Das Geheimnis des verborgenen Tempels

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Das Geheimnis des verborgenen Tempels
Originaltitel Young Sherlock Holmes
Produktionsland USA, Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1985
Länge 104 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Barry Levinson
Drehbuch Chris Columbus
Produktion Mark Johnson, Henry Winkler
Musik Bruce Broughton
Kamera Stephen Goldblatt
Schnitt Stu Linder
Besetzung

Das Geheimnis des verborgenen Tempels ist ein in Koproduktion zwischen den USA und Großbritannien entstandener Film aus dem Jahr 1985, eine Mischung aus Abenteuerfilm, Kriminalfilm und Thriller. Unter der Regie von Barry Levinson und produziert von Steven Spielberg beschreibt er die fiktive erste Begegnung von Arthur Conan Doyles Romanhelden Sherlock Holmes und Dr. Watson im Jugendalter. In England erschien der Film unter dem Titel "Young Sherlock Holmes and the Pyramid of Fear"

Handlung[Bearbeiten]

London Mitte des 19. Jahrhunderts zur Blütezeit des viktorianischen Englands. Der pummelige und bebrillte Arztsohn John Watson aus der englischen Provinz muss mitten im Schuljahr seine alte Schule verlassen und auf das im Herzen der Hauptstadt gelegene Bromton-Internat wechseln. Dort muss er dann die Spötteleien seiner gleichaltrigen Kommilitonen ertragen. Lediglich der etwas distinguiert wirkende Sonderling Sherlock Holmes steht ihm hilfsbereit zur Seite. Holmes ist ein hochbegabter Student, lebt in Zwist mit seinen Eltern und liebt die gleichaltrige Elizabeth, die seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrem Onkel, dem verschrobenen Ex-Lehrer und Tüftler Waxflatter, in dessen Dachgeschosswohnung über der Schule wohnt.

Der intellektuell etwas unbewegliche Watson und der mit einer schnellen Auffassungsgabe gesegnete Holmes werden schnell Freunde. Sie beginnen, als Ermittlerduo in kriminalistischen Angelegenheiten aktiv zu werden. Eine Mordserie unter Londoner Geschäftsleuten sorgt für Schlagzeilen in der Presse. Doch wo die Polizei (vorrangig der dienstbeflissene, aber leicht beschränkte Sergeant Lestrade) mit ihrem Latein am Ende ist, werden Holmes und Watson fündig. Die Jungen entlarven die Ramitep, einen ägyptischen Geheimbund von Fanatikern, als die Attentäter. Diese üben Rache für vor Jahren begangene blasphemische Grabschändung und verabreichen ihren Opfern per Blasrohr eine halluzinogene Droge, wodurch die Betroffenen in den Wahnsinn und im Anschluss daran in den Tod getrieben werden.

Nachdem Holmes und Watson selbst den Auswirkungen der Drogen entkommen konnten, enttarnen sie schließlich den Anführer der Attentäter: es ist ihr Dozent Professor Rathe, der für Holmes nicht nur der Fechtlehrer und ein Mentor, sondern auch ein Vaterersatz war. Gemeinsam gelingt es Holmes und Watson schließlich, die Ramitep und ihr geheimes Hauptquartier in einer hölzernen Pyramide zu vernichten und Rathe in die Enge zu treiben. In einem Fechtduell auf der vereisten Themse kann Holmes Rathe besiegen. Doch die Geschichte endet tragisch: Elizabeth stirbt, nachdem sie von einer Pistolenkugel, die eigentlich für Holmes bestimmt war, getroffen wird.

Am Ende verlässt Holmes die Schule, da ihn dort zu viel an Elizabeth erinnert. Er will sich einer Ermittlerkarriere widmen und verabschiedet sich von Watson, aber nicht ohne das Versprechen, dass man sich wieder sehen werde. Am Schluss aber stellt es sich heraus, dass Rathe seinen Sturz in die eisige Themse überlebt hat: während der Schlußcredits sieht man, wie er in einem verschneiten Berghotel einkehrt und nun unter einem neuen Namen lebt: Professor James Moriarty.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film wurde im Jahr 1986 für die visuellen Effekte für den Oscar nominiert. Bruce Broughton gewann 1986 für die Filmmusik den Saturn Award; der Film wurde als Bester Fantasyfilm und für das Drehbuch von Chris Columbus für den Saturn Award nominiert. Der Film erhielt 1987 eine Nominierung für den Young Artist Award.

Hintergründe[Bearbeiten]

  • Der Film wurde an Originalschauplätzen in England gedreht, u. a. auch in Oxford und der dortigen Universität. Für die Szenerie einer Winterlandschaft verwendete man Kunstschnee, welcher den Rasen in Oxford ruinierte. Produzent Spielberg erstattete jedoch die Kosten.
  • Die Filmeffekte wurden von George Lucas' Effektschmiede ILM kreiert. In einer Szene springt ein gläserner Ritter aus dem Fenster einer Kirche. Dieser Ritter war die erste menschenähnliche in einem Film gezeigte CGI-Kreatur. Die Arbeit daran nahm ILM vier Monate in Anspruch.
  • Watson–Darsteller Alan Cox befand sich während der Dreharbeiten in der Pubertät und machte mehrere Wachstumsschübe durch. Dadurch war er gegen Ende der Dreharbeiten größer als vorher. Um ihn durchgängig gleich groß aussehen zu lassen, wurde er entweder aus der Ferne aufgenommen, in Sitzposition, oder aber andere Mitwirkende mussten auf Emporen oder Stiegen stehen.
  • Für eine der erwachsenen Hauptrollen war einige Zeit lang Trevor Howard im Gespräch. Den von Brian Oulton verkörperten Master Snelgrove sollte ursprünglich Maurice Denham spielen.
  • In einer Szene ist eine an ein Fahrrad erinnernde Flugkonstruktion zu sehen, welche vor der Silhouette des Vollmondes vorbeifliegt. Dies ist eine Reminiszenz an Steven Spielberg und dessen Firma Amblin Entertainment, deren Logo das Fahrrad vor dem Mond ist. Die Szene selbst stammt ursprünglich aus dem Streifen E.T. – Der Außerirdische und ist eine der meistzitierten Szenen der Filmgeschichte. So wurde sie u. a. auch in Last Action Hero, Der Wixxer und Die nackte Kanone verwendet.
  • Das Markenzeichen von Regisseur Levinson ist der Schauspieler Ralph Tabakin, welcher in nahezu jedem seiner Filme auftritt. Hier wirkt er als Polizeibeamter mit.
  • Patrick Newell, der Bentley Bobster aus dem Film, gab in der Sherlock Holmes Reihe "Sherlock Holmes und Dr. Watson" mit Geoffrey Whitehead und Donald Pickering den Inspektor Lestrade. Des Weiteren spielte er in der berühmten Sherlock Holmes Reihe mit Jeremy Brett in der Folge "Der Dauerpatient" eben jenen.

Weblinks[Bearbeiten]