Das Comeback

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Filmdaten
Deutscher Titel Das Comeback
Originaltitel Cinderella Man
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2005
Länge 145 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie Ron Howard
Drehbuch Cliff Hollingsworth
Akiva Goldsman
Produktion Brian Grazer
Ron Howard
Penny Marshall
Musik Thomas Newman
Kamera Salvatore Totino
Schnitt Daniel P. Hanley
Mike Hill
Besetzung

Das Comeback ist ein Spielfilm des Regisseurs Ron Howard und basiert auf der wahren Geschichte des Boxers Jim Braddock, der als Boxer vor der großen Wirtschaftsdepression die Spitznamen „The Bulldog of Bergen“ und „Pride of the Irish“ trug, im Zuge seines sensationellen Comebacks 1933–1935 von der Presse jedoch den Namen Cinderella Man erhielt.

Handlung[Bearbeiten]

Während der Weltwirtschaftskrise der späten 1920er wird der Boxer Jim Braddock vom Boxverband ausgeschlossen und muss das Boxen aufgeben. Dadurch landet er in einer finanziellen Misere, die ihn dazu zwingt, aussichtslose Arbeiten jedweder Art zu übernehmen, um seine Frau Mae und seine Kinder über Wasser zu halten.

Durch einen glücklichen Zufall bekommt Braddock eines Tages wieder die Chance, in den Ring zu steigen. Zur Überraschung aller gewinnt er den Kampf.

Obwohl seine Hände verwundet sind, gewinnt Jim auch weitere Kämpfe und steigt so zum Held und Hoffnungsträger der von der Wirtschaftskrise gebeutelten Arbeiterschaft auf. Schließlich gelingt es ihm sogar, den amtierenden Weltmeister im Schwergewicht, Max Baer, zu besiegen.

Kritik[Bearbeiten]

  • film-dienst 18/2005: Der Film ist mehr ein sentimentales Familiendrama als die realistische Hinterfragung einer individuellen und gesellschaftlichen Krisensituation. Moralisch vorprogrammiert und dramaturgisch überraschungslos, fesselt er hauptsächlich durch seine hervorragenden Hauptdarsteller.
  • „Das Comeback“ hält geschickt die Balance zwischen Sportlerfilm und Drama und legt einen seiner Schwerpunkte auf Braddocks primärem Ziel und Lebensinhalt: seine Frau und Kinder zu beschützen und zusammenzuhalten. Dafür kämpft er im Ring, das ist seine Motivation. So kommen weder die bis ins Detail perfekt inszenierten, harten Boxszenen zu kurz, noch die zwischenmenschlichen Beziehungen in all ihren Facetten." filmreporter.de [3]

Darstellung von Max Baer[Bearbeiten]

Der Film wurde insbesondere in den USA für die Darstellung des früheren Schwergewichts-Weltmeisters Max Baer stark kritisiert. So wird Baer für das Drehbuch auf Kosten der historischen Authentizität zu einem Überboxer, der vom krassen Außenseiter Jim Braddock bezwungen wird. Dramaturgisch diente das Überzeichnen von Baers kämpferischer Überlegenheit der Verdeutlichung des eminenten Risikos für Leib und Leben, dem sich der Außenseiter Braddock durch den Kampf mit einem sehr starken Gegner auszusetzen im Begriff war.

Tatsächlich aber kämpfte auch Baer sich während der großen Weltwirtschaftskrise nach zahlreichen Niederlagen mühsam nach oben und war auch nicht der alles überragende Kämpfer, wie er im Film dargestellt wird. Eine derart dominierende Figur sollte erst Box-Legende Joe Louis werden, welcher Max Baer drei Monate nach dessen Kampf gegen Braddock in der 4. Runde KO schlug und Jim Braddock 1937 den Schwergewichtstitel – durch KO in der 8.- abnahm.

Auch die Darstellung von Baers Charakter ist an einigen Stellen negativ überzeichnet. Nicht im Film thematisiert wird beispielsweise, dass Baer unter dem unglücklichen Totschlag eines seiner Gegner (Frankie Campbell) im Ring sehr stark litt. Der Vorfall war ein großer Bruch in Baers Karriere, von dem er sich sportlich und psychisch nur langsam erholte und durch großzügige Spenden die Kinder des Verstorbenen mit durch das College brachte.

Der Film klammert den religiös-politischen Hintergrund weitgehend aus. Baer kämpfte gegen Braddock mit einem deutlich sichtbaren, auf die Hose aufgestickten Davidstern, den er erstmals in einem früheren Kampf gegen Max Schmeling getragen hatte, um seiner Solidarität mit dem jüdischen Volk und Glauben (sein Vater war jüdischen Glaubens, er selbst nicht) und zugleich seinem Kampf gegen das nationalsozialistische Regime Hitlers Ausdruck zu verleihen. Der Davidstern wird im Film nur sehr kurz sichtbar.

Auch in Bezug auf Braddocks jüdischen Manager Joe Gould wird das Thema religiös-ethnische Zugehörigkeit ausgeklammert.

Darstellung anderer Boxer[Bearbeiten]

Corn Griffin wird als aufkommender Schwergewichtler „auf dem Weg nach ganz oben“ dargestellt, für den Braddock lediglich ein Aufbaugegner sei. Corn Griffin hatte zu diesem Zeitpunkt eine Bilanz von 20 Siegen (9 KO), 6 Niederlagen (3 KO) und 1 Unentschieden und war in seinen letzten 6 Kämpfen zweimal selbst KO gegangen. (Gegen Buck Everett in der 6. und gegen Bob Godwin in der 4.) Griffin beendete seine Karriere 1936 mit einer Bilanz von 21 Siegen (9 KO), 17 Niederlagen (10 KO) und 1 Unentschieden.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Russell Crowe lernte die Grundlagen des Boxens bei einem Experten für den Boxstil der 20er bis 50er Jahre, der sich vom heutigen Boxsport stark unterscheidet. Ebenso analysierte er die Originalaufnahmen der Kämpfe Braddocks und anderer zeitgenössischer Boxer. Ron Howard sagte dazu, dass Crowe akribisch das Boxen studiert habe, so dass er auch nach den Dreharbeiten Sparringskämpfe und Sandsack-Übungen absolvierte. Crowe hingegen selbst sagte, dass mit Abschluss des Projektes die aktive Ausübung des Boxsportes für ihn abgeschlossen sei.
  • Der offizielle gleichnamige Roman zum Film wurde von Marc Cerasini und Ralf Schmitz geschrieben und erschien im August 2005 im Egmont Ehapa Verlag.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bei der Verleihung des Golden Globe, die am 16. Januar 2006 stattfand, waren Russell Crowe und Paul Giamatti als beste Darsteller nominiert. Bei der 78. Oscar-Verleihung, die am 5. März 2006 stattfand, war der Film in drei Kategorien nominiert, ging aber, wie schon zuvor bei den Golden Globes, leer aus.

Golden Globe 2006[Bearbeiten]

Nominiert in den Kategorien

  • Bester Hauptdarsteller – Drama (Russell Crowe)
  • Bester Nebendarsteller (Paul Giamatti)

Oscar 2006[Bearbeiten]

Nominiert in den Kategorien

  • Bester Nebendarsteller (Paul Giamatti)
  • Bester Schnitt
  • Bestes MakeUp

Weblinks[Bearbeiten]

Das Comeback in der Internet Movie Database (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 70 kB) der FSK, abgerufen am 18. Juni 2012
  2. Freigabe der Jugendmedienkommission, abgerufen am 18. Juni 2012
  3. Filmkritik auf filmreporter.de