Das Wort (Universelles Leben)

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Gabriele-Verlag Das Wort ist ein deutscher Verlag der Synkretistischen Neuoffenbarungsbewegung Universelles Leben. Er agiert international, hauptsächlich in Europa. Verlagssitz ist Marktheidenfeld-Altfeld. Auf seiner Internetseite sieht der Verlag seinen Auftrag darin, die Schriften von Gabriele Wittek zu veröffentlichen, der unumstrittenen Führungsperson im Universellen Leben.[1] Am Stammkapital des in der Rechtsform einer GmbH geführten Verlags sind jeweils zu 25 Prozent mit gleicher Anzahl von Stimmrechten Christine Schulte, Ulrich Seifert, Harald Dohle und die UL-Gründerin Gabriele Wittek beteiligt.[2] Geschäftsführer sind laut Impressum Gabi Schmitt und Maya Kübli.

Publikationen[Bearbeiten]

Hauptwerk[Bearbeiten]

Hauptwerk des Verlags ist das Werk Das ist mein Wort – Alpha und Omega, verfasst von Gabriele Wittek, gleichsam die „Bibel“ des Universellen Lebens.[3] Witteks Buch erhebt im Untertitel den Anspruch, die Christus-Offenbarung zu sein, „welche inzwischen die wahren Christen in aller Welt kennen“ (früherer Untertitel: Die Christus-Offenbarung, welche die Welt nicht kennt). Es enthält das von Gideon J.R. Ouseley (1835–1906) verfasste und von Werner Zimmermann übersetzte neuzeitlich apokryphe Evangelium des vollkommenen Lebens (Erstveröffentlichung 1933, für Witteks Werk wurde der Text überarbeitet.[3]) Ouseley gab 1897 in einem Brief an, „er habe den Text medial mit Hilfe seiner theosophischen Mentoren Anna und Edward Maitland sowie der Geister Emanuel Swedenborgs und des Bruders Placidus empfangen“.[4] Das Buch greift offenbar Themen aus den biblischen Evangelien auf, setzt jedoch weitere Schwerpunkte bei Reinkarnation, Vegetarismus, Tierliebe und Alkoholabstinenz. Ob der Text ganz oder teilweise auf das antike Evangelium der Zwölf zurückgeht,[5] ist umstritten.[3][6] Auch die Identität der antiken Schrift ist nicht zweifelsfrei belegt.[7]

Wittek leitet eigene Kommentare und „Berichtigungen“ an über 400 Stellen ein mit dem sich wiederholenden Textbaustein „Ich, Christus, erkläre, berichtige und vertiefe das Wort“. Der Verlag erhebt somit den Anspruch, nicht nur neue Offenbarungen Jesu für die heutige Zeit zu publizieren, sondern auch die biblische Lehre anhand einer der Bibel gleichgestellten Schrift auslegen, deuten und berichtigen zu können. Das Buch wird auch als kostenloser Download publiziert.

Sonstige Werke[Bearbeiten]

Das Werk Wer sitzt auf dem Stuhl Petri? weist keine Literaturangaben auf. Die Informationen, die es enthält, dienen dem Ziel, die leitenden Personen der katholischen Kirche als „Götzendiener“ hinzustellen.[8]

Kritik an bedeutenden Bibelübersetzern[Bearbeiten]

Auf Plakaten, die in den Wintern 2005/2006 und 2006/2007 in deutschen Städten in Bahnhofsgegenden aushingen, kritisierte der Verlag bedeutende, historische Bibelübersetzer. So wird Martin Luther als „Menschenfeind“ und Hieronymus als „Bibelfälscher“ bezeichnet.[9]

Beteiligungen und Kooperationen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Radio Santec

Der Verlag ist zu 100 Prozent an seinem Tochterunternehmen Radio Santec beteiligt und über dieses am Musikverlag Santec Music GmbH und an der Produktionsfirma Santec Media GmbH. Radio Santec strahlt die Botschaften Witteks in mehreren Sprachen über Kurz- und Mittelwellensendungen aus (ab Januar 2011 nur noch Webradio). Außerdem betreibt Radio Santec das Fernsehprogramm SOPHIA TV. Unter derselben Postadresse angesiedelt ist auch der Verlag Das weisse Pferd, das eine gleichnamige Zeitschrift und Literatur weiterer Autoren aus dem Umfeld des Universellen Lebens herausgibt.

Publikationen[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Webseite des Verlags: Über uns, abgerufen am 31. Oktober 2010
  2. Ausdruck aus dem Handelsregister des Amtsgerichts Würzburg vom 25. Februar 2009, HRB 9780, zitiert in einem Bericht der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) (PDF; 29 kB)
  3. a b c Michael Hitziger: Weltuntergang bei Würzburg: Ein Aussteiger berichtet von siebzehn Jahren in der Sekte Universelles Leben der Prophetin Gabriele Wittek, Verlag Hans Schiler, Berlin 2008, ISBN 978-3-89930-227-1 (Auszüge online, siehe Kap. 4.4, S. 148 ff.)
  4. Joachim Finger: Jesus - Essener, Guru, Esoteriker? Neuen Evangelien und Apokryphen auf den Buchstaben gefühlt, Quell Verlag, Stuttgart und Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz, 1993
  5. Für die dem Universellen Leben nahestehende Website Theologe.de (vgl. Jesus und die ersten Christen waren Freunde der Tiere) und den Rosenkreuzorden (Wahrheit - Rosenkreuzer sehen manches anders) sind die Texte praktisch identisch
  6. vgl. auch das theologische Fachforum Mykath.de (Die Bibel - Ist das Buch der Bücher unvollständig?) und Ingolf Bossenz: Jesus und die Verlorenen der Schlachthöfe in Neues Deutschland vom 24. Dezember 2005 (noch online auf der Website der Tierschutzpartei Baden-Württemberg)
  7. Wilhelm von Christ, Otto Stählin, Wilhelm Schmid: Geschichte der griechischen Litteratur: Von 100 bis 530, Verlag Beck 1924 und 1981, ISBN 3-406-01388-0 (Auszugsweise online verfügbar, S. 1189)
  8. vgl. Das WORT: Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?, S. 200
  9. Die Bibel ist gefälscht. Hieronymus der kirchliche Bibelfälscher. S. 46. Verlag Das Wort, ohne Autorenangabe. (Online; PDF; 230 kB)

Weblinks[Bearbeiten]