Laurel und Hardy: Das Mädel aus dem Böhmerwald

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Filmdaten
Deutscher Titel Das Mädel aus dem Böhmerwald
Originaltitel The Bohemian Girl
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1936
Länge 69 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie James W. Horne, Charley Rogers, Hal Roach
Drehbuch Alfred Bunn, Frank Butler, Miguel de Cervantes y Saavedra
Produktion Hal Roach
Musik Nathaniel Shilkret
Kamera Francis Corby, Art Lloyd
Schnitt Bert Jordan, Louis McManus
Besetzung

Das Mädel aus dem Böhmerwald (The Bohemian Girl), im deutschen Sprachraum anfangs unter dem Titel „Dick und Doof werden Papa“ veröffentlicht, ist eine US-amerikanische Spielfilm-Komödie des Komiker-Duos Laurel & Hardy aus dem Jahre 1936. Der Film war nach „Die Sittenstrolche“ (1933) und „Rache ist süß“ (1934) der dritte Operettenfilm des Duos.

Handlung[Bearbeiten]

Stan und Ollie sind Zigeuner und ziehen mit dem Zigeunervolk und ihren Wohnwagen durch das Land. Als sie im Gebiet des Grafen von Arnheim einen Platz besetzen, fordert dieser die Zigeunerschaft auf, sein Landgut unverzüglich zu verlassen, ansonsten würde er sie auspeitschen lassen. Entzürnt und wütend leisten sie dem Folge, auf dem Weg entführen Ollies Schwester und deren Geliebter jedoch die Tochter Arline des Grafen als Rache. Der neue Sitz der Zigeuner ist nicht weit weg vom Schloss des Grafen, dennoch führt die Suche der Wachen nach der Prinzessin zu keinem Erfolg. Diese lebt die nächsten zwölf Jahre als Zigeuner-Mädchen unter der Obhut von Stan und Ollie, da Ollies Schwester ihnen erzählt hatte, Arline sei Ollies Kind. Nach dieser Zeit treibt sich eines Tages die nun schon erwachsene Prinzessin am Hof des Grafen herum und wird eingesperrt. Ollie und Stan setzen alles dran, um sie vor Peitschenhieben zu bewahren und werden dabei in die Folterkammer gebracht. Durch ein Medaillon, das der Graf kurz vor dem Verschwinden seiner Tochter um den Hals gehängt hat, erkennt er sie wieder und befiehlt, mit der Folter Stan und Ollies aufzuhören. Es ist allerdings zu spät, durch die Tortur wurde Ollie zu einem gedehnten Riesen und Stan zu einem Zwerg.

Wissenswertes zum Film und zur deutschen Synchronfassung[Bearbeiten]

  • Das Drehbuch zum Film entstand bereits 1934, die Umsetzung wurde dann jedoch lange hinausgezögert, sodass die Dreharbeiten erst im Oktober 1935 begannen.
  • Ursprünglich sollte Thelma Todd die Rolle der Geliebten von Antonio Moreno übernehmen. Diese starb allerdings, nur wenige Tage nach dem Preview des Filmes, am 16. Dezember 1935 an einer Kohlenmonoxidvergiftung am Steuer ihres Wagens in der Garage ihres Ex-Freundes. Um zu vermeiden, dass ihr Tod den Film negativ überschatten könnte, schnitt man die meisten Szenen mit ihr heraus und änderte die Handlung so, dass Ollies Frau (in allen deutschen Fassungen Schwester), gespielt von Mae Busch, die Rolle von Morenos Geliebter übernahm. Nur die Szene, in der sie das Lied Heart of a Gypsy singt, wurde im Film belassen.
  • Der Film wurde 1936 von den Nazis verboten, da er „ein falsches Bild eines abzulehnenden Zigeunerlebens in kitschiger Form“ gebe, eine „Darstellung, die [...] ihrer inneren Gesamthaltung nach [im Dritten Reich] keinen Platz“ habe.[1] So dauerte es bis zur deutschen Uraufführung bis 1957. In Österreich war der Film schon im Dezember 1937 unter dem Titel „Lustig ist das Zigeunerleben“ aufgeführt worden und kam nach dem Krieg bereits im Mai 1950, diesmal unter dem Titel „Komödiantenblut“, erneut in die Kinos.
  • Weil man den Film 1957 als zu kurz ansah, schnitt man den Film „Dick und Doof adoptieren ein Kind“ dazu. Es sollte den Eindruck erwecken, dass Stan und Ollie „Das Mädel aus dem Böhmerwald“ im Traum erleben.
  • Stan wurde in diesem Film wieder von Walter Bluhm gesprochen, Ollie bekam als Synchron-Stimme Bruno W. Pantel zugeteilt.

Quellen[Bearbeiten]

  • Laurel & Hardy: „Das Mädel aus dem Böhmerwald“, DVD 2005, Produktionsnotizen, Infos zur deutschen Synchronfassung

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dick und Doof werden Papa. Deutsches Filminstitut - DIF e.V., 3. November 2008, abgerufen am 4. Februar 2013.