Das Haus des Grauens

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Das Haus des Grauens
Originaltitel The Old Dark House
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1932
Länge 70 Minuten
Stab
Regie James Whale
Drehbuch Benn W. Levy und R. C. Sherriff
Produktion Carl Laemmle Jr.
Kamera Arthur Edeson
Schnitt Clarence Kolster
Besetzung

Das Haus des Grauens (The Old Dark House) ist ein Horrorfilm mit Boris Karloff von 1932. Der Film basiert auf den 1927 erschienenen Roman Von der Nacht überrascht (Benighted) von John Boynton Priestley.

Handlung[Bearbeiten]

Margaret und Philip Waverton sind mit ihrem Freund Roger Penderel mit dem Auto auf dem Weg nach Shrewsbury. In den Bergen von Wales werden sie von einem Sturm und sintflutartigem Regen überrascht. Als die Straße weggespült wird, suchen sie Zuflucht im Hause der Femms.

Die Bewohner des Hauses, bestehend aus dem stummen und monströsen Butler Morgan (Boris Karloff), dem undurchsichtigen Atheisten Horace Femm und dessen religiös-fanatischer und gehässiger Schwester Rebecca Femm, sind den Reisenden nicht geheuer, doch angesichts ihrer Situation bleibt ihnen keine Alternative als zu bleiben. Im Verlauf des Abends kommen zwei weitere Zufluchtsuchende hinzu, der primitive Millionär Sir William Porterhouse und die Bühnentänzerin Gladys DuCane. Besonders der Hausherrin Rebecca sind die ungebetenen Gäste ein Dorn im Auge. Beiläufig erwähnt sie den tragischen „Unfall“ ihrer Schwester Rachel vor vielen Jahren, während Horace später eine Andeutung macht, dass er polizeilich gesucht werde.

Die Situation erfährt eine erste Eskalation, als der Butler Morgan in betrunkenem Zustand zu randalieren beginnt und Margaret verfolgt. Er kann jedoch zunächst von Philip ausgeschaltet werden. Während sich zwischen Roger und Gladys eine Romanze entspinnt, stoßen Margaret und Philip im Haus auf den bettlägerigen 102-jährigen Sir Roderick. Dieser berichtet ihnen vom Wahnsinn seiner Kinder Rebecca und Horace und von seinem ältesten Sohn Saul. Beunruhigt hören die Wavertons, dass der geisteskranke Saul im Dachgeschoss eingesperrt sei, weil er den Wunsch habe, das Haus samt seiner Bewohner in Flammen aufgehen zu lassen.

Der wieder zu sich gekommene Morgan hat derweil Saul freigelassen. Während die anderen den Butler in die Küche sperren, will Roger den befreiten Verrückten unschädlich machen. Zur Rede gestellt, erzählt ihm Saul, er sei unschuldig von seinen Geschwistern gefangengehalten worden, weil er Zeuge von deren Mord an der gemeinsamen Schwester Rachel gewesen sei. Aber schnell wird klar, dass er lediglich seine pyromanischen Pläne umsetzen will. Er setzt Roger außer Gefecht und beginnt sein Werk, doch anders als in der Romanvorlage überleben alle Gäste die Nacht.

Rezeption[Bearbeiten]

Bizarre und unheimliche Dialoge – „Kein Bett! Kein Bett für sie!“ „Sie erfüllten dieses Haus mit Gelächter und Sünde, mit Gelächter und Sünde.“ „Alle um mich herum sind verrückt, nur ich bin normal.“ „Schöner Stoff, er wird verrotten. Auch ihre schöne Haut, auch die verrottet mit der Zeit!“ etc. – sind charakteristisch für Das Haus des Grauens und heben den Film von anderen Horrorfilmen der 1930er ab. Während der Film in England wegen seines ironischen, schwarzen Humors ein breites Publikum fand, blieb Whales Film in den USA zunächst erfolglos. Viele Jahre blieb der Film verschollen, bis die Original-Filmrollen um 1970 wiederentdeckt wurden. Allerdings wurde der Film bis 1994 nicht im Fernsehen ausgestrahlt, da es Copyright-Probleme mit William Castles Neuverfilmung von 1963 (Das alte finstere Haus) als Komödie gab.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  • Nach der Penguin Encyclopaedia of Horror and the Supernatural wurde die Rolle des 102-jährigen Sir Roderick Femm von Elspeth Dudgeon gespielt, da Whale keinen männlichen Schauspieler kannte, der alt genug aussah, um die Rolle glaubhaft zu spielen.
  • Gloria Stuart, die die Margaret Waverton spielt, ist diejenige von der 1932er Besetzung, die als letztes verstarb. Sie wurde 100 Jahre alt und spielte die ältere Rose in James Camerons Titanic (1997).

Kritiken[Bearbeiten]

  • "(...) melodramatische Horrorgroteske, die den Zuschauer zwischen Schmunzeln und Lachen hält; ein Klassiker des Genres (...) ." (Wertung: 3 Sterne = sehr gut)Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 622
  • "Eine Rarität des Horrorfilms – schaurig-schön und voll schwarzer Ironie (...) Durch Licht- und Schattenspiele, Schockeffekte und sarkastisch-bedrohliche Dialoge schafft Whale es, die Stunden bis zum Morgengrauen so mit Psycho-Terror zu sättigen, daß das Schrecklichste zu erwarten ist (...) Kultklassiker." - Dirk Manthey (Hrsg.), Jörg Altendorf (Hrsg.), Willi Bär (Hrsg.): Spielfilme 89. Die Höhepunkte des Fernseh-Jahres. Kino Verlag, Hamburg 1988, ISBN 3-89324-037-3, S. 49

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]