Das Geschenk der Weisen

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Das Geschenk der Weisen (im Original The Gift of the Magi) ist eine Kurzgeschichte von O. Henry aus dem Jahr 1906 über ein junges Ehepaar mit wenig Geld, das sich gegenseitig mit einem Weihnachtsgeschenk überrascht. Die sentimentale Geschichte mit ihrer Moral über das Beschenken wird gern adaptiert, besonders für Aufführungen während der Weihnachtszeit. Die Handlung und ihre überraschende Wendung sind sehr bekannt und werden gelegentlich parodiert. Angeblich schrieb O. Henry die Geschichte in Pete’s Tavern am Irving Place in New York City.[1]

Handlung[Bearbeiten]

James [Jim] Dillingham Young und seine Frau Della sind ein junges Ehepaar, das zwar sehr verliebt ist, sich jedoch kaum die kleine Wohnung leisten kann, in der es haust. Zu Weihnachten jedoch beschließt Della, ihrem Mann eine 21 Dollar teure[2] Kette für seine kostbare Taschenuhr, ein Erbstück, zu schenken. Um diese Summe aufzubringen, lässt sie ihr knielanges, schönes Haar abschneiden und verkauft es als Material für Perücken. In der Zwischenzeit beschließt Jim, seine wertvolle Uhr zu verkaufen, um Della ein juwelenverziertes Kamm-Set aus Schildpatt zu schenken für ihr wunderbares Haar. Ungeachtet der Enttäuschung darüber, dass sie das Geschenk des jeweils anderen nicht mehr gebrauchen können, sind beide von ihrem Geschenk angetan als Ausdruck ihrer Liebe füreinander.

Die Geschichte endet damit, dass der Erzähler die gegenseitigen Opfergaben des Ehepaares mit denen der Weisen aus dem Morgenland vergleicht:

„Die Weisen waren, wie ihr wisst, weise Männer - wunderbar weise Männer -, die dem Kind in der Krippe Geschenke brachten. Sie haben die Kunst erfunden, Weihnachtsgeschenke zu machen. Da sie weise waren, waren natürlich auch ihre Geschenke weise und hatten vielleicht den Vorzug, umgetauscht werden zu können, falls es Dubletten gab. Und hier habe ich euch nun schlecht und recht die ereignislose Geschichte von zwei törichten Kindern in einer möblierten Wohnung erzählt, die höchst unweise die größten Schätze ihres Hauses füreinander opferten. Doch mit einem letzten Wort sei den heutigen Weisen gesagt, dass diese beiden die weisesten aller Schenkenden waren. Von allen, die Geschenke geben und empfangen, sind sie die weisesten. Überall sind sie die weisesten. Sie sind die wahren Weisen.“

Ausgaben[Bearbeiten]

  • Übersetzt von Theo Schumacher, illustriert von Lisbeth Zwerger: dtv junior, 18. Auflage 2009, ISBN 978-3-423-70338-3

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mary Pat Musick: "O'Henry and The Gift of the Magi" - LiteraryTraveler.com
  2. Inflationsbereinigt entsprach dieser Betrag 2009 etwa einer Kaufkraft von 400-500 Dollar, vgl. MeasuringWorth.