Das Mädchen

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Dieser Artikel beschreibt den Roman. Zum gleichnamigen Film siehe Das Mädchen (Film).

Das Mädchen (englischer Originaltitel: The Girl Who Loved Tom Gordon) ist ein Roman des US-amerikanischen Schriftstellers Stephen King. Der Roman erschien 1999 im New Yorker Viking-Verlag. Die Übersetzung ins Deutsche von Wulf Bergner veröffentlichte der Schneekluth-Verlag im Jahr 2000.

Inhalt[Bearbeiten]

Die neunjährige Patricia McFarland, genannt "Trisha", leidet unter der Trennung ihrer Eltern und den endlosen Streitereien zwischen Bruder Pete und Mutter Quilla. Auf einer Wanderung in die Wildnis Neuenglands entfernt sie sich von den beiden, um unbeobachtet zwischen Büschen und Bäumen zu pinkeln. Sie will den Weg zurück abkürzen und verirrt sich. In Panik sucht sie den Rückweg, gerät aber immer tiefer in den Wald. Bald ist sie außerhalb des Gebiets, in dem sie später die Suchtrupps vermuten. Im Rucksack hat Trisha zwei Twinkies, ein hartgekochtes Ei, ein Thunfisch-Sandwich, eine Flasche Limonade, eine Flasche Wasser, eine Tüte Kartoffelchips, einen Regenponcho, einen Gameboy und ihren batteriebetriebenen Walkman mit Radioempfang dabei.

Während sie im Wald herumirrt, erinnert sie sich an hilfreiche Dinge, die ihre Mutter gesagt hat oder die sie in Büchern gelesen hat, etwa dass Flüsse nie im Kreis fließen, sondern immer zu Menschen führen. Auf dem Weg zu einem Bach rutscht sie gegen einen Baum mit Wespennest und wird von Dutzenden Wespen gestochen. Doch das sollte nicht ihr einziges Problem bleiben. Ihre Nahrungsvorräte gehen zu Ende und der Bachlauf endet in einem Sumpf.

Immer wieder muss sie sich gegen ihre eigene innere Stimme wehren, den Rückweg nicht zu schaffen. Sie fühlt sich beobachtet und verfolgt von einem "speziellen Ding", das sich in einem Traum als der "Gott der Verirrten" vorstellt. Besonders nachts spürt sie es in ihrer Nähe.

In der Zwischenzeit passiert auch in der Außenwelt eine Menge: Ihr streitsüchtiger Bruder zieht sich in sich zurück, Mutter und Vater schlafen wieder im selben Bett. Die Polizei wird derweil auf eine völlig falsche Spur geleitet, nimmt einen Verdächtigen fest und verkleinert das Suchgebiet.

Trisha trinkt Bachwasser und ernährt sich von Scheinbeeren, Bucheckern, rohem Fisch und Kaulquappen. Zunächst erbricht sie das Gegessene, hat Durchfall und wird langsam krank. Doch sie schleppt sich weiter. Hoffnung schöpft sie aus inneren Zwiegesprächen mit ihrem Idol Tom Gordon. Gordon spielt als Pitcher bei der Baseballmannschaft Boston Red Sox. Sie hört sich die Spiele seiner Mannschaft anfangs jeden Abend mit ihrem Radio-Walkman an. Später, als sich durch Kräfteverlust Wirklichkeit und Vorstellung vermischen, taucht er immer wieder als Begleiter auf.

Der imaginierte Begleiter motiviert die dreckige, schwache, kranke und verängstigte Trisha zu immer weiteren Kraftanstrengungen, bis diese endlich eine Straße findet. Als sie entfernt Autos hört, kommt ihr Verfolger aus dem Unterholz.

Im Nachspiel versammeln sich Vater, Mutter und Bruder um das Krankenhausbett von Trisha. Neun Tage verbrachte sie in der Wildnis. Ihren Sieg schließt sie mit der Siegesgeste von Tom Gordon ab: mit dem ausgestreckten Zeigefinger in den Himmel. Dann fällt sie in den Schlaf.

Wissenswertes[Bearbeiten]

Im Roman vergleicht Stephen King die Motivation zum Durchhalten bei Trisha immer wieder mit den Spieltaktiken im Baseball. Für deutsche Leser sind daher Grundkenntnisse dieser Sportart hilfreich. Tom Gordon ist ein realer Spieler der Boston Red Sox. Im Nachwort erklärt King, dass er für seinen Roman den Spielplan der Red Sox aus dem Jahr 1998 leicht verändert hat.

Das Buch wird durch den deutschen Schneekluth-Verlag aus Marketing-Gründen in zwei inhaltsgleichen Versionen vertrieben, die sich lediglich in der Gestaltung der Schutzumschläge (schwarz oder weiß) unterscheiden. Der Grund für diese Doppelpublikation liegt vermutlich darin, dass der Verlag an die Stephen-King-Ausgaben anderer Verlage - wie beispielsweise Edition Phantasia oder Philtrum Press - anknüpfen will.

Eine beabsichtigte Verfilmung durch Regisseur George A. Romero ist nicht zustande gekommen.

Zum Leitmotiv 'Isolation' siehe den Eintrag bei Sie.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]