Das Tagebuch der Anne Frank (1959)

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Das Tagebuch der Anne Frank ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1959. Er behandelt das Schicksal von Anne Frank und ihrer Familie. Nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Albert Hackett und Frances Goodrich, das auf dem Tagebuch der Anne Frank basiert, entstand ein bewegendes Drama, das bis heute zu den Klassikern des Films gehört.

Handlung[Bearbeiten]

Die 15-jährige Jüdin Anne muss sich vor den Nationalsozialisten mit ihrer Familie und Freunden, den van Daans (in der Realität: van Pels) sowie dem Zahnarzt Dussel (Pfeffer) in einem Amsterdamer Hinterhaus verstecken. Zwei Jahre lang harren sie auf engstem Raum aus, bis kurz nach der Landung der Alliierten in der Normandie das Versteck entdeckt wird und die acht Menschen in die Vernichtungslager deportiert werden.

Weitere Informationen[Bearbeiten]

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  • Margot Diane Baker war 20 Jahre alt, ihre historische Rolle drei Jahre jünger.
  • Richard Beymer war auch 20 Jahre alt, Peter van Daan zwei Jahre jünger, als er im KZ Mauthausen starb.
  • Millie Perkins war bei den Dreharbeiten knapp 20 Jahre alt, sechs Jahre älter als die reale Anne.

Das Bühnenbild, das in den Fox-Studios entstand, gilt dem Hinterhaus von 1941 bis 1944 als wenig ähnlich. Es wird wie nur ein Raum, nicht wie mehrere Zimmer, dargestellt. Die Außenaufnahmen entstanden jedoch an Originalschauplätzen in Amsterdam. In der Szene zu Beginn, als „Otto Frank“ (Joseph Schildkraut) die Prinsengracht 263 des Filmes betritt, geht er in das heute noch existierende Anne-Frank-Haus, das erst später in ein Museum umfunktioniert wurde. Die Untergetauchten werden im Film nur von Miep und Herrn Kraler geschützt und versorgt, in der Wirklichkeit aber auch noch von Bep Voskuijl und Johannes Kleiman, die Anne sehr gerne mochte.

Ursprünglich war Audrey Hepburn für die Darstellung der Anne Frank vorgesehen, doch sie lehnte aus zwei Gründen ab. Zum einen nahm sie ein anderes Filmprojekt wahr, und zum anderen hatte sie als Kind im besetzten Holland gelebt und die Gräuel der Nazis selbst gesehen. Damit indirekt noch einmal konfrontiert zu werden, war ihr zu viel. Der Film wurde ein großer Erfolg, auch wenn Historiker teilweise kritisierten, dass die Darstellung der Zeit im Hinterhaus verharmlost werde und dass suggeriert werde, die Untergetauchten hätten Spaß am Leben im Versteck gehabt. Heute weiß man auch, dass Anne ihr Tagebuch schon vor dem Untertauchen begann, und das Liebesverhältnis zu Peter wurde im Film falsch wiedergegeben.

Der Film wird in Schulen oft parallel zur Lektüre des Tagebuches gezeigt.

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1959 in den Ateliers der Ultra Film Synchron GmbH München. Synchronregie führte Josef Wolf, der auch das Dialogbuch verfasste. [1]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Anne Frank Millie Perkins Gertrud Kückelmann
Otto Frank Joseph Schildkraut Paul Klinger
Auguste van Daan Shelley Winters Eleonore Noelle
Peter van Daan Richard Beymer Dieter Klein
Edith Frank Gusti Huber Ruth Hellberg
Herr van Daan Lou Jacobi Benno Sterzenbach
Margot Frank Diane Baker Renate Danz
Harry Kraler Douglas Spencer Siegfried Schürenberg
Mynher Albert Dussel Ed Wynn Alfred Balthoff

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Das Tagebuch der Anne Frank wurde 1960 für acht Oscars nominiert, wovon der Film drei erhielt.

Auszeichnung

Nominierung

  • Bester Nebendarsteller: Ed Wynn
  • Bestes Kostümdesign
  • Beste Regie
  • Beste Musik
  • Bester Film

Kritiken[Bearbeiten]

„Der lakonische, sachlich-verhaltene Stil der bekannten Tagebuchnotizen des Mädchens erfährt eine zwar weitgehend konventionelle Kino-Dramatisierung, dennoch zwingen die überzeugenden Darsteller und der Ernst der Inszenierung zur Auseinandersetzung mit der authentischen Vorlage, die zu den erschütterndsten Zeugnissen aus der Zeit des Nationalsozialismus zählt.“

Lexikon des internationalen Films

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Das Tagebuch der Anne Frank. Twentieth Century Fox Home Entertainment 2006

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Bräutigam: Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation. Mehr als 2000 Filme und Serien mit ihren deutschen Synchronsprechern etc.. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-289-X, S. 351 / Das Tagebuch der Anne Frank (1959) in der Synchrondatenbank von Arne Kaul; abgerufen am 18. November 2008