Das Turiner Pferd

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Filmdaten
Deutscher Titel Das Turiner Pferd
Originaltitel A Torinói ló
Produktionsland Ungarn, Frankreich, Deutschland, Schweiz, USA
Originalsprache Ungarisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 146 Minuten
Stab
Regie Béla Tarr
Drehbuch László Krasznahorkai,
Béla Tarr
Produktion Gábor Téni,
Martin Hagemann,
Juliette Lepoutre,
Marie-Pierre Macia,
Ruth Waldburger
Musik Mihály Víg
Kamera Fred Kelemen
Schnitt Ágnes Hranitzky
Besetzung
  • János Derzsi: Ohlsdorfer
  • Erika Bók: Ohlsdorfers Tochter
  • Mihály Kormos: Bernhard

Das Turiner Pferd (Originaltitel: A Torinói ló) ist ein Spielfilm des ungarischen Regisseurs Béla Tarr aus dem Jahr 2011.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film zeigt das Leben eines alten Mannes und seiner Tochter auf einem kleinen Gehöft über einen Zeitraum von sechs Tagen. Die Landschaft ist karg, die Arbeit eintönig. Mit jedem Tag wird den beiden ein Stück ihrer Lebensgrundlage entzogen. Das Pferd hört auf zu fressen, der Brunnen versiegt, das Feuer im Herd brennt nicht mehr. Als am letzten Tag auch noch die Petroleumlampe erlischt, bleibt nur Dunkelheit zurück.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Titel des Films bezieht sich auf eine Anekdote, der zufolge Friedrich Nietzsche im Januar 1889 unmittelbar vor seinem geistigen Zusammenbruch in Turin ein streikendes Droschkenpferd mit theatralischer Geste vor der Peitsche des wütenden Kutschers bewahrt haben soll.[1]

Der Film feierte seine Premiere am 15. Februar 2011 im Rahmen des Wettbewerbs der 61. Berlinale.[1] Der Kinostart in Deutschland erfolgte am 15. März 2012 im Basis-Film Verleih.[2]

Kritiken[Bearbeiten]

„Ein ebenso anstrengender wie faszinierender filmischer Kraftakt, der in seiner atemberaubend rauen Poesie voller Sinnbilder und Metaphern herausfordert.“

Lexikon des Internationalen Films[3]

„Wie kein anderer Regisseur lässt Béla Tarr die Erzählung sinnlich greifbar werden. Die Monotonie der Bilder, die Wiederholung der Handlungen und die sich langsam ausbreitende Resignation entwickeln eine Sogkraft, der man sich schwer entziehen kann.“

Simon Broll: Der Spiegel[4]

„Die archaische Geschichte von Vater und Tochter, die romantischen Naturgewalten, die pathetische Musik von Tarrs Stammkomponisten Mihály Vig, die an barocke Malerei erinnernden Bilder und das Nietzsche-Zitat am Anfang des Films, all das wirkt unheimlich monumental und bedeutungsschwanger. Doch letztlich widmet sich der Film nur einer hermetisch abgeriegelten, sinnentleerten Kunstwelt, die auf nichts anderes verweist als ihre eigene erhabene Schönheit.“

Michael Kienzl: Critic.de[5]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Internationale Filmfestspiele Berlin 2011

Europäischer Filmpreis 2011

  • Nominierung für Béla Tarr in der Kategorie Beste Regie
  • Nominierung für Fred Kelemen in der Kategorie Beste Kamera
  • Nominierung für Mihály Víg in der Kategorie Beste Filmmusik

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Das Turiner Pferd berlinale.de, abgerufen am 9. April 2013
  2. Das Turiner Pferd filmstart.de, abgerufen am 9. April 2013
  3. Das Turiner Pferd. zweitausendeins.de, abgerufen am 9. April 2013.
  4. Simon Broll: Film „Das Turiner Pferd“: Es werde Nacht. spiegel.de, 15. März 2012, abgerufen am 9. April 2013.
  5. Michael Kienzl: Filmkritik. Critic.de, 16. Februar 2011, abgerufen am 18. April 2013.