Das Leben des Emile Zola

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Filmdaten
Deutscher Titel Das Leben des Emile Zola
Originaltitel The Life of Emile Zola
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1937
Länge 116 Minuten
Altersfreigabe FSK keine Angabe
Stab
Regie William Dieterle
Drehbuch Norman Reilly Raine,
Heinz Herald,
Géza Herczeg
Produktion Henry Blanke
Musik Max Steiner
Kamera Tony Gaudio
Schnitt Warren Low
Besetzung

Das Leben des Emile Zola (Originaltitel: The Life of Emile Zola) ist ein unter der Regie von William Dieterle entstandener Spielfilm aus dem Jahr 1937. Der Film erzählt die Lebensgeschichte des französischen Schriftstellers und Journalisten Émile Zola und insbesondere dessen Auftreten in der Dreyfus-Affäre. Das Leben des Emile Zola erhielt 1938 den Oscar für den Besten Film.

Handlung[Bearbeiten]

Zu Beginn des Films lebt Zola mit seinem Freund, dem Maler Paul Cézanne, in einer ärmlichen Pariser Mansarde. Zufällig begegnet er der Prostituirten Nana, welche nach einer Razzia auf der Flucht vor der Polizei ist. Das inspiriert ihn zu seinem Roman Nana, welcher von den düsteren Seiten der Pariser Gesellschaft handelt, und schnell zum Bestseller wird. Weitere erfolgreiche Bücher folgen und Zola gelangt zu schriftstellerischem Ruhm und Wohlstand. Nach der Heirat mit Alexandrine leben sie gemeinsam in einer konfortablen Villa. Eines Tages besucht ihn sein alter Freund Cézanne, welcher immer noch unbekannt und arm ist, und Paris verlassen will. Cézanne wirft Zola vor, dass er durch seinen Erfolg selbstgefällig geworden und längst nicht mehr der eifrige Reformer seiner Jugend sei. Neben seinem Privatleben und seinem Aufstieg zum berühmten Mann fokussiert sich der Film vor allem auf Zolas spätes Leben und seine Rolle in der Dreyfus-Affäre:

Ein französischer Geheimagentb fängt einen Brief, welcher an einen hochrangigen deutschen Offizier addressiert war, ab. Aus dem Brief geht hervor, dass es ein hochrangiger französischer Offizier als Spion für die Deutschen arbeitet. Ohne viel nachzudenken oder zu hinterfragen, entscheiden die französischen Offiziere, dass der jüdische Armeehauptmann Alfred Dreyfus der Verräter sei. Dreyfus wird als Opfer einer Intrige auf die Teufelsinsel verbannt. Später entdeckt der neue Geheimdienstchef Picquart Beweise, dass nicht Dreyfus, sondern der Major Walsin-Esterhazy der Spion sei. Picquart wird jedoch von seinen Vorgesetzten befohlen, über die neuen Beweise Stillschweigen zu bewahren und bald auf einen anderen Posten versetzt. Auf Bitten von Dreyfus' ehrenhafter Ehefrau Lucie übernimmt Emile Zola schließlich den Fall um den gefangenen Hauptmann, obwohl er um seinen angesehenen Ruf und sein konfortables Leben besorgt ist und sagt, dass seine Tage als Kämpfer vorrüber seien. Doch Lucie besorgt immer wieder neue Beweise, welche nun auch Zola an der Unschuld Dreyfus' glauben lassen.

Durch die Veröffentlichung seines Artikels „J’accuse“ bezieht Zola Stellung und bringt Beweise gegen die hochrangigen Militärs. Diese stacheln einen Menschenmob an, vor welchem Zola nur mit Mühe flüchten kann. Er wird in der Öffentlichkeit diffamiert und schließlich angeklagt. Sein Anwalt Maitre Labori versucht sein Bestes, doch über die Dreyfus-Affäre darf im Prozess nicht geredet werden und als Zeugen treten nur zahlreiche unter Meineid lügende Offiziere auf, nur Picquart kann nicht mit Meineid aussagen und wird der Lüge bezichtigt. Vor Gericht hält Muni eine flammende Verteidigungsrede, wird aber dennoch für ein Jahr Haft schuldig befunden und muss nach London fliehen. Dort setzt er jedoch seinen Kampf im Justizskandal fort. Schließlich stellt eine neue Militärleitung Dreyfus' Unschuld fest und fast alle Verantwortlichen verlieren ihre Ämter, werden festgenommen oder begehen Selbstmord; nur der eigentliche Verräter Ferdinand Walsin-Esterházy kann entfliehen. Zola wird rehabilietiert und kehrt nach Paris zurück, nun angesehener als je zuvor. Auch Dreyfus kommt frei.

Am Abend bevor Dreyfus in seinen alten Rang in einer Zeremonie zurückgeführt wird, schreibt Zola noch spätabends. Er inhaliert giftige Gase aus seinem verstopften Kamin und stirbt an einer Kohlenstoffmonoxidintoxikation.

Rezeption[Bearbeiten]

Zu seiner Entstehungszeit war der Biografiefilm ein großer Erfolg, sowohl bei Kritikern als auch beim Publikum. Auch heute erhält der Film weitgehend positive Rezensionen, so wurde er 2000 in die National Film Registry aufgenommen und als als besonders erhaltenswert eingestuft. Das Leben des Emile Zola lässt sich in die vielen Biopic-Pictures einreihen, welche im Hollywood der 1930er-Jahre entstanden, und war außerdem der erste biographische Film, der den Oscar erhielt.

„Kein historisch und geistesgeschichtlich orientiertes Porträt, sondern oberflächlich-unterhaltsam; großartig in der Interpretation der Hauptrolle.“

Lexikon des internationalen Films

Eine kritische Stimme zum Film kam 2013 vom US-amerikanischen Kritiker David Denby. Er kritisierte, dass die klar antismetischen Einstellungen gegenüber Dreyfus nicht im Film genannt und ignoriert werden. Damit hätte man sich vor dem wachsenden Nazi-Regime in Deutschland geschützt.[1]

Ehrungen[Bearbeiten]

Oscarverleihung 1938

Weblinks[Bearbeiten]

  1. David Denby, "Hitler in Hollywood", The New Yorker, 16 September 2013