Daron Acemoğlu

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Daron Acemoğlu (2009)

Daron Acemoğlu (* 3. September 1967 in Istanbul) ist ein amerikanisch-türkischer Ökonom armenischer Abstammung. Sein Vater Kevork, der 1988 starb, war Jurist und Dozent an der Universität Istanbul. Seine Mutter Irma († 1991) war eine armenische Lyrikerin.

Akademischer Werdegang[Bearbeiten]

Acemoglu ist Elizabeth & James Killian Professor für angewandte Ökonomik am Massachusetts Institute of Technology. Er arbeitet außerdem beim National Bureau of Economic Research und Centre for Economic Policy Research. Seinen Bachelorabschluss erhielt Acemoglu 1989 von der Universität York und seinen Doktortitel 1992 von der London School of Economics and Political Science. Ihm wurde 2005 die John Bates Clark Medal verliehen, 2012 der Nemmers-Preis für Wirtschaftswissenschaften. Seit 2011 (und voraussichtlich bis 2015) ist Acemoglu Herausgeber der Fachzeitschrift Econometrica.

Forschung[Bearbeiten]

Als Forscher ist er insbesondere in den Bereichen Politische Ökonomie, Entwicklungsökonomik, Wachstumstheorie, Technologie, Einkommens- und Lohnungleichheit, Humankapital und Ausbildung, sowie Arbeitsmarktökonomik tätig.

Sein zusammen mit Simon Johnson und James A. Robinson 2001 veröffentlichter Aufsatz Reversal of Fortune: Geography and Institutions in the Making of the Modern World Income Distribution rief eine Debatte zwischen Acemoglu und Jeffrey Sachs über die Ursachen von Unterentwicklung hervor. Im Unterschied zu Sachs, der Unterentwicklung vor allem auf geographische Faktoren zurückführt, vertreten Acemoglu et al. die Ansicht, dass schlechte institutionelle Rahmenbedingungen den Hauptgrund für die Unterschiede im Grad der wirtschaftlichen Entwicklung zwischen verschiedenen ehemaligen Kolonien darstellen. Dabei haben die Kolonisatoren nach ihrer Untersuchung in den ärmeren Regionen (z.B. Australien) Institutionen für Investitionen (breitere Eigentumsrechte für die Bevölkerung) geschaffen, während in den wohlhabenderen Regionen (z.B. die früheren Gebiete der Inkas in Südamerika) eher z.B. Zwangsarbeit eingesetzt wurde und sich die Macht in der Hand einer kleinen Elite befand (sog. Extraktionsinstitutionen). Dadurch sei es ab dem 19. Jahrhundert zu einem umgedrehten Verhältnis zwischen ärmeren und wohlhabenderen Kolonien gekommen.[1]

Dieser Ansatz wurde u.a. von Pranab Bardhan als zu eurozentristisch kritisiert, da er nicht die wirtschaftliche Unterentwicklung von nicht oder wenig kolonisierten Staaten wie Äthiopien, Thailand oder China zu erklären vermag.[2]

Schriften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. NBER Working Papers. 8460, 2001; publiziert als: Daron Acemoglu, Simon Johnson & James A. Robinson: Reversal Of Fortune: Geography And Institutions In The Making Of The Modern World Income Distribution. In: Quarterly Journal of Economics. v107, 4. November 2002, S. 1231-1294.
  2. Pranab Bardhan (2005), Scarcity, Conflicts and Cooperation: Essays in Political and Institutional Economics of Development, MIT Press, S.4