Dariusz Michalczewski

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Anleitung: Neutraler Standpunkt Die Neutralität dieses Artikels oder Abschnitts ist umstritten. Eine Begründung steht auf der Diskussionsseite. Weitere Informationen erhältst du hier.
Dariusz Michalczewski Boxer
Dariusz Michalczewski, Dezember 2007

Dariusz Michalczewski, Dezember 2007

Daten
Geburtsname Dariusz Michalczewski
Kampfname Tiger
Gewichtsklasse Halbschwergewicht
Nationalität PolenPolen polnisch
DeutschlandDeutschland deutsch
Geburtstag 5. Mai 1968
Geburtsort Danzig (poln. Gdańsk)
Stil Linksauslage
Größe 1,85 m
Kampfstatistik
Kämpfe 50
Siege 48
K.-o.-Siege 38
Niederlagen 2

Dariusz Michalczewski (* 5. Mai 1968 in Danzig) ist ein ehemaliger polnisch-deutscher Boxer, der von 1994 bis 2003 Weltmeister im Halbschwergewicht war. Aufgrund seines offensiven Boxstils wurde er in Deutschland unter dem Spitznamen „Tiger“ bekannt. Michalczewski blieb in seiner Profikarriere über den Zeitraum von zwölf Jahren ungeschlagen.

Anfänge und Amateurkarriere[Bearbeiten]

Dariusz Michalczewski begann im Alter von zwölf Jahren mit dem Boxsport. Er wurde zunächst durch das staatliche polnische Sportprogramm gefördert. Sein erster internationaler Erfolg war ein dritter Platz 1986 bei den Junioreneuropameisterschaften in Kopenhagen. Er besiegte dort unter anderem im Viertelfinale den Franzosen Fabrice Tiozzo, sein letzter Gegner bei den Profis.

Am 24. April 1988 setzte er sich als Mitglied der polnischen Nationalmannschaft beim Intercup-Turnier in Karlsruhe ab; seine Familie konnte später zu ihm in die Bundesrepublik Deutschland nachziehen. Er wohnte ein Jahr in Hanau. Im Jahr 1989 wechselte er zu Bayer 04 Leverkusen, wo er von Fritz Sdunek trainiert wurde. Er bestritt 150 Kämpfe, von denen er in 139 Begegnungen siegte, davon 89 durch K. o.. Gegen Sven Ottke verlor er zweimal, was er in seiner Biografie darauf zurückführt, dass er nach seiner Flucht zeitweise mit dem Training aussetzen musste und noch nicht wieder richtig in Form war.

1990 besiegte er im Finale des Chemiepokals Torsten May. Höhepunkt seiner Amateurlaufbahn war der Europameistertitel im Halbschwergewicht 1991 in Göteborg.

Profikarriere[Bearbeiten]

1991 nahm Dariusz Michalczewski die deutsche Staatsangehörigkeit an. Er wurde Profiboxer und durch Universum Box-Promotion unter Vertrag genommen, wo er zunächst von Eckhard Dagge, dann von Chuck Talhami trainiert wurde. 1993 gewann er den IBF-Intercontinental-Titel im Halbschwergewicht.

Sein Profidebüt gab Michalczewski am 16. September 1991 gegen den Amerikaner Frederic Porter. Diesen hatte er in der ersten Runde zwei Mal und in der zweiten Runde ganze drei Mal am Boden, weshalb Michalczewski den Kampf durch Technischen Knockout (TKO) in Runde zwei gewann.

Er bestritt weitere 22 Kämpfe, von denen er alle gewann, alle durch Knockout. Am 28. Mai 1994 gewann er den Ausscheidungskampf um den Titel der WBO gegen Melvis Wynn durch K. o. in der zweiten Runde.

Gewinn der WBO-Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

Am 10. September 1994 gewann Michalczewski in Hamburg den WBO-Weltmeistertitel im Halbschwergewicht durch einstimmigen Punktsieg gegen Titelverteidiger Leeonzer Barber. Vor 7000 Zuschauern in der Alsterdorfer Sporthalle ließ Michalczewski seinen Gegner ab der fünften Runde dank seiner Führhand immer weniger zur Entfaltung kommen und profitierte zudem von seiner überlegenen Kondition. Dagegen schien der US-Amerikaner, der die härteren Treffer anbrachte, mit fortlaufender Kampfdauer zunehmend zermürbt und wurde zudem zweimal wegen Tiefschlag verwarnt.[1]

Im Dezember des gleichen Jahres konnte Dariusz Michalczewski seinem WBO-Titel im Halbschwergewicht auch noch den WBO-Cruisergewicht-Titel hinzufügen. Dabei gewann er durch K. o. in der zehnten Runde gegen den Argentinier Nestor Giovannini, welcher den Gürtel vorher dem Deutschen Markus Bott abgenommen hatte.[2] Der Südamerikaner hatte mit seinem eher durchwachsenden Kampfrekord als „Alibi-Weltmeister“ gegolten und nie die Anerkennung anderer Boxgrößen dieser Gewichtsklasse wie Orlin Norris oder Alfred Cole erreicht. Nur wenige Tage später gab Michalczewski, der von den Lesern der Zeitschrift BoxSport zum „Boxer des Jahres 1994“ gewählt wurde, seinen Cruisergewicht-Titel wieder ab, um sich auf seine angestammte Gewichtsklasse zu konzentrieren.[3]

Im Gegensatz zu Henry Maske, dessen Boxauftritte im Fernsehen regelmäßig von mehreren Millionen Zuschauern verfolgt wurden, kämpfte Michalczewski vor einem begrenzten Publikum im Bezahlfernsehen bei Premiere. Sein Management war daher stetig bestrebt, den Bekanntheitsgrad des WBO-Weltmeisters zu steigern, der in der Umfrage eines Meinungsforschungsinstitutes in Sachen Popularität weit hinter dem IBF-Weltmeister Maske sowie Graciano Rocchigiani rangierte.[4] Dazu gehörten unter anderem die wiederkehrenden Kampfansagen an Maske, seitdem dieser im Frühjahr 1993 zum ersten deutschen Profiweltmeister im Halbschwergewicht aufgestiegen war, denen jedoch von der Gegenseite keine Beachtung geschenkt wurde.[5]

Seine erste Titelverteidigung bestritt Michalczewski am 11. März 1995 in der Deutz Sporthalle in Köln gegen den unbekannten Spanier Roberto Dominguez, der in der WBO-Rangliste an Nummer zehn geführt wurde. Nur der Unerfahrenheit des Herausforderers, der bis dato fast ausnahmslos Gegner mit negativem Kampfrekord geboxt hatte, war es zu verdanken, dass Michalczewski seinen Titel behalten durfte. Nachdem er in den ersten Minuten mehrere Wirkungstreffer und einen Niederschlag überstehen musste, gelang dem Weltmeister in der zweiten Runde der entscheidende Schlag zum K. o.-Sieg.[6][7]

Mit dem Italo-Amerikaner Paul Carlo war der nächste WM-Herausforderer ein weiterer Gegner, der mit Platz acht nur in der WBO-Rangliste vertreten war.[8] Am 20. Mai 1995 kam es zum Aufeinandertreffen, wobei Michalczewski auch diesmal boxerische Schwächen offenbarte. Wie bereits bei seiner ersten Titelverteidigung sorgte er am Ende mit seinem linken Haken für die vorzeitige Entscheidung, als sich Rechtsausleger Carlo in der vierten Runde nach dem ersten Niederschlag auszählen ließ.[9][10]

Am 19. August stand für Michalczewski die erste Pflichtherausforderung auf dem Programm. WBO-Ranglisten-Erster und damit Gegner war der Mexikaner Everado Armenta, der mit Ausnahme seiner verlorenen Kämpfe gegen Frank Tate und Lupe Aquino bis dato nur gegen unbekannte Boxer gekämpft hatte. Gegen den Rechtsausleger hatte Michalczewski keine Probleme und siegte nach überzeugender Vorstellung durch K. o. in Runde fünf.[11]

Sieben Wochen später stieg der Wahl-Hamburger zu seiner vierten Titelverteidigung gegen Phillipe Michel in den Ring, der noch nie in seiner Karriere vorzeitig verloren hatte. Obwohl zweimal schwer angeschlagen bewies der amtierende Französische Meister auch gegen Michalczewski seine guten Nehmerfähigkeiten. Am Ende musste dieser erstmals seit seinem WM-Gewinn elf Monate zuvor gegen Barber wieder über die volle Distanz von zwölf Runden gehen. Dass der verdiente einstimmige Punktsieg zu keinem Zeitpunkt in Gefahr geriet, war der fehlenden Schlagkraft seines Gegners zu verdanken, der wiederholt die mangelnde Deckung des Weltmeisters auszunutzen verstand.[12][13]

Nach einer weiteren erfolgreichen Titelverteidigung gegen den überforderten Kasachen Asluddin Umarov[14] sollte der nächste WM-Kampf im Free-TV übertragen werden. Da bereits für August des gleichen Jahres der große Showdown mit Graciano Rocchigiani geplant war, welcher sich nach langer Abstinenz durch zwei spektakuläre Kämpfe gegen Henry Maske wieder ins Rampenlicht katapultierte, wurde mit der Verpflichtung von Christophe Girard ein vermeintlich kalkulierbares Risiko eingegangen. Der Franzose erinnerte mit seinem defensiven Kampfstil an Henry Maske, der mittlerweile von der US-amerikanischen Fachzeitschrift The Ring als bester Boxer im Halbschwergewicht eingeschätzt wurde.[15] Doch der erste Auftritt vor einem Millionenpublikum in Deutschland und Polen geriet zu einem Fiasko, an dessen Ende ein äußerst umstrittener Punktsieg zugunsten des Titelverteidigers bekanntgegeben wurde. Girard war es wiederholt gelungen, den anstürmenden Michalczewski mit gelungenen Kombinationen auszukontern, denen letztendlich aber die Schlagkraft für eine vorzeitige Entscheidung fehlte.[16] Dem Weltmeister selbst gelang es erst in den letzten Runden die Akzente zu setzen, als sein Gegenüber dem hohen Gewichtsverlust im Zuge der Kampfvorbereitung Tribut zollen musste und konditionell abbaute.[17]

Skandalkampf gegen Graciano Rocchigiani[Bearbeiten]

Zwei Monate nach dem zweifelhaften Sieg über Girard musste Dariusz Michalczewski seinen Titel gegen den ehemaligen Europameister Graciano Rocchigiani verteidigen. Rocchigiani, Ende der 1980er Jahre im Supermittelgewicht für kurze Zeit IBF-Weltmeister, hatte 14 Monate zuvor beim WM-Kampf gegen Henry Maske den haushohen Favoriten an den Rand einer Niederlage gebracht und galt als einer der besten Halbschwergewichtler weltweit. Michalczewski konnte auch gegen den Rechtsausleger nicht überzeugen, wurde von harten Aufwärtshaken mehrmals in Verlegenheit gebracht und lag zur Mitte des Kampfes bereits nach Punkten deutlich zurück. In der siebten Runde wurde der Weltmeister von Rocchigiani nach dem Trennkommando des Ringrichters erneut getroffen. Daraufhin wurde die Begegnung wegen Kampfunfähigkeit Michalczewskis abgebrochen, was in und um den Ring zu tumultartigen Szenen führte, da man dem Titelverteidiger vorwarf, den Schwächeanfall nur vorgetäuscht zu haben. Das Urteil lautete zunächst auf „Technisches Unentschieden“, wodurch Michalczewski seinen Weltmeistertitel behalten durfte. Später wurde am Grünen Tisch das Unentschieden in einen Disqualifikationssieg Michalczewskis umgewandelt.[18]

Nach diesem Kampf wurde als Konsequenz Chuck Talhami als Cheftrainer abgelöst. An seine Stelle trat Fritz Sdunek, welcher sich bis dahin vorrangig um die Fitness der Boxer gekümmert hatte. Vier Monate später sollte Michalczewski seinen Titel gegen den ehemaligen Maske-Herausforderer Duran Williams verteidigen, der jedoch wegen häuslicher Gewalt zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.[19] Nachdem mit Eddy Smulders und anschließend Mark Prince zwei weitere vorgesehene Gegner verletzungs- bzw. krankheitsbedingt absagten, wurde kurzfristig Christophe Girard die Möglichkeit gegeben, sich für seine Niederlage vom Frühjahr dieses Jahres zu revanchieren.[20] Am Ende stand der Franzose mit nur wenigen Tagen Vorbereitungszeit und ohne spezielles Training gegen Michalczewski auf verlorenem Posten und gab den Kampf in der achten Runde auf.[21][22]

Sieg über WBA/IBF-Weltmeister Hill[Bearbeiten]

Im Frühjahr 1997 sollte es zum Aufeinandertreffen zwischen Dariusz Michalczewski und WBA/IBF-Weltmeister Virgil Hill kommen, der im November des Vorjahres Henry Maske bezwungen hatte. Da der WBO vom Konkurrenten WBA die Anerkennung als Weltverband verwehrt blieb, galt der Universum-Boxer in diesem Kampf als titelloser Herausforderer, wodurch er bei einer Niederlage weiterhin als WBO-Weltmeister geführt geworden wäre. Allerdings erklärte dessen Management den freiwilligen Titelverzicht von Michalczewski im Falle einer Niederlage.[23]

Am 13. Juni fand die Begegnung in der mit 10.000 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Arena Oberhausen in Oberhausen statt, nachdem zuvor eine Knöchelverletzung von Hill eine zweimalige Terminverschiebung notwendig gemacht hatte. Während des gesamten Kampfes gelang es Michalczewski wiederholt, den bei den Buchmachern favorisierten US-Amerikaner in die Halbdistanz zu zwingen und ihn dort entscheidend zu treffen, während dieser wiederum nicht so leichtfüßig wie gewohnt agierte und zudem die nötige Schlaghärte vermissen ließ. Am Ende der zwölf Runden votierten alle drei Punktrichter für den Herausforderer aus Hamburg, der sich damit zum dreifachen Titelträger krönte.[24]

Weitere Regentschaft als WBO-Weltmeister[Bearbeiten]

Unmittelbar nach seinem Sieg wurde Michalczewski der WBA-Titel aberkannt, da er sich weigerte, seinen angestammten WBO-Gürtel niederzulegen. Auch die IBF hatte kein Interesse an dem Deutsch-Polen als Champion und beharrte auf eine Pflichtverteidigung ihres Titels innerhalb von 60 Tagen nach dem Hill-Kampf. Michalczewski, dem dadurch jede Möglichkeit auf eine angemessene Kampfvorbereitung genommen war, verzichtete als Konsequenz daraus auf den IBF-Gürtel.[25]

Am 4. Oktober 1997 verteidigte Michalczewski seinen verbliebenen WM-Titel gegen den WBO-Ranglistenersten Nicky Piper. Gegen den boxerisch limitierten Walliser genügte dem Weltmeister in der Stadionsporthalle in Hannover eine durchschnittliche Leistung, um den Kampf vorzeitig zu beenden und seinen Gürtel zu behalten.[26]

Ein ähnliches Bild ergab sich auch bei Michalczewskis nächsten WM-Kämpfen. Im Dezember 1997 hieß dabei der Gegner in der Hamburger Alsterdorf-Sporthalle Darren Zenner aus den Vereinigten Staaten, der in der Pause zur siebten Runde aus dem Kampf genommen wurde, nachdem er die gesamte Begegnung über kaum Gegenwehr geleistet hatte.[27]

Gut drei Monate später besiegte Michalczewski in der Ballsporthalle in Frankfurt am Main in vier Runden einen ausgelaugt wirkenden Andrea Magi, der nach eigener Aussage in der Trainingsphase 17 Kilogramm abgenommen hatte. Besonders gegen den Italiener, der zwei Jahre zuvor bereits schon einmal zurückgetreten war und für diesen WM-Kampf nur die kroatische Boxlizenz erhalten hatte, zeigte der Titelverteidiger altbekannte Deckungsschwächen und agierte fast ausnahmslos mit Einzelschlägen.[28]

Am 19. September 1998 kehrte Michalczewski wieder nach Oberhausen zurück, wo er mit dem Sieg über Virgil Hill seinen bis dato größten Erfolg errungen hatte. Gegen den britischen Herausforderer Mark Prince knüpfte der Weltmeister an die damalige Leistung nahtlos an und gewann nach überzeugender Vorstellung durch Technischen K. o. in Runde acht.[29]

Nachdem eine angekündigte Titelverteidigung gegen Eddy Smulders nicht zustande kam, bestritt Michalczewski seinen nächsten WM-Kampf am 12. Dezember gegen Drake Thadzi aus den Vereinigten Staaten. Der aus Malawi stammende Kontrahent – drei Jahre zuvor gegen Hill im Kampf um die WBA-Krone unterlegen – erwies sich als erfahrener und schlagstarker Gegner, der die Deckungsschwächen des Weltmeisters wiederholt zu nutzen wusste. Michalczewski, der vor allem in den ersten Kampfhälfte mehrere Wirkungstreffer zu überstehen hatte und im zweiten Durchgang offensichtlich angeschlagen war, entschied die bis dato ausgeglichene Begegnung in der neunten Runde, als er den Gegner mit seiner ersten sauber geschlagenen Kombination traf und dieser vom Ringrichter ohne vorheriges Anzählen aus dem Kampf genommen wurde.

Hatte Thadzi vor seiner Niederlage in der unabhängigen Weltrangliste (IWBR) auf Platz zehn gestanden, rangierte Michalczewskis nächster Gegner auf Rang 54.[30] Der bei der WBO auf Rang eins gelistete Russe Muslim Bjarslanow besaß während des Kampfes am 3. März 1999 erwartungsgemäß keine Chance und verlor durch Technischen K. o. in der siebten Runde. Obwohl der überforderte Pflichtherausforderer spätestens ab Runde drei dem druckvollen Angriffsboxen Michalczewskis nicht mehr gewachsen war, wurde der Titelverteidiger auch hier wieder des Öfteren mit klaren Aufwärtshaken getroffen, was ihm die Kritik seines Trainers Fritz Sdunek einbrachte. Für Dariusz Michalczewski bedeutete dieser Sieg die insgesamt 15. erfolgreiche Titelverteidigung im Halbschwergewicht, womit er in dieser Gewichtsklasse den Rekord des US-Amerikaners Bob Foster gebrochen hatte.[31]

Am 28. August 1999 stand Michalczewski mit Montell Griffin der vermeintlich stärkste seiner bisherigen Herausforderer gegenüber. Der mit Rang drei der unabhängigen Weltrangliste direkt hinter dem Hamburger platzierte US-Amerikaner nutzte zu Beginn des Kampfes seine größere Beweglichkeit und besseren Reflexe und hatte den Weltmeister in Runde drei kurz vor dem Knockout. Dieser bewies seine gewachsene Abgeklärtheit und übernahm im vierten Durchgang nach Punkten deutlich zurückliegend die Initiative. Nachdem er bei seinem 14 Zentimeter kleineren Kontrahenten mit einem Konterschlag Wirkung hinterließ, setzte er nach und deckte ihn mit weiteren Schlägen ein. Da laut WBO-Regeln nicht im Stehen angezählt werden darf, sah sich der erfahrene Ringrichter Joe Cortez gezwungen, den äußerlich angeschlagenen Herausforderer eine Sekunde vor dem Pausengong aus dem Kampf zu nehmen. Michalczewski kletterte nach diesem Erfolg erstmals auf Platz eins der unabhängigen Weltrangliste im Halbschwergewicht.[32]

Zweites Duell gegen Rocchigiani[Bearbeiten]

Im April 2000 kam es in Hannover zu der seit vielen Jahren geforderten Neuauflage des Duells mit Rocchigiani, der aufgrund von Verletzungen seit über zwei Jahren nicht mehr geboxt hatte. In der mit 12.600 Zuschauern ausverkauften Preussag-Arena war dem 36-jährigen Herausforderer vom ersten Gong an die lange Kampfpause anzumerken. Neben Defiziten im Distanzgefühl schien Rocchigiani nicht mehr über die kompakte Doppeldeckung früherer Tage zu verfügen und offenbarte zudem ab der fünften Runde konditionelle Schwächen. Michalczewski dagegen zeigte sich gegenüber dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten im Jahre 1996 deutlich gereifter. Mit verbesserter Deckung und der für ihn charakteristischen starken Physis bewies er angesichts des ihn in der Mehrheit ablehnenden Publikums ein stabiles Nervenkostüm und verfolgte konsequent seine Marschroute. Folgerichtig endete diesmal der Kampf durch Aufgabe Rocchigianis nach der neunten Runde. Zu diesem Zeitpunkt hatte Michalczewski deutlich nach Punkten geführt und seinen Erzrivalen zum ersten Mal in dessen Karriere vorübergehend zu Boden geschickt.[33]

Gegenweltmeister zu Roy Jones[Bearbeiten]

Spätestens nach diesem Sieg wurde Dariusz Michalczewski von vielen Experten als weltweit einzig ernsthafter Konkurrent von Roy Jones Jr. im Halbschwergewicht angesehen, welcher mittlerweile alle WM-Gürtel der anderen großen Weltverbände sein Eigen nannte und wieder auf dem ersten Platz der unabhängigen Weltrangliste rangierte. Demgemäß mehrten sich mit der Zeit die Rufe nach einem Duell der beiden. Obwohl laut Michalczewski der US-Amerikaner als Wunschgegner Nummer eins galt, blieb ein Kampf zwischen beiden Weltmeistern Wunschdenken. Woran das Vorhaben letztendlich scheiterte, bleibt nur Spekulation.[34]

Acht Monate nach seinem Kampf gegen Rocchigiani stieg Michalczewski gegen den US-Amerikaner Ka-Dy King in den Ring, der noch nie einen 12-Runden-Kampf bestritten hatte und bei keinem der vier großen Weltverbände in den Top Ten geführt wurde.[35] Bei seiner 18. Titelverteidigung in der nicht ganz ausverkauften Essener Grugahalle fiel der Weltmeister in den ersten Runden in alte Verhaltensmuster zurück und ließ die zuletzt verbesserte Deckungsarbeit erneut vermissen. Eine deutliche Leistungssteigerung in der siebten Runde genügte schließlich Michalczewski, um den Kampf durch Herausnahme des Gegners doch noch überzeugend zu gewinnen. Offensichtlich hatte beim Weltmeister die chaotisch verlaufende Vorbereitung auf diesen Kampf ihre Spuren hinterlassen,[36] die von Gerüchten um Bordellbesuche und Kokain-Konsum des Wahl-Hamburgers überschattet gewesen war.[37]

Michalczewskis nächstem Herausforderer Alejandro Lakatos wurde von Experten ebenfalls nur Außenseiterchanchen eingeräumt. Der auf der unabhängigen Computerweltrangliste im Halbschwergewicht auf Rang 40 platzierte Rumäne galt mit 16 absolvierten Kämpfen als unerfahrener Gegner, hatte dabei jedoch wiederholt seine große Schlagkraft unter Beweis gestellt.[38] Am 5. Mai 2001 fand der Kampf in der Braunschweiger Volkswagen Halle statt, an dessen Ende der alte und neue Weltmeister mit K. o. in der achten Runde seinen mittlerweile 44. Sieg feierte. Zuvor hatte der Titelverteidiger an seinem 33. Geburtstag mehrere Probleme mit seinem Gegner gehabt, der ihn mit einer couragierten Leistung einen über weite Strecken ebenbürtigen Kampf geliefert hatte.[39]

Am 15. Dezember bestritt Michalczewski in Berlin seine 20. Titelverteidigung gegen den hoch eingeschätzten Jamaikaner Richard Hall, der anderthalb Jahre zuvor gegen WBC/WBA/IBF-Weltmeister Roy Jones erst in der elften Runde K. o. gegangen war.[40] Nach einem hochklassigen Kampf siegte Michalczewski, knapp nach Punkten führend, durch das Veto des Ringarztes, welcher ebenfalls in der vorletzten Runde den Herausforderer wegen einer im Kampf erlittenen Augenverletzung nicht mehr kämpfen lassen wollte. Nicht zuletzt auch in Anbetracht der Tatsache, dass sich Rechtsausleger Hall gegen Ende des Kampfes deutlich steigerte, rief diese Entscheidung den Unmut vieler Zuschauer hervor.[41][42] Promoter und Manager Klaus-Peter Kohl stellte dem Jamaikaner unmittelbar nach dem Kampf die Möglichkeit zur Revanche in Aussicht.[43]

Nach einer weiteren erfolgreichen Titelverteidigung im Frühjahr 2002 gegen den boxerisch limitierten US-Amerikaner Joey DeGrandis – mit seiner Geburtsstadt Danzig als Veranstaltungsort kämpfte Michalczewski erstmals außerhalb von Deutschland – stand knapp fünf Monate später die Neuauflage gegen Richard Hall an. Wenige Tage vor dem Rückkampf gab Dariusz Michalczewski in einer Pressemeldung bekannt, künftig nur noch unter polnischer Flagge antreten zu wollen. Die Begegnung selbst fand am 14. September in der Braunschweiger Volkswagen Halle statt, bei dem sich beide Kontrahenten erneut einen Kampf auf Augenhöhe lieferten. Von der Anfangsoffensive seines Gegenübers förmlich überrumpelt gelang es Michalczewski erst im fünften Durchgang, die Initiative zu übernehmen. Aufgrund eines fast zugeschwollenen linken Auges stets Gefahr laufend, aus dem Kampf genommen zu werden, entschied er schließlich das bereits verloren geglaubte Gefecht in Runde zehn doch noch zu seinen Gunsten.[44] Kurz zuvor hatte der Weltmeister mit einem linken Haken bei Hall Wirkung erzielt und mit einer Serie von Schlägen nachgesetzt, die jedoch größtenteils ihr Ziel verfehlten. Der Jamaikaner versuchte die Angriffe mit Klammern zu überstehen und wurde vom Ringrichter als verteidigungsunfähig aus dem Kampf genommen. Wie bereits im ersten Aufeinandertreffen sorgte die Frage nach der Berechtigung des Abbruchs auch hier für Kontroversen.[45]

Mit dem US-Amerikaner Derrick Harmon wurde Michalczewski anschließend von einem weiteren ehemaligen Gegner von Roy Jones herausgefordert. War er dem dreifachen Titelträger zwei Jahre zuvor deutlich unterlegen gewesen, musste sich Rechtsausleger Harmon am 29. März 2003 auch der offensiven Kampfesweise des WBO-Weltmeisters beugen und erlitt in Runde neun seine erste K. o.-Niederlage. Obwohl er selbst ebenfalls wirkungsvolle Treffer anbringen konnte, schien der US-Amerikaner dabei nicht zuletzt auch durch das „Abkochen“ von drei Kilogramm Körpergewicht innerhalb der letzten 24 Stunden vor dem Kampf zusätzlich geschwächt. Michalczewski, der nach eigener Aussage mit Fieber in den Kampf gegangen war, trug wie schon bei seinen Siegen über Hall erneut schwere Blessuren davon, was in seinem Umfeld vermehrt zu Stimmen führte, die dem Weltmeister aufgrund seines kräfteverschleißenden Kampfstiles ein baldiges Karriereende nahelegten.[46][47]

Titelverlust gegen Julio Cesar Gonzalez[Bearbeiten]

Mit nunmehr 48 siegreichen Kämpfen in Folge war Dariusz Michalczewski mittlerweile nur noch einen Sieg von Rocky Marcianos Rekord[48] entfernt, welcher 49 Kämpfe lang ungeschlagen geblieben war. Als Gegner für den anvisierten Rekordtriumph wurde mit Julio Cesar González zum dritten Mal in Folge ein ehemaliger Gegner von Roy Jones verpflichtet. Der Mexikaner, bei allen vier großen Weltverbänden als einer der drei stärksten Herausforderer im Halbschwergewicht gelistet, hatte gegen die Nummer eins der unabhängigen Computer-Weltrangliste zwei Jahre zuvor seine bis dato einzige Niederlage eingesteckt.[49][50]

Im erneuten Quervergleich mit dem zweiten großen Halbschwergewichtsweltmeister hatte Michalczewski diesmal das Nachsehen, als er González am 18. Oktober 2003 in der Hamburger Color Line Arena umstritten nach Punkten unterlag. Nach absolvierten zwölf Runden gab die höhere Trefferquote des Mexikaners den Ausschlag, der während des gesamten Kampfes präziser und leichtfüßiger als sein Gegenüber agierte. Michalczewski fand kein boxerisches Mittel dagegen und konnte seinen Kontrahenten trotz konditioneller Überlegenheit und größerer Schlagkraft nie ernsthaft in Bedrängnis bringen. Am Ende votierten zwei der drei Punktrichter für den Herausforderer.[51] Nach seiner ersten Niederlage wollte sich der entthronte Weltmeister zunächst weder zu einer Fortsetzung noch zu einem Ende der Karriere äußern.[52]

Gescheiterter Comebackversuch[Bearbeiten]

Rund ein Jahr nach seiner ersten Niederlage begann Dariusz Michalczewski mit den Vorbereitungen für einen Kampf gegen den amtierenden WBA-Weltmeister Fabrice Tiozzo aus Frankreich, der am 26. Februar 2005 wieder in der Color Line Arena stattfinden sollte. Michalczewskis Gegner hatte im Laufe seiner 17-jährigen Karriere bereits den WBC-Titel im Halbschwer- sowie den WBA-Titel im Cruisergewicht inne und musste sich bislang in 48 Kämpfen nur zweimal Virgil Hill geschlagen geben.[53] Doch die erhoffte Rückkehr auf den Weltmeisterthron schlug fehl, als Michalczewski der robusten Kampfesweise von Tiozzo nur wenig entgegenzusetzen hatte und in der sechsten Runde aus dem Kampf genommen werden musste. Für seinen Auftritt nach zuvor 497 Tagen Kampfpause hatte der Ex-Weltmeister noch einmal eine Kampfbörse von drei Millionen Euro kassiert.[54][55] Am 1. Juni des gleichen Jahres erklärte Dariusz Michalczewski schließlich seine Karriere für beendet.

Comebackgedanken[Bearbeiten]

Dariusz Michalczewski beim Filmfest Biberach 2006

Am 15. November 2007 wurde bekanntgegeben, dass Dariusz Michalczewski für ein drittes Duell gegen seinen Erzrivalen Graciano Rocchigiani in den Ring zurückkehren wolle. Der Kampf sollte am 24. Mai 2008 in der TUI Arena in Hannover, der Stätte ihres letzten Aufeinandertreffens, stattfinden. Für Michalczewski wäre damit eine Kampfpause von drei Jahren und drei Monaten zu Ende gegangen, sein Kontrahent hätte sogar erst nach fünf Jahren wieder den Ring als Boxer betreten. Am Ende wurde dieses Vorhaben abgesagt, nachdem es zu Unstimmigkeiten zwischen dem Veranstalter und Graciano Rocchigiani gekommen war. Ein weiteres angedachtes Duell gegen Ex-Weltmeister Sven Ottke scheiterte ebenfalls bereits im Vorfeld.

Rekorde[Bearbeiten]

Dariusz Michalczewski hält mit 23 Kämpfen den Rekord für die meisten Titelverteidigungen in Folge im Halbschwergewicht. Auch seine über neun Jahre währende Titelherrschaft gilt als eine der längsten im Boxsport.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Der polnische Energy Drink Tiger Energy Drink ist nach Michalczewski benannt worden. Er selber war auf den Getränke Dosen als Karikatur dargestellt.[56]
  • 2006 drehte der deutsche Regisseur P. M. Starrost den Dokumentarfilm Tiger, der die Lebensbiografie des Boxers darstellt. Der 60 Minütige Film feierte seine Premiere in München. Der Film bekam den Preis Bester Dokumentarfilm verliehen.[57]

Liste der Profikämpfe[Bearbeiten]

50 Kämpfe: 48 Siege (38 K.o.-Siege), 2 Niederlagen (1 K.o.-Niederlagen), 0 Unentschieden[58]
Jahr Tag Ort Gegner Ergebnis für Michalszewski
1991 16. September DeutschlandDeutschland Legiencenter, Hamburg, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Frederic Porter Sieg / TKO 2. Runde
15. Oktober DeutschlandDeutschland Legiencenter, Hamburg, Deutschland DeutschlandDeutschland Peter Genki Sieg / TKO 2. Runde
1992 10. Januar DeutschlandDeutschland Saaltheater Geulen, Aachen, Deutschland Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Zoltan Habda Sieg / TKO 2. Runde
28. Januar DeutschlandDeutschland Legiencenter, Hamburg, Deutschland BelgienBelgien Yves Monsieur Sieg / TKO 4. Runde
21. Februar DeutschlandDeutschland Legiencenter, Hamburg, Deutschland IrlandIrland Sean Mannion Sieg / TKO 3. Runde
4. April DeutschlandDeutschland Düsseldorf, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Robert Johnsson Sieg / TKO 2. Runde
22. Mai DeutschlandDeutschland Dinslaken, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Terrence Wright Sieg / TKO 2. Runde
27. Juni PortugalPortugal Quinta do Lago Hotel, Quinta do Lago, Portugal Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Richard Bustin Sieg / KO 4. Runde
28. August DeutschlandDeutschland Tivoli Eissporthalle, Aachen, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sylvester White Sieg / TKO 5. Runde
29. September DeutschlandDeutschland Legiencenter, Hamburg, Deutschland Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Steve McCarthy Sieg / DQ 3. Runde
7. November DeutschlandDeutschlandDeutz Sporthalle, Köln, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Cecil Simms Sieg / KO 2. Runde
17. November DeutschlandDeutschland Holstentorhalle, Lübeck, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Keith Williams Sieg / TKO 2. Runde
8. Dezember DeutschlandDeutschland Legiencenter, Hamburg, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mike Peak Sieg / PTS n. 8 Runden
1993 12. Januar DeutschlandDeutschland Saaltheater Geulen, Aachen, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Willie McDonald Sieg / KO 3. Runde
13. Februar DeutschlandDeutschland Alsterdorfer Sporthalle, Hamburg, Deutschland DeutschlandDeutschland Ali Saidi Sieg / KO 10. Runde
3. April DeutschlandDeutschland Sporthalle Wandsbeck, Hamburg, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Pat Alley Sieg / KO 4. Runde
22. Mai DeutschlandDeutschland Tivoli Eissporthalle, Aachen, Deutschland Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Noel Magee Sieg / TKO 8. Runde
26. Juni DeutschlandDeutschland Alsterdorfer Sporthalle, Hamburg, Deutschland UruguayUruguay Juan Alberto Barrero Sieg / KO 5. Runde
11. September DeutschlandDeutschland Tivoli Eissporthalle, Aachen, Deutschland ItalienItalien Mwehu Beya Sieg / PTS n. 12 Runden
20. November DeutschlandDeutschland Alsterdorfer Sporthalle, Hamburg, Deutschland ArgentinienArgentinien Sergio Daniel Merrani Sieg / TD 9. Runde
1994 19. Februar DeutschlandDeutschland Sporthalle Wandsbeck, Hamburg, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten David Vedder Sieg / DQ 1. Runde
23. April DeutschlandDeutschland Sporthalle Bildungszentrum, Halle (Saale), Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten David Davis Sieg / KO 7. Runde
28. Mai DeutschlandDeutschland Tivoli Eissporthalle, Aachen, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Melvin Wynn Sieg / KO 2. Runde
10. September DeutschlandDeutschland Alsterdorfer Sporthalle, Hamburg, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Leeonzer Barber
WBO-Titel im Halbschwergewicht gewonnen
Sieg / PTS n. 12 Runden
17. Dezember DeutschlandDeutschland Alsterdorfer Sporthalle, Hamburg, Deutschland ArgentinienArgentinien Nestor Giovannini
WBO-Titel im Cruisergewicht gewonnen
Sieg / KO 10. Runde
1995 11. März DeutschlandDeutschland Deutz Sporthalle, Köln, Deutschland SpanienSpanien Roberto Dominguez Perez
WBO-Titelverteidigung (Halbschwer)
Sieg / KO 2. Runde
20. Mai DeutschlandDeutschland Alsterdorfer Sporthalle, Hamburg, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Paul Carlo
WBO-Titelverteidigung
Sieg / KO 4. Runde
19. August DeutschlandDeutschland Eisstadion an der Brehmstraße, Düsseldorf, Deutschland MexikoMexiko Everado Armenta.
WBO-Titelverteidigung
Sieg / KO 5. Runde
7. Oktober DeutschlandDeutschland Festhalle, Frankfurt am Main, Deutschland FrankreichFrankreich Phillipe Michel
WBO-Titelverteidigung
Sieg / PTS n. 12 Runden
1996 6. April DeutschlandDeutschlandStadionsporthalle, Hannover, Deutschland KasachstanKasachstan Asluddin Umarov
WBO- Titelverteidigung
Sieg / TKO 5. Runde
8. Juni DeutschlandDeutschland Deutz Sporthalle, Köln, Deutschland FrankreichFrankreich Christophe Girard
WBO-Titelverteidigung
Sieg / PTS n. 12 Runden
10. August DeutschlandDeutschland Wilhelm-Koch-Stadion, Hamburg, Deutschland DeutschlandDeutschland Graciano Rocchigiani
WBO-Titelverteidigung
Sieg / DQ 7. Runde
13. Dezember DeutschlandDeutschland Stadionsporthalle, Hannover, Deutschland FrankreichFrankreich Christophe Girard
WBO-Titelverteidigung
Sieg / TKO 8. Runde
1997 13. Juni DeutschlandDeutschlandArena Oberhausen, Oberhausen, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Virgil Hill
WBA+IBF-Weltmeisterschaft
Sieg / PTS n. 12 Runden
4. Oktober DeutschlandDeutschland Stadionsporthalle, Hannover, Deutschland WalesWales Nicky Piper
WBO-Titelverteidigung
Sieg / TKO 7. Runde
13. Dezember DeutschlandDeutschland Alsterdorfer Sporthalle, Hamburg, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Darren Zenner
WBO-Titelverteidigung
Sieg / RTD 6. Runde
1998 20. März DeutschlandDeutschland Ballsporthalle, Frankfurt am Main, Deutschland ItalienItalien Andrea Magi
WBO-Titelverteidigung
Sieg / TKO 4. Runde
19. September DeutschlandDeutschland Arena Oberhausen, Oberhausen, Deutschland Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mark Prince
WBO-Titelverteidigung
Sieg / KO 8. Runde
12. Dezember DeutschlandDeutschland Ballsporthalle, Frankfurt am Main, Deutschland MaltaMalta Drake Thadzi
WBO-Titelverteidigung
Sieg / TKO 9. Runde
1999 3. April DeutschlandDeutschland Stadthalle Bremen, Bremen, Deutschland RusslandRussland Muslim Bjarslanow
WBO-Titelverteidigung
Sieg / TKO 9. Runde
28. August DeutschlandDeutschlandStadthalle Bremen, Bremen, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Montell Griffin
WBO-Titelverteidigung
Sieg / TKO 4. Runde
2000 15. April DeutschlandDeutschland Preussag-Arena, Hannover, Deutschland DeutschlandDeutschland Graciano Rocchigiani
WBO-Titelverteidigung
Sieg / TKO 10. Runde
12. Dezember DeutschlandDeutschland Grugahalle, Essen, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ka-Dy King
WBO-Titelverteidigung
Sieg / TKO 7. Runde
2001 5. Mai DeutschlandDeutschlandVolkswagen Halle Braunschweig, Braunschweig, Deutschland SpanienSpanien Alejandro Lakatos
WBO-Titelverteidigung
Sieg / KO 9. Runde
15. Dezember DeutschlandDeutschlandEstrel Convention Center, Berlin, Deutschland JamaikaJamaika Richard Hall
WBO-Titelverteidigung
Sieg / TKO 11. Runde
2002 20. April PolenPolenStoczniowiec Olivia Arena, Danzig, Polen Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Joey DeGrandis
WBO-Titelverteidigung
Sieg / KO 2. Runde
14. September DeutschlandDeutschlandVolkswagen Halle Braunschweig, Braunschweig, Deutschland JamaikaJamaika Richard Hall
WBO-Titelverteidigung
Sieg / TKO 10. Runde
2003 29. März DeutschlandDeutschlandColor Line Arena, Hamburg, Deutschland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Derrick Harmon
WBO-Titelverteidigung
Sieg / KO 9. Runde
18. Oktober DeutschlandDeutschlandColor Line Arena, Hamburg, Deutschland MexikoMexiko Julio Cesar Gonzalez
WBO-Titel verloren
Niederlage / PTN n. 12 Runden
2005 26. Februar DeutschlandDeutschlandColor Line Arena, Hamburg, Deutschland FrankreichFrankreich Fabrice Tiozzo
WBA-Weltmeisterschaft
Niederlage / TKO 6. Runde

Privat[Bearbeiten]

Dariusz Michalczewski war mit seiner ersten Frau Dorota von 1987 bis 1990 und erneut von 1992 bis 2004 verheiratet und hat mit ihr seine beiden Söhne Michael (* 1987) und Nicolas (* 1991). Dorota lebt heute mit den beiden Kindern in Florida.

Seit dem 14. Oktober 2006 war Michalczewski in zweiter Ehe mit seiner langjährigen polnischen Freundin Patrycja Ossowska verheiratet, mit der er in Hamburg lebte. Sie haben sich im März 2007 wieder getrennt.[59]

Im April 2009 heiratete Michalczewski seine nun dritte Frau.[60]

Der „Tiger“ lebt heute (Stand: 12. Januar 2009) in Gdynia bei Danzig in einer Dreizimmerwohnung. Er soll sein früheres Vermögen von über 30 Mio € fast vollständig aufgebraucht haben. Seinen Lebensunterhalt verdient er heute durch einen Trainerjob in einem Fitnesscenter, das ihm früher selbst gehört hatte und mit 500 € monatlich vergütet wird.[61]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Virgil Hill Boxweltmeister im Halbschwergewicht (WBA)
13. Juni 1997 – 1. Juli 1997
Lou Del Valle
Virgil Hill Boxweltmeister im Halbschwergewicht (IBF)
13. Juni 1997 – 16. Juni 1997
William Guthrie
Leeonzer Barber Boxweltmeister im Halbschwergewicht (WBO)
10. September 1994 - 18. Oktober 2003
Julio Gonzáles
Nestor Giovannini Boxweltmeister im Cruisergewicht (WBO)
17. Dezember 1994 - Januar 1995
Ralf Rocchigiani

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Box Sport, Ausgabe vom 21. September 1994, S. 16 ff.
  2. Box Sport, Ausgabe vom 21. Dezember 1994, S. 20 ff.
  3. Box Sport, Ausgabe vom 11. Januar 1995, S. 16 ff.
  4. Profiboxen 1995 - Artikel über D. Michalczewski von Tobias Drews. kick24.info, abgerufen am 21. März 2013.
  5. Box Sport, Ausgabe vom 23. April 1996, S. 19: Im Frühjahr 1996 sagte Maske bei einem Interview, dass anderthalb Jahre zuvor auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin ein schriftliches Kampfangebot an Michalczewski gemacht wurde, was dieser ablehnte. Tatsächlich hatte Michalczewskis Manager Klaus-Peter Kohl noch im Mai 1995 einem möglichen Duell gegen Maske eine Absage erteilt mit den Worten: „Deutschland lebt mit zwei Weltmeistern doch ganz prima“ (vgl. Box Sport, Ausgabe vom 30. Mai 1995, S. 19) Maske zog daraufhin einen Schlußstrich unter dieses Thema.
  6. Box Sport, Ausgabe vom 22. März 1995, S. 17
  7. Fünf schwere Minuten für den "Tiger". Berliner Zeitung, 13. März 1995, abgerufen am 21. März 2013.
  8. Box Sport, Ausgabe vom 16. Mai 1995, S. 21
  9. Box Sport, Ausgabe vom 30. Mai 1995, S. 19
  10. Ein Haken soll in die Geschichte eingehen. Die Welt, 22. Mai 1995, abgerufen am 21. März 2013.
  11. Box Sport, Ausgabe vom 22. August 1995, S. 16
  12. Box Sport, Ausgabe vom 17. Oktober 1995, S. 19
  13. Michalczewski gewinnt, aber alles redet von Maske. Die Welt, 9. Oktober 1995, abgerufen am 21. März 2013.
  14. Box Sport, Ausgabe vom 10. April 1996, S. 19
  15. Box Sport, Ausgabe vom 23. April 1996, S. 19
  16. Box Sport, Ausgabe vom 11. Juni 1996, S. 16
  17. Der "Tiger" greift wie eine sanftmütige Hauskatze an. Die Welt, 10. Juni 1996, abgerufen am 21. März 2013.
  18. Rocky ist wieder der Dumme. Berliner Zeitung, 12. August 1996, abgerufen am 21. März 2013.
  19. Box Sport, Ausgabe vom 26. November 1996, S. 20
  20. Michalczewski und der vierte Mann. Der Tagesspiegel, 11. Dezember 1996, abgerufen am 21. April 2013.
  21. Box Sport, Ausgabe vom 17. Dezember 1996, S. 24
  22. Der Manager boxt mit. Berliner Zeitung, 16. Dezember 1996, abgerufen am 21. März 2013.
  23. Box Sport, Ausgabe vom 10. Juni 1997, S. 18
  24. Box Sport, Ausgabe vom 24. Juni 1997, S. 16 ff.
  25. Box Sport, Ausgabe vom 19. August 1997, S. 3
  26. Box Sport, Ausgabe vom 14. Oktober 1997, S. 18 ff.
  27. Box Sport, Ausgabe vom 23. Dezember 1997, S. 24
  28. Box Sport, Ausgabe vom 31. März 1998, S. 18
  29. Box Sport, Ausgabe vom 29. September 1998, S. 16
  30. Box Sport, Ausgabe vom 30. März 1999, S. 18
  31. Box Sport, Ausgabe vom 13. April 1999, S. 18
  32. Box Sport, Ausgabe vom 31. August 1999, S. 18: Im Box Sport wird als Zeitpunkt des Kampfabbruchs fälschlicherweise 20 Sekunden vor Rundenschluss angegeben.
  33. Box Sport, Ausgabe vom 26. April 2000, S. 3
  34. Box Sport, Ausgabe vom 7. November 2000, S. 20: Laut Michalczewskis Manager Klaus-Peter Kohl hatte Roy Jones mehrere Angebote, gegen Michalczewski zu boxen, ausgeschlagen. Darunter befand sich auch eine Offerte, nach der der Sieger dieses Duells die gesamte Börse hätte einbehalten dürfen. Tatsächlich hatte Jones einige Wochen zuvor angekündigt, bis ins Mittelgewicht abzukochen, um die Superstars Felix Trinidad und Fernando Vargas herauszufordern.(vgl. Box Sport, Ausgabe vom 12. September 2000, S. 23) Zu diesem Zeitpunkt selbst stand Jones auch in Großbritannien in der Kritik, nachdem er ein anvisiertes Duell gegen den WBO-Weltmeister im Supermittelgewicht, Joe Calzaghe, abgesagt hatte.
  35. Box Sport, Ausgabe vom 7. November 2000, S. 20
  36. Box Sport, Ausgabe vom 19. Dezember 2000, S. 26
  37. Box Sport, Ausgabe vom 5. Dezember 2000, S. 17
  38. Box Sport, Ausgabe vom 24. April 2001, S. 19
  39. Box Sport, Ausgabe vom 8. Mai 2001, S. 19
  40. Box Sport, Ausgabe vom 4. Dezember 2001, S. 19
  41. Betrogene unter sich. Berliner Zeitung, 17. Dezember 2001, abgerufen am 21. März 2013.
  42. Leiden eines Champions. Berliner Zeitung, 17. Dezember 2001, abgerufen am 21. März 2013.
  43. Box Sport, Ausgabe vom 18. Dezember 2001, S. 25
  44. Boxsport, Ausgabe vom Oktober 2002, S. 6 ff.
  45. Michalczewski übersteht bange Minuten, bezwingt Hall vorzeitig. BoxingPress, abgerufen am 20. April 2013.
  46. Boxsport, Ausgabe vom Mai 2003, S. 12 ff.
  47. Michalczewski nach K.o.-Sieg auf Rekordkurs. Schwäbische Zeitung Online, 6. April 2003, abgerufen am 10. Mai 2013.
  48. Freitag: Boxen ist klüger sagt: Entgegen der in den Medien oft geäußerten Ansicht stellt der Rekord von Rocky Marciano keine Bestmarke hinsichtlich der Siegesserie eines Boxers dar. Es gab schon mehrere Boxer, die weit mehr als 49 Kämpfe ungeschlagen geblieben waren. Als Beispiel dient hier die mexikanische Boxlegende Julio César Chávez, welcher erst in seinem 89. Kampf das erste Mal den Ring nicht als Sieger verließ.
  49. Boxsport, Ausgabe vom Oktober 2003, S. 16 ff.
  50. Berliner Zeitung: Die letzte Versuchung
  51. Julio Gonzalez neuer WBO-Champion im Halbschwergewicht. BoxingPress, abgerufen am 8. Mai 2013.
  52. Boxsport, Ausgabe vom November 2003, S. 6 ff.
  53. Boxsport, Ausgabe vom Februar 2005, S. 12 ff.
  54. Boxsport, Ausgabe vom März 2005, S. 6 ff.
  55. Berliner Zeitung: Angreifer, ganz defensiv
  56. Artikel Tiger Energy Drink auf engl. Wikipedia
  57. Official website of Polish P.M.Starost documentary on Dariusz Michalczewski auf tiger-film.eu
  58. Informationen auf boxrec.com, abgerufen am 3. Februar 2013.
  59. Der K.o. der Boxerfrau, Bildzeitung am 7. September 2008
  60. dziennik.pl, Michalczewski się ożenił. Zobacz za ile, 12. April 2009
  61. Dariusz Michaelczewski zieht bittere Bilanz, T-Online-Magazine am 11. Januar 2009