folgenreichste Nachbeben mit einer Stärke von 6,3 MW ereignete sich am 22. Februar 2011 und richtete trotz der geringeren freigesetzten Energie erheblich größeren Schaden als das Hauptbeben an.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Darfield-Erdbeben von 2010 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Quake blow to economic prospects. Otago Daily Times, 24. Februar 2011, abgerufen am 24. Februar 2011 (HTML, englisch).
  2. M 7.8, Hawke's Bay, 3 February 1931. GeoNet - GNS Science, abgerufen am 7. April 2013 (HTML, englisch).
  3. Magnitude 7.0 - SOUTH ISLAND OF NEW ZEALAND 2010 September 03 16:35:46 UTC Summary (Englisch) United States Geological Survey. 3. September 2010. Abgerufen am 7. September 2010.
  4. Mayor: Quake hit city 'like an iceberg'. New Zealand Herald, 4. September 2010, abgerufen am 4. September 2010 (HTML, englisch).
  5. a b Fault lay quiet for at least 16,000 years. New Zealand Herald, 7. September 2010, abgerufen am 7. September 2010 (HTML, englisch).
  6. New faultline formed – aerial flyover. New Zealand Herald, 7. September 2010, abgerufen am 7. September 2010 (HTML, Flash player, englisch, Video der GNS Science).
  7. Hunderte übernachten in Notunterkünften. Tagesschau, 5. September 2010, abgerufen am 31. August 2012 (HTML, deutsch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar, Link auf WaybackMachine vom 8. September 2010).
  8. New Zealand assesses quake damage. BBC News – Asia-Pacific, 5. September 2010, abgerufen am 5. September 2010 (HTML, englisch).
  9. Historic church devastated by quake. TVNZ News, 8. September 2010, abgerufen am 8. September 2010 (HTML, englisch).
  10. 270 aftershocks and counting... TVNZ News, 8. September 2010, abgerufen am 8. September 2010 (HTML, englisch).
  11. M 6.3, Christchurch, 22 February 2011. GeoNet - GNS Science, abgerufen am 7. April 2013 (HTML, englisch).

Siehe auch[Bearbeiten]