Daring-Klasse (2006)
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HMS Dauntless |
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Die Lenkwaffenzerstörer der Daring-Klasse, auch bekannt als Type 45, lösen seit 2009 die bisherigen Zerstörer der Sheffield-Klasse (Type 42) der britischen Royal Navy ab. Großbritannien wird mit ihnen nach eigenen Angaben die modernste Zerstörerflotte der Welt erhalten. Die Schiffe werden von BAE Naval Systems und VT gebaut.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Entwicklung [Bearbeiten]
Nach dem Scheitern des NFR-90-Projektes Ende der 1980er Jahre plante Großbritannien in den 1990er Jahren gemeinsam mit Frankreich und Italien den Bau einer neuen Multifunktionsfregatte. Im Verlauf des Projektes Horizon wurde jedoch deutlich, dass sich die Vorstellungen Großbritanniens deutlich von denen der Partner unterschieden. 1999 stieg Großbritannien aus dem Projekt aus und beauftragte British Aerospace, das bereits am Horizon-Projekt beteiligt war, mit der Konstruktion der Zerstörer des Type 45. Hierbei profitierte man von den bereits gesammelten Erfahrungen mit dem ursprünglichen Projekt. Insgesamt wurde der Bedarf für zwölf Zerstörer festgestellt, die Bestellung wurde jedoch 2004 auf acht Schiffe reduziert. Am 19. Juni 2008 teilte Staatssekretär Bob Ainsworth schließlich mit, dass nur sechs Einheiten der Daring-Klasse gebaut werden und die Option auf das siebte und achte Schiff der Klasse nicht genutzt wird.[1]
Bau [Bearbeiten]
Die Zerstörer der Daring-Klasse werden in Modulbauweise gefertigt. Sie sind die ersten britischen Kriegsschiffe, bei denen die Rumpfsegmente an unterschiedlichen Standorten gebaut werden. Das Heck wird von BAE Systems in Govan gefertigt, der Mittelteil, inklusive der Brücke, von BAE Systems in Scotstoun und der Bug von VT Group in Portsmouth. Der Schornstein und die Mastaufbauten werden ebenfalls von VT in Portsmouth produziert. Die einzelnen Module werden schließlich in Govan zusammengebaut, wo auch der Stapellauf der Zerstörer stattfindet. Lediglich das erste Schiff der Klasse, die Daring wurde aus Kapazitätsgründen in Scotstoun zusammengebaut und zu Wasser gelassen. Die Endausstattung aller Schiffe sowie die Installation von Masten, Schornstein und Propellern erfolgt anschließend in Scotstoun. Die Kosten für jedes Schiff werden rund 1,1 Mrd. Pfund betragen.[2]
Erprobung und Indienststellung [Bearbeiten]
Im März 2003 begann der Bau des ersten Zerstörers, der zukünftigen Daring. Als erstes Schiff ihrer Klasse begann sie am 18. Juli 2007 ihre Testfahrten im Nordatlantik. Hierbei zeigte sich, dass der Treibstoffverbrauch um 75 Prozent geringer ist als der der Zerstörer der Sheffield-Klasse. Während der ersten Erprobungsfahrten wurde eine Maximalgeschwindigkeit von 31,5 Knoten erreicht, ursprünglich waren nur 29 Knoten vorgesehen. Aus dem Stand beschleunigte der Zerstörer innerhalb von 70 Sekunden auf 29 Knoten, der Bremsweg beträgt bei einer Geschwindigkeit von 30 Knoten 840 Meter.[3] Die HMS Daring wurde am 23. Juli 2009 in Dienst gestellt, das letzte Schiff wird voraussichtlich 2014 folgen.[4]
Einsatz [Bearbeiten]
Der erste längere Einsatz erfolgte durch HMS Daring, dieser begann Anfang 2012 und führt das Schiff an den Persischen Golf, während die HMS Dauntless 2012 eine Atlantikumrundung absolvierte, Bestandteil war auch eine kürzere Zeit als Stationsschiff im Südatlantik (Falklandinseln und Südgeorgien). HMS Diamond löste ihre älteste Schwester in der zweiten Jahreshälfte am Golf ab.
Einsatzspektrum [Bearbeiten]
Im Vergleich zu ihren Vorgängern der Sheffield-Klasse werden die neuen Zerstörer knapp doppelt so groß und mit deutlich moderneren Waffensystemen ausgestattet sein. Durch modernere Antriebs- und Kommunikationstechnologie werden die Schiffe zudem leistungsfähiger und kostengünstiger als die Sheffield-Klasse. Gleichzeitig soll eine höhere Flexibilität bei Einsätzen in aller Welt gewährleistet sein. Dazu gehören unter anderem kürzere Wartungs- und Reparaturphasen. Während die heutigen Zerstörer durchschnittlich etwa 230 Tage pro Jahr im Einsatz sind, sollen es bei der Daring-Klasse über 300 Tage sein. Aus Sicht des Verteidigungsministeriums in London sollen dadurch sechs Schiffe ausreichen um die bisherigen 11 Zerstörer zu ersetzen. Gemeinsam mit den neuen Flugzeugträgern der Queen Elizabeth-Klasse, den Atom-U-Booten der Astute-Klasse und den Fregatten des FSC-Programms sollen die Zerstörer die Leistungsfähigkeit der Royal Navy weiter erhöhen.
Kritik [Bearbeiten]
Wie auch bei anderen Rüstungsprojekten kam es im Verlauf der Entwicklung zu mehrfachen Budgetkürzungen. Diese führten dazu, dass nur sechs anstatt der ursprünglich geplanten zwölf Zerstörer gebaut werden sollen. Kritiker dieser Entscheidung befürchten, dass hierdurch nicht zu jedem Zeitpunkt eine adäquate Luftabwehr für britische Flottenverbände bereitstehen könnte. Das Verteidigungsministerium wies hingegen darauf hin, dass die neuen Zerstörer deutlich leistungsfähiger und weniger wartungsintensiv seien, weshalb acht Schiffe ausreichen würden, um die bisherigen zwölf Zerstörer zu ersetzen.
Weitere Kritik gab es an den Einsparungen bei den Waffensystemen. Die geplante 15,5-cm-Kanone wurde aus Kostengründen durch eine 11,4-cm-Kanone ersetzt; anstatt eines raketenbasierten CIWS wird das veraltete Phalanx System eingesetzt und es werden nur Stingray-Torpedos zum Einsatz durch Hubschrauber mitgeführt, auf bordeigene Torpedosysteme wird verzichtet. Auch Seezielflugkörper und Marschflugkörper werden entgegen ursprünglichen Planungen nicht installiert. Nach Aussage des Verteidigungsministeriums ist die nachträgliche Ausstattung sämtlicher Zerstörer mit diesen Waffensystemen zu einem späteren Zeitpunkt geplant, beim Bau sei dies bereits berücksichtigt worden. Der ausschließliche Grund für die nachträgliche Installation sei, dass einige Systeme zum Zeitpunkt der Indienststellung der ersten Zerstörer noch nicht die Serienreife erlangt haben würden. Der ehemalige Oberbefehlshaber der Marine, Admiral Sir Alan West, sagte hierzu:[5]
„The ships are not the best that we could build, but [...] the armament enhancements to the later ships will improve their capabilities considerably (dt. Diese Schiffe sind nicht die besten, die wir bauen könnten, aber [...] die zusätzlichen Waffensysteme der späteren Schiffe werden ihre Fähigkeiten deutlich steigern).“
Einheiten [Bearbeiten]
Nachdem das letzte Baulos der Fregatten des Type 22 Namen trug, die auf C begannen, wählte man für die neuen Zerstörer des Type 45 solche mit dem Anfangsbuchstaben D. Heimathafen ist Portsmouth.
| Kennung | Schiff | Stapellauf | In Dienst | Verbleib |
|---|---|---|---|---|
| D32 | HMS Daring | 1. Februar 2006 | 23. Juli 2009 [4] | aktiv |
| D33 | HMS Dauntless | 23. Januar 2007 | 3. Juni 2010 | aktiv |
| D34 | HMS Diamond | 27. November 2007 | 6. Mai 2011 | aktiv |
| D35 | HMS Dragon | 17. November 2008 | 20. April 2012 | aktiv |
| D36 | HMS Defender | 21. Oktober 2009 | 21. März 2013 | aktiv |
| D37 | HMS Duncan | 11. Oktober 2010 | 2014 | Seeversuche (ab 08/2012) |
Weblinks [Bearbeiten]
- Informationen auf der offizielle Seite der Royal Navy
- Ausführliche und aktuelle Informationen zur Daring-Klasse
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Type 45 Destroyers, House of Commons. 19. Juni 2008.
- ↑ BBC News: Destroyers late and over budget, 13. März 2009.
- ↑ HMS Daring Information – Completion of Stage One Sea Trials, BAE Systems. 14. August 2007.
- ↑ a b HMS Daring is commissioned into the fleet, Ministry of Defence. 23. Juli 2009.
- ↑ Beedall, Richard. Type 45 ("D" Class) Destroyer Daring Class - Part 1, Navy Matters.