Das Labyrinth der Einsamkeit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Labyrinth der Einsamkeit (spanisch: El laberinto de la soledad) ist ein zentrales Essay im literarischen und philosophischen Schaffen des mexikanischen Literaturnobelpreisträgers Octavio Paz. Es wurde zuerst 1950 veröffentlicht, 1959 überarbeitet und um ein Kapitel erweitert und schließlich 1970 um den (selbst-)kritischen Teil Postdata ergänzt, der vom Massaker von Tlatelolco und der Politik der PRI geprägt ist.

Das Essay greift auf eine Diskussion über die Identität und das Wesen des Mexikaners zurück, die im Zuge des späten Porfiriats und der mexikanischen Revolution an Bedeutung gewonnen hatte. Diese Diskussion wurde bis dahin von Samuel Ramos, Leopoldo Zea und Alfonso Reyes und anderen Mitgliedern des Ateneo de la Juventud dominiert, die sich an der europäischen Tradition der Völkerpsychologie orientierten. Paz knüpft an wichtige Elemente der Diskussion an, distanziert sich jedoch explizit von dieser Tradition und wendet sich in seinem Versuch, das Wesen des Mexikaners zu erläutern, dem französischen Moralismus zu.

Ein wichtiger Begriff der Diskussion über das Wesen des Mexikaners, den Paz aufgreift ist der der „Mexikanität“ (mexicanidad). Im Laufe des Essays wird er in verschiedenen Kontexten (Einsamkeit / Odyssee, Männlichkeit / „chingar“, Politik, Religion / Mythos) erläutert.

Das Labyrinth der Einsamkeit steht in der Tradition der Psychoanalyse, eines spezifisch mexikanischen, intellektuellen Nationalismus (den Paz ablehnt) und literarischer Tendenzen. Erkennbar werden auch Elemente eines philosophischen Strukturalismus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Octavio Paz: El laberinto de la soledad. Cátedra, Madrid 2004.
  • Octavio Paz: Das Labyrinth der Einsamkeit. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1970.
  • Samuel Ramos: El perfil del hombre y la cultura en México. Planeta, Mexiko 2003.
  • Enrico Mario Santí: Introducción. In: Octavio Paz: El laberinto de la soledad. Cátedra, Madrid 2004, S. 11–137.