Das Hirtenbüblein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Hirtenbüblein ist ein Schwank (ATU 922). Er steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm ab der 2. Auflage von 1819 an Stelle 152 (KHM 152).

Handlung[Bearbeiten]

Ein König lässt einen Hirtenjungen zu sich kommen, der für seine weisen Antworten bekannt ist. Er bietet an, ihn zu adoptieren, wenn er ihm drei Fragen gut beantwortet.

Die erste Frage ist, wie viele Tropfen Wasser das Weltmeer enthält. Der Knabe antwortet, der König solle zuerst alle Zuflüsse verstopfen, damit keine weiteren Tropfen dazukommen könnten; dann würde er die Zahl nennen.

Die zweite Frage lautet, wie viele Sterne am Himmel stehen, woraufhin der Hirtenjunge auf ein Blatt unzählbar viele Punkte malt, wobei jeder Punkt für einen Stern steht.

Die dritte Frage geht darum, wie viele Sekunden die Ewigkeit hat. Der Junge antwortet mit der Erzählung von einem Vögelchen, das alle hundert Jahre sein Schnäbelchen an einem Berg wetze. Wenn der Berg abgetragen sei, dann sei die erste Sekunde der Ewigkeit vergangen.

Dem König gefallen die Antworten des Hirtenjungen, woraufhin er sein Versprechen einlöst.

Herkunft und Vergleiche[Bearbeiten]

Grimms Anmerkung notiert aus Bayern (von Ludwig Aurbacher) und gibt andere Fassungen vergleichend wieder: Strickers Pfaffe Amis; Eulenspiegel Kap. 28; Das altenglische Lied vom König John und dem Abt von Canterbury; Paulis Scherz und Ernst; Maasäbuch, Kap. 126 (Helwigs jüdische Historien Nr. 39).

Ludwig Aurbacher veröffentlichte im Büchlein für die Jugend 1834 eine andere Fassung als die den Brüdern Grimm zugesandte.

Weitere Rätsellöser bei Grimm: KHM 22 Das Rätsel, KHM 94 Die kluge Bauerntochter, KHM 114 Vom klugen Schneiderlein, KHM 134 Die sechs Diener, KHM 191 Das Meerhäschen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Das Hirtenbüblein – Quellen und Volltexte