Das Todeshaus am Fluß

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Filmdaten
Deutscher Titel Das Todeshaus am Fluß
Originaltitel House by the River
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1950
Länge 88 Minuten
Stab
Regie Fritz Lang
Drehbuch Mel Dinelli
Produktion Howard Welsch
Robert Peters
Musik George Antheil
Kamera Edward Cronjager
Schnitt Arthur Hilton
Besetzung

Das Todeshaus am Fluß (Originaltitel: House by the River) ist ein US-amerikanischer Film noir von Fritz Lang aus dem Jahr 1950.

Handlung[Bearbeiten]

Der erfolglose Schriftsteller Stephen Byrne lebt mit seiner Ehefrau Marjorie in einer viktorianisch anmutenden Villa am Ufer eines Flusses. Gedemütigt durch einen erneuten Misserfolg, stellt er dem jungen Dienstmädchen Emily nach. Als diese bei seinem Annäherungsversuch laut zu schreien beginnt, erwürgt er sie im Affekt. Um sich die Leiche möglichst unauffällig vom Leib zu schaffen, bittet er seinen gutherzigen, aber willensschwachen Bruder John um Hilfe. Schließlich versenken die beiden das Opfer im Fluss.

Während John angesichts seiner Beihilfe zu dem Verbrechen das Gewissen plagt, weiß Stephen das in den Augen der Öffentlichkeit mysteriöse Verschwinden Emilys geschickt für seinen eigenen beruflichen Erfolg zu nutzen. Als sein Name in der Zeitung erscheint, schnellen die Verkaufszahlen seiner Bücher in die Höhe.

Nachdem er sich gegenüber seiner Frau und den Ermittlungsbehörden in ein Netz von Lügen verstrickt hat und zu allem Übel auch noch die Leiche aus dem Fluss geborgen wird, schiebt er seinem Bruder die Schuld für Emilys Tod in die Schuhe. Eine öffentliche Anhörung führt zwar zunächst nicht zu einer Anklage gegen John, doch von seinen Mitmenschen wird er fortan geächtet.

Nun plant Stephen auch seinen Bruder unter Vortäuschung eines Selbstmordes zu töten. Ihr Zusammentreffen am Ufer des Flusses mündet schließlich in einem furiosen Finale.

Hintergrund[Bearbeiten]

Ende der 40er Jahre befand sich Fritz Lang in einer schwierigen Situation. Sein letzter Film Geheimnis hinter der Tür mit Joan Bennett und Michael Redgrave in den Hauptrollen war sowohl bei Kritikern als auch an der Kinokasse durchgefallen. Zudem war er mit mehreren Produzenten zerstritten.[1] Diese Umstände zwangen ihn, für House by the River mit dem kleineren Studio Republic Pictures zusammenzuarbeiten, das vor allem für seine B-Movies bekannt war.[1][2] im Vergleich zu den Filmen der Jahre zuvor war das Budget dementsprechend deutlich reduziert und Lang musste auf die Mitwirkung großer Hollywoodstars verzichten.[3]

Der Drehbuch basiert auf dem Roman The House by the River des englischen Autors A. P. Herbert aus dem Jahr 1921.

Die bekannte deutsche Filmkritikerin und Filmessayistin Frieda Grafe nahm den Film in eine 1995 veröffentlichte Liste ihrer Lieblingsfilme auf.[4]

Rezeption[Bearbeiten]

„Leicht angestaubtes, düster-makabres Krimi-Melodram, angesiedelt in der für Fritz Lang typischen Atmosphäre moralisch-ethischer Zweideutigkeiten. Bemerkenswert durch die Kameraeinstellungen sowie die interessanten Symbolverweise in Dekor und Kulisse: alles spiegelt das Seelenleben der Hauptfigur, so daß auch sein makabres Ende aus einer filmisch durchaus zwingenden Logik resultiert.“

Lexikon des Internationalen Films[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b David Cairns: Felicitous Rooms: Fritz Lang’s House by the River sensesofcinema.com, Oktober 2005, abgerufen am 27. April 2013
  2. About Republic Pictures republicpictures75th.com, abgerufen am 27. April 2013
  3. Farran Smith Nehme: Lustful Undertow: Fritz Lang’s The House by the River fandor.com, 29. November 2010, abgerufen am 27. April 2013
  4. Wie Film Geschichte anders schreibt: Frieda Grafe – 30 Filme arsenal-berlin.de, abgerufen am 27. April 2013
  5. Das Todeshaus am Fluß. Lexikon des Internationalen Films, abgerufen am 27. April 2013.