Das Rätsel

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Dieser Artikel behandelt das Märchen der Brüder Grimm. Der 1997 erschienene Psychothriller von John Katzenbach wird unter Das Rätsel (1997) behandelt.

Das Rätsel ist ein Märchen (ATU 851). Es steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm an Stelle 22 (KHM 22). Dort schrieb sich der Titel Das Räthsel.

Inhalt[Bearbeiten]

Ein Königssohn zieht zusammen mit seinem Diener durch die Welt. Eines Abends findet er keine Gaststätte mehr, einzig ein einsames Haus. Die schöne Tochter des Hauses warnt den Prinzen und seinen Gefährten aber davor, einzukehren; ihre Stiefmutter sei eine böse Hexe. Der Prinz nimmt die Einladung der Schwarzkünstlerin zwar furchtlos an, beherzigt aber den Rat der Stieftochter, auf keinen Fall etwas zu essen oder zu trinken von der Gastgeberin anzunehmen.

Am nächsten Tag will die Stiefmutter dem abreisefertigen Prinz trotzdem noch einen Abschiedstrunk mitgeben. Als sie das Getränk holt, reitet der Prinz schnell weg. Sein Knappe ist aber noch damit beschäftigt, sein Pferd zu satteln. Als die Hexe dem Knappen den Becher geben will, springt dieser und das Gift tötet das Pferd des Dieners sofort. Ein Rabe frisst von dem Pferd und stirbt sofort daran. Der Diener nimmt den Raben aber als Verpflegung mit.

Am nächsten Abend finden die beiden Reisenden eine Herberge. Sie geben dem Koch den Raben. Bei der Gaststätte handelt es sich um eine Mördergrube. Die zwölf Mörder, die es auf den Prinzen abgesehen haben, lassen sich vor der Tat aber noch zusammen mit der Hexe und dem Gastwirt eine Suppe aus dem Raben schmecken. Sie alle sterben aber an dem Gift.

Prinz und Diener ziehen weiter und kommen in eine Stadt, in der eine rätselverliebte Königstochter lebt. Sie gibt Werbern eine Gelegenheit, sie zu heiraten: Sollten sie der Prinzessin ein Rätsel nennen können, welches sie in drei Tagen nicht lösen kann, so würde derjenige ihr Gemahl. Wenn sie aber das Rätsel lösen kann, so würde der Werbende getötet.

Angetan von ihrer Schönheit stellt er ihr das Rätsel: „Was ist das […] einer schlug keinen und schlug doch zwölfe“. Die Königstochter findet keine Lösung und will so einen Trick anwenden. Sie schickt zuerst ihre Magd, den Prinzen im Schlaf auszuhorchen. Der Diener hatte allerdings die Stelle des Prinzen eingenommen. Er bemerkt die Magd, nimmt ihren Mantel und verjagt sie. In der nächsten Nacht schickt die Prinzessin ihre Zofe, aber dieser Versuch scheitert ebenso. In der dritten Nacht kommt die Prinzessin selbst diesmal wirklich zum Prinzen. Nachdem dieser ihr die Lösung absichtlich verrät, nimmt er auch ihr den Mantel.

Am nächsten Tag meint die Prinzessin, das Rätsel gelöst zu haben. Der Prinz klagt sie aber des Betruges an. Als Beweis führt er die drei Mäntel an. Daraufhin entscheiden die zwölf Richter, dass der Prinz die Prinzessin heiraten darf.

Des Rätsels Lösung: Einer schlug keinen: „ein Rabe, der von einem toten und vergifteten Pferde fraß und davon starb“ und schlug doch zwölfe: „Das sind zwölf Mörder, die den Raben verzehrten und daran starben“.

Herkunft[Bearbeiten]

Grimms Anmerkung notiert zur Herkunft Aus Zwehrn (wohl von Dorothea Viehmann) und skizziert eine abweichende Fassung, die ab der 3. Auflage auch in obigen Text einging: Die Hexenmutter eines schönen Mädchens verfolgt einen Prinz mit einem Giftglas, das sie seinem Diener gibt, aber das zerbricht und so das Pferd tötet. Der Prinz lässt den Raben, der vom Pferd fraß, vom Wirt braten. Die Mörder essen davon und sterben. Die Wirtstochter zeigt ihm Schätze, aber darf sie behalten. Der Prinz legt der Prinzessin das Rätsel vor: einer schlug keinen und schlug doch zwölf. Grimms nennen noch Turandot und Laßbergs Liedersaal 1, 537.

Zur Rätselprinzessin vergleiche v.a. KHM 191 Das Meerhäschen, zum Füttern der Raben mit dem toten Pferd vgl. KHM 16a Herr Fix und Fertig.

Literatur[Bearbeiten]

  • Brüder Grimm. Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm. Mit einem Anhang sämtlicher, nicht in allen Auflagen veröffentlichter Märchen und Herkunftsnachweisen herausgegeben von Heinz Rölleke. Band 3: Originalanmerkungen, Herkunftsnachweise, Nachwort. Durchgesehene und bibliographisch ergänzte Ausgabe. Reclam, Stuttgart 1994. ISBN 3-15-003193-1, S. 51-52, 452.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Das Rätsel – Quellen und Volltexte