Das Schwarze Auge: Drakensang

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Das Schwarze Auge: Drakensang
Drakensang-logo 2farb.png
Drakensang Logo
Entwickler DeutschlandDeutschland Radon Labs
Publisher DeutschlandDeutschland dtp entertainment
Mitwirkende (Auswahl) Bernd Beyreuther (Director)
Fabian Rudzinski (Lead Game Designer)
Erstveröffent-
lichung
DeutschlandDeutschland 1. August 2008[1]
NordamerikaNordamerika 24. Februar 2009[2]
Plattform Windows
Spiel-Engine Nebula Engine
Genre Rollenspiel
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Tastatur, Maus
Systemvor-
aussetzungen
Medium DVD-ROM, Download
Sprache Deutsch
Aktuelle Version 1.11
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben
PEGI ab 12+ Jahren empfohlen

Das Schwarze Auge: Drakensang ist ein am 1. August 2008 veröffentlichtes Computer-Rollenspiel, das vom Berliner Studio Radon Labs entwickelt und von dtp entertainment vermarktet wurde. Die Spielwelt von Drakensang baut auf dem Pen&Paper-Rollenspiel Das Schwarze Auge auf.

Radon Labs entwickelte mit Drakensang: Am Fluss der Zeit ein Prequel zu Das Schwarze Auge: Drakensang, das am 19. Februar 2010 erschien.

Handlung[Bearbeiten]

Handlungsverlauf[Bearbeiten]

Drakensang gehört zur Vorgeschichte der DSA-Kampagne Drachenchronik, einer größeren Abenteuerserie für das Pen-&-Paper-Rollenspiel. Hauptschauplatz der Handlung von Drakensang ist die Stadt Ferdok im Herzen Aventuriens. Reisen zu anderen Schauplätzen werden ähnlich wie in den Spielen der Nordlandtrilogie per Landkartenansicht realisiert.

Ardo vom Eberstamm bittet den Spieler in einer Intro-Sequenz, ihn in einer dringenden Angelegenheit in Ferdok zu besuchen. Dort angekommen, erfährt der Spieler, dass Ardo Opfer einer Mordserie wurde. Diese klärt man nun auf und macht die Täter in einer Gruppe von Drachen-Kultisten aus, die jedoch nicht für den Mord an Ardo verantwortlich sind. Nun wird man beauftragt, Ardos Ermittlungen fortzuführen. Man soll sich einem Handelshaus anschließen und für dieses Aufträge erledigen. Im Hesinde-Tempel erfährt man, dass alle 87 Jahre die Drachenqueste stattfindet. Man wird vom Orakel auserkoren, diese zu lösen. Die erste Aufgabe befindet sich in den Moorbrücker Sümpfen. Dort kommt es vermehrt zu Angriffen von Untoten, hinter denen ein Nekromant steckt. Diesen tötet man, anschließend säubert man die Krypten, und die Angriffe enden. Dem Magier Rakorium hilft man, sein Experiment zu vollenden und den Thesiskristall zu erhalten. Die erste Aufgabe ist damit erfüllt.

Die zweite Aufgabe der Drachenqueste ist, ein Buch aus einer Burgruine in den Blutbergen zu bergen. Diese ist durch einen Schutzzauber geschützt. Dies kann erreicht werden, indem man einem Hexenzirkel hilft, oder sich dem vor Ort tätigen Sonnenzug anschließt. Der Anführer des Sonnenzuges stellt sich allerdings als getarnte Drachenechse heraus, die zu besiegen ist. Nach dem die Echse getötet wurde, fällt die Barriere, der Drache Japhgur befreit sich aus der Ruine und fliegt davon. Man findet den Drachenkultisten Kastan Wagnitz, Hintermann der Mordserie in Ferdok, in der Burgruine und tötet ihn. Man findet das Buch und bringt es zum Hesinde-Tempel zurück. Die zweite Aufgabe ist damit erfüllt.

Die dritte Aufgabe ist es, das „Auge des Drachen“ in Burg Grimmzahn zu finden. Die Burg wird von Orks und Ogern belagert. Man findet schließlich den Kommandanten Traldar, der dem Spieler das Auge übergibt. Das Auge bringt man zum Hesinde-Tempel. Man erfährt dann, dass der tatsächliche Mörder von Ardo im Handelshaus Neisbeck zu finden ist. Man kämpft sich durch ihr Haus und tötet ihre Mitverschwörer. Ulwine Neisbeck, Oberhaupt des Handelshauses, behauptet zuletzt, sie sei mächtiger als die Götter. Im darauf folgenden Moment wird sie von einem Blitz getötet.

Die letzte Aufgabe wird durch das Orakel offenbart. Man soll das Adamantene Herz finden. Dies soll sich in Murolosch, einer Zwergenstadt, befinden. Der Zwergenkönig gewährt aber nicht jedem Einlass. Man reist in das Gebiet Tallon. Dort trifft man auf Arom, den Sohn des Zwergenkönigs Arombolosch. Mit ihm zusammen tötet man den in den Blutbergen ausgebrochenen Drachen Japhgur. Arom nimmt den Karfunkelstein des Drachens für seinen Vater mit. Der Held wird nach Murolosch eingeladen.

In Murolosch wird dem Zwergenkönig der Karfunkelstein des Drachen in seine Krone eingesetzt. Der Hohepriester Xolgorax wird anschließend vergiftet, gesundet jedoch. Weitere Anschläge ereignen sich in der Stadt. Die Gauklerkönigin Salina wurde als Schuldige identifiziert und angeklagt. Der Held übernimmt ihre Verteidigung. Während der Ermittlungen fällt Aldessia als mögliche Täterin auf. Hat man genügend Beweise gesammelt, kommt Salina frei und man wird beauftragt, Aldessia festzunehmen. Diese stirbt im Kampf mit dem Helden. In ihrem Zimmer befindet sich ein Teleportationsportal. Es führt in die tiefen Höhlen von Gruldur. Nachdem man durch das Teleportationsportal zurückgekehrt ist, erzählt Arom, dass der König seinen Verstand verloren und sich in seinem Thronsaal eingeschlossen hat. Der Grund dafür ist der Karfunkelstein in dessen Krone. Nachdem der Held diesen im Kampf mit dem König zerstört hat, wird er wieder er selbst. Nun reist man durch das Teleportationsportal zu „Hinter den Feuerfällen“ um das Adamantene Herz in Besitz zu nehmen. Dort trifft man auf den Zyklopen Pal’Na’Thar. Er ist das Orakel und sucht jemanden, der die Beschützung des Adamantenen Herzes übernehmen soll.

Das Adamantene Herz beinhaltet die Seele des unsterblichen Umbracor, des Vaters aller Drachen. Sein Sohn Ardakor hat ihn getötet und sich als sein Vater ausgegeben. Ardakor selbst ist aber nicht unsterblich; dafür benötigt er den Karfunkelstein seines Vaters, das Adamantene Herz. Malgorra stiehlt den Stein jedoch. Der Held muss nun mit Hilfe von Rakorium und dem Thesiskristall den Karfunkelstein so manipulieren, dass Umbracors Seele von Ardakors Körper Besitz ergreift, wenn dieser den Karfunkelstein frisst. Vom Berg Drakensang strömen derweil Horden von Drachen-Kultisten und Drachenechsen zur Stadt Murolosch herab. Der König und eine kleine Zwergenarmee versuchen diese aufzuhalten. Der Held dringt schließlich auf den Gipfel vor, wo sich Malgorra in eine Hydra verwandelt. Nachdem der Held sie getötet und das Adamantene Herz präpariert hat, fliegt Ardakor herbei und verschlingt das Adamantene Herz. Umbracor nimmt Ardakors Körper in Besitz und stellt das Gleichgewicht der Welt wieder her.

Gebiete[Bearbeiten]

Inklusive der vier Heimat-Stadtteile in Ferdok und dem eigenen Anwesen existieren 11 Hauptgebiete, sowie der darin enthaltenen Örtlichkeiten wie Tavernen, Kellergewölben, Höhlen, Grüfte usw. Diese sind entweder direkt durch Verlassen von einem angrenzenden Gebiet, durch Anwählen auf einer Karte oder teils automatisch zugänglich und meist nur für die jeweiligen (Neben-)Questen geöffnet. Ferner gibt es Zufallsbegegnungen auf Reisen und das Zwergenviertel in Ferdok, das jedoch im gesamten Spiel nicht zugänglich ist.

Spielprinzip[Bearbeiten]

Drakensang ist ein reines Einzelspieler-Spiel, besitzt eine 3D-Ansicht, und der Spieler kann bis zu vier Charaktere durch die Abenteuerwelt führen. Die Kämpfe basieren, ähnlich wie Baldur's Gate, auf einem Rundensystem, das in Echtzeit umgesetzt und dargestellt wird. Durch eine Pausenfunktion kann das Spielgeschehen dabei zu jedem Zeitpunkt angehalten werden.[2]

Insgesamt kann der Spieler zwischen zehn Begleitern auswählen. Diese trifft er während seiner Reise. Im Team darf er aber nur drei gleichzeitig befehligen, Die übrigen warten in seinem Haus. Diese bekommen, obwohl sie nicht aktiv ins Geschehen eingreifen, die gleichen Erfahrungspunkte wie sich momentan im Team befindliche Begleiter. Nicht alle Quests sind sofort ausführbar/annehmbar oder beendbar. Dies geschieht Schritt für Schritt nach Lösen der Drachenqueste (Kapitel).

Das Haus fungiert unter anderem als Lagerstätte für Gegenstände. Dort kann der Spieler Werkbänke aufstellen, die ihm zum Beispiel das Brauen von Tränken oder die Herstellung von Waffen erlauben. Gleichzeitig ist es der Aufenthaltsort der zur Zeit inaktiven Begleiter. Der Spieler kann jederzeit zwischen den Missionen nach Ferdok zurück reisen, um dort die Zusammensetzung seiner Gruppe zu verändern. Um in die Missionsgebiete zu gelangen, wählt man auf einer statischen Karte seinen Zielpunkt. Während der automatisierten Reise kann es zu Zufallsbegegnungen mit feindlich gesinnten Kreaturen kommen. Nach dem Lösen der Drachenqueste sind manche Handlungsschauplätze nicht mehr betretbar.

Im laufenden Spiel kann jederzeit der Pausenmodus aktiviert werden, zum Beispiel während eines Kampfes. Dadurch können in Ruhe individuell für alle Gruppenmitglieder Spezialattacken vorbereitet, Teammitglieder neu positioniert oder Tränke verabreicht werden. Durch das Drücken der Strg-Taste kann der Spieler einem Charakter mehrere Folgebefehle geben, die von der Spielfigur anschließend automatisch abgearbeitet werden.

Ein Spielcharakter ist jeweils ausgewählt, der gewisse Aktivitäten durchführt, wie das Entschärfen von Fallen oder das Aufheben von Gegenständen. Ansonsten finden Aktionen in der Regel gemeinsam statt, und die anderen folgen, es sei denn, man schickt eine Person zum gemeinsamen Anwesen. Mit Schleichen, normal Gehen und Rennen existieren drei Laufgeschwindigkeiten, die verschiedene Taktiken ermöglichen.

Eine Besonderheit des Kampfsystems ist die Möglichkeit, Wunden zu verursachen. Wunden entstehen, wenn der verursachte Schaden den Konstitutionswert des Getroffenen übersteigt. Gegner, die fünf Wunden erleiden ohne diese zu behandeln, sind unabhängig von der Anzahl der verbliebenen Lebenspunkte sofort tot. Spezialattacken erhöhen die Chance auf das Verursachen von Wunden. Mit diesen Attacken können auch kampfschwache Begleiter stärkere Gegner schnell töten. Einige Boss-Gegner sind daher gegen spezielle Fähigkeiten immun.

Im Spiel können Fertigkeiten wie Bogenbau, Schmieden, Alchemie, Zaubern oder verschiedene Kampfarten und -attacken erlernt und im Laufe der Zeit gesteigert werden. Viele gefundene oder erworbene Gegenstände können zu nützlicheren Ausrüstungsgegenständen kombiniert werden. Dazu sind Anleitungen sowie Talentwerte in gewisser Höhe nötig, die man zuvor durch Sammeln von Erfahrungen errungen und dann verteilt hat.

Entwicklung[Bearbeiten]

Dieses vierte DSA-Computerspiel steht - abgesehen von der gleichen Spielwelt - in keinem Zusammenhang mit der Nordland-Trilogie, den bisherigen Computerspielen in der Welt von Das Schwarze Auge.

Die Geschichte des Spiels wurde von Radon Labs in enger Abstimmung mit der Chefredaktion und in Zusammenarbeit mit den DSA-Autoren Stefan Blanck, Momo Evers, Mark Wachholz und Anton Weste entworfen. Begleitend zur Veröffentlichung des Computerspiels erschienen auch mehrere Produkte im Bereich des Pen&Paper-Rollenspiels,[3] der Browsergames,[4] und der Hör-/Bücher.[5][6]

Versionen[Bearbeiten]

Das Spiel erschien neben der normalen Variante und einer Steel-Case-Edition auch in einer auf 10.000 Stück limitierten Collector's Edition. Diese enthält zusätzlich zum Spiel eine Zinnminiatur, das Hörbuch Der Scharlatan, den Soundtrack des Computerspiels auf einer Extra-CD, eine Karte Aventuriens aus Kunstleder und das vollständige Basisregelwerk der 4. Edition DSA in digitaler Form auf DVD.

Einen Bonus erhielten Vorbesteller der Standardedition beim Online-Versandhändler Amazon. Sie erhielten zu ihrem Spiel gratis einen Freischaltcode für einen speziellen Spielgegenstand, die Maske des Meisters.[7]

Am 3. April 2009 erschien weiterhin eine Gold Edition mit verbesserter Grafik und neuen Gegenständen (incl. des Vorbesteller-Bonus Die Maske des Meisters) sowie einem vollständigen DSA-Abenteuer als PDF-Datei.[8] Diese neuen Inhalte wurden später auch in Form eines Patches und eines Pakets mit hochauflösenden Texturen für Erstveröffentlichungen zum Download bereitgestellt.[9][10]

Rezeption[Bearbeiten]

Die Durchschnittswertung deutschsprachiger Magazine wurde bei critify.de basierend auf 29 Bewertungen mit 83 Prozent angegeben.[11] Dabei bewerteten die Zeitschriften GameStar (9/2008: 85 %), PC Action (10/2008: 85 %), PC Games (9/2008: 81 %), c’t (17/2008: 100 %), Bravo Screenfun (09/2008: 91 %), ComputerBild Spiele (09/2008: 73 %) wie auf eurogamer.de (6. August 2008: 70 %) durchweg positiv.

Von der Washington Post wurde Drakensang Ende 2008 in einer Vorschau auf fünf ungewöhnliche Spiele des Jahres 2009 (Release der US-Version) angeführt.[12] Am 31. März 2009 wurde Drakensang bei der erstmaligen Verleihung des Deutschen Computerspielpreises als „Bestes deutsches Spiel 2008“ und „Bestes Jugendspiel“ ausgezeichnet. Eine Jury wählte für die Veranstaltung der Branchen-Verbände aus 119 Spielen aus und achtete besonders „auf einen kulturell und pädagogisch wertvollen Inhalt“.[13]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Schwarze Auge Drakensang. Auf: anaconda-game.de.
  2. a b GameStar 05/2009, S. 24.
  3. Abenteuerbeschreibung Drachenchronik 1: Drachenschatten. Verlag Ulissess Medien & Spiel.
  4. Webseite des DSA-Browsergamebetreiber Chromatrix
  5. Buchbeschreibung Das Ferdoker Pergament. Verlag Fantasy Productions.
  6. Hörbuchbeschreibung Das Ferdoker Pergament. Horchposten Verlag.
  7. Amazon.de: Kundendiskussionen
  8. GameStar 05/2009, S. 29.
  9. Patch 1.1 Changelog im dtp-Forum
  10. Ankündigung Patch 1.02 und High Texture Pack im dtp-Forum
  11. Drakensang bei critify.de; Stand: 11. September 2008.
  12. Matt Peckham: 5 Unorthodox PC Games to Watch in 2009 (Englisch) The Washington Post. 30. Dezember 2008. Abgerufen am 7. März 2011.
  13. Wolfgang Zehentmeier: Deutscher Computerspielpreis. Bestes Spiel: „Das schwarze Auge-Drakensang“. Auf: BR-online, 1. April 2009.