Das Geheimnis der Goldmine

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Das Geheimnis der Goldmine (Originaltitel A Pocket Full of Rye) ist der 45. Kriminalroman von Agatha Christie. Er erschien zuerst im Vereinigten Königreich am 9. November 1953 im Collins Crime Club [1] und im folgenden Jahr in den USA bei Dodd, Mead and Company [2] [3]. 1956 veröffentlichte der Scherz Verlag die deutsche Erstausgabe in der Übersetzung von George Martin. [4]. 2002 wurde der Roman von Milena Moser neu übertragen [5].

Es ermittelt Miss Marple in ihrem sechsten Roman.

Erklärung des originalen Romantitels[Bearbeiten]

Sing a sing of sixpence - illustration by Walter Crane - Project Gutenberg eText 18344.jpg

Christie verwendete für ihre Romane gern Kinderreime, wie zum Beispiel für Und dann gabs keines mehr oder Das Geheimnis der Schnallenschuhe. Dieser Roman trägt nun im Titel die zweite Zeile eines sehr bekannten englischen Kinderliedes – Sing a Song of Sixpence:

Sing a song of sixpence,
A pocket full of rye.
Four and twenty blackbirds,
Baked in a pie.
When the pie was opened,
The birds began to sing;
Wasn't that a dainty dish,
To set before the king?
The king was in his counting house,
Counting out his money;
The queen was in the parlour,
Eating bread and honey.
The maid was in the garden,
Hanging out the clothes;
When down came a blackbird
And pecked off her nose. [6]

Die Reime dieses Kinderliedes verwendete Christie drei Mal: hier, in der Kurzgeschichte Sing a Song of Sixpence aus dem Jahr 1932 und in der Kurzgeschichte Vierundzwanzig Schwarzdrosseln.

Handlung[Bearbeiten]

Als der reiche Finanzmakler Rex Fortescue plötzlich stirbt, ist die Polizei erst einmal ratlos. Er stirbt beim Teetrinken in seinem Büro an einer, wie sich später herausstellt, Vergiftung durch Taxin, das Gift, das in der Eibe enthalten ist. In seiner Tasche findet man einige Roggenkörner – A pocket full of rye.

Die Hauptverdächtige ist seine viel jüngere Frau, die ganz offen ein Verhältnis hat. Bis auch sie, nachdem sie ein Brot mit Honig - Eating bread and honey – gegessen hat, stirbt. Sie wurde mit Cyanid vergiftet. Somit gerät ihr Liebhaber, Vivian Dubois, unter Verdacht.

Das nächste Opfer ist das Hausmädchen Gladys. Es wird mit einer Wäscheklammer auf der Nase - And pecked off her nose – bei der Wäscheleine gefunden. Gladys hatte bei Miss Marple ihre Ausbildung erhalten, und so macht diese sich auf den Weg zum Herrenhaus der Fortescues, dem Haus zur Eibe.

Auf der Suche nach dem Zusammenhang zwischen dem Kinderlied und den Morden erfährt sie von einer Goldmine in Afrika, der Amselmine. Sie hatte Fortescue gemeinsam mit dessen Partner MacKenzie gehört. Nach MacKenzies Tod hatte seine Frau behauptet, ihr Mann sei von Rex Fortescue ermordet worden, und dieser habe ihre Familie um ihren Anteil betrogen. Darum schwor sie Rache. Da es im vergangenen Jahr zwei Vorfälle mit toten Amseln (blackbirds) im Haus und im Büro gab, vermutet Miss Marple, dass es einen Zusammenhang mit dieser Mine geben muss.

Dann trifft der jüngere Sohn, das schwarze Schaf der Familie, aus Afrika kommend ein und erfährt, dass der Vater das Vermögen fast durchgebracht hat, weil er senil geworden war.

Plötzlich entdeckt Miss Marple, dass in der Inszenierung ein Fehler steckt. Sie entdeckt, dass Adele nach Gladys gestorben ist. Im Kinderreim wird die Königin aber vor dem Mädchen genannt. Jetzt wird klar, dass der Mörder die Vorkommnisse mit den Amseln zum Anlass genommen hatte, das Thema aufzugreifen. Die Amseln waren von Jennifer Fortescue (Percivals Frau) gekommen, die in Wirklichkeit die Tochter von MacKenzie ist, um Rex an sein begangenes Unrecht zu erinnern.

Die Morde hatte Lancelot begangen. Ein Jahr zuvor hatte er Gladys kennengelernt und dafür gesorgt, dass sie im Haus unterkam. Er brachte Gladys dazu, die Marmelade, die nur Rex aß, zu vergiften, indem er ihr erzählte, es handele sich um eine Wahrheitsdroge. Nach diesem Mord (mit einem sicheren Alibi) traf er dann im Haus zur Eibe ein, ermordete Gladys und anschließend seine Stiefmutter. Er hatte herausgefunden, dass sich die Amselmine als sehr ergiebig erwiesen hat und wollte sie in seinen Besitz bringen.

Personen[Bearbeiten]

  • Miss Marple, die Amateurdetektivin
  • Inspektor Neele, von Scotland Yard
  • Rex Fortescue, ein Geschäftsmann
  • Adele Fortescue, die zweite Frau von Rex
  • Percival Fortescue, Sohn von Rex
  • Jennifer, Frau von Percival
  • Lancelot Fortescue, Sohn von Rex
  • Pat, Frau von Lancelot
  • Elaine Fortescue, Tochter von Rex
  • Gerald Wright, Verlobter von Elaine
  • Vivian Dubois, Geliebter von Adele
  • Gladys Martin, Hausmädchen
  • Mary Dove, Haushälterin
  • Irene Grosvenor, Sekretärin

Verfilmungen[Bearbeiten]

Taina tschornych drosdow (1983)[Bearbeiten]

Die erste Verfilmung des Romans ist der sowjetische Spielfilm Тайна „Чёрных дроздов“ (Taina tschornych drosdow) aus dem Jahr 1983. Wörtlich übersetzt bedeutet der Titel Das Geheimnis der Schwarzdrosseln. Miss Marple wird von der estnischen Schauspielerin Ita Ever gespielt.

Miss Marple (Fernsehserie)[Bearbeiten]

Für die Fernsehserie der BBC Miss Marple wurde der Roman erneut verfilmt und am 7. März 1985 zum ersten Mal ausgestrahlt. Die Rolle der Miss Marple spielt Joan Hickson.

Agatha Christie’s Miss Marple[Bearbeiten]

Für die vierte Staffel der britischen Fernsehserie Agatha Christie’s Marple entstand eine Verfilmung mit Julia McKenzie als Miss Marple. Die Erstausstrahlung erfolgte am 6. September 2009.

Wichtige Ausgaben[Bearbeiten]

  • 1953 Collins Crime Club (London), 9. November 1953
  • 1954 Dodd Mead and Company (New York)
  • 1956 deutsche Erstausgabe. Einzig berechtigte Übertragung aus dem Englischen von George S. Martin: Scherz Verlag (Bern) [4]
  • 2002 deutsche Neuausgabe. Aus dem Englischen von Milena Moser. Scherz Verlag (Bern, München,Wien)[5]

Hörbücher[Bearbeiten]

  • 2004 Das Geheimnis der Goldmine (5 CDs): ungekürzte Lesung. Sprecherin: Gabriele Blum. Regie: Hans Eckardt. Übersetzung von Milena Moser. Verlag und Studio für Hörbuchproduktionen (Marburg/Lahn) [7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chris Peers, Ralph Spurrier and Jamie Sturgeon. Collins Crime Club – A checklist of First Editions. Dragonby Press (Second Edition) March 1999 (Page 15)
  2. John Cooper and B.A. Pyke. Detective Fiction - the collector's guide: Second Edition (Pages 82 and 87) Scholar Press. 1994. ISBN 0-85967-991-8
  3. American Tribute to Agatha Christie
  4. a b Deutsche Erstausgabe im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  5. a b Neuübersetzung im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  6. I. Opie and P. Opie, The Oxford Dictionary of Nursery Rhymes (Oxford University Press, 1951, 2nd edn., 1997), pp. 394-5.
  7. Hörbuch (vollst.) im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek