Das Wort zum Sonntag

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur Sendung im Schweizer Fernsehen SRF siehe Wort zum Sonntag.

Das Wort zum Sonntag ist der Titel einer kirchlichen Sendereihe der ARD bzw. des Deutschen Fernsehens.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Wort zum Sonntag ist eine der ältesten Fernsehreihen der ARD und nach der Tagesschau die zweitälteste Sendung des Deutschen Fernsehens.[1]

Die anfangs zehnminütige und inzwischen vierminütige Sendung wird jeden Samstagabend meist nach der Sendung Tagesthemen und vor dem Spätfilm ausgestrahlt. Alleine seit der ersten Ausstrahlung am 8. Mai 1954 bis zum 25. Dezember 2004 äußerten sich 281 Pfarrer, Priester und Theologen jeweils zu christlichen und theologischen Fragen, häufig mit Bezug auf aktuelle Themen. Nicht selten werden die Sendungen nicht im Fernsehstudio, sondern im Freien aufgezeichnet; oft an einem dem Thema entsprechenden Ort.

Der Moderator Jörg Thadeusz nannte die Sendung im Rahmen einer Festveranstaltung im Januar 2014 in Hamburg „vier Minuten religiöser Frontalunterricht“. Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider sieht die Sendung als einen „niedrigschwelligen Berührungspunkt mit dem Evangelium“.[2]

Sprecher[Bearbeiten]

Seit Anfang 1999 besteht die Sprechergruppe aus acht Personen, die jeweils im wöchentlichen Wechsel vor die Kamera treten. Derzeit (2013&2014) handelt es sich um Gereon Alter (kath.), Wolfgang Beck (kath.), Annette Behnken (ev.), Michael Broch (kath.), Alfred Buß (ev.), Stefan Claaß (ev.), Verena Maria Kitz (kath.) und Nora Steen (ev.).[3]

Besonderheiten[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1954 verhinderte ein technischer Defekt, ein Kabelbruch, dass der katholische Prälat Klaus Mund aus Aachen die erste Sendung bestritt. Daher sprach am 8. Mai 1954 der evangelische Pastor Walter Dittmann aus Hamburg das erste „Wort zum Sonntag“ mit dem Titel „Sehen und Hören“.[4] Dieser Kabelbruch wurde von engagierten Protestanten zum Anlass genommen, diesen Defekt TV-kritischen Katholiken als Sabotageversuch vorzuwerfen.[5]

Im Jahr 1969 sprach Liselotte Nold vom Bayrischen Mütterdienst als erste Frau das „Wort zum Sonntag“.[5]

In den späten 1970er Jahren wurde die Sendung zweimal zum Politikum: 1977 legte der evangelische Pfarrer Jörg Zink sein Manuskript zur Sendung beiseite und redete frei über die Entführung des Flugzeugs Landshut, im November 1979 war es ebenfalls Jörg Zink, der die Umweltzerstörung beklagte und so angeblich der Partei der Grünen den Einzug in den Landtag Baden-Württemberg ermöglichte.[5] Ab 1983 wurde die Sendung durch die regelmäßigen Predigten von Isa Vermehren frischer und menschlicher, ein weiterer Schritt auf die Zuschauer zu war im Jahr 2000 die erste Livesendung von der Reeperbahn, wo die offizielle Feier des Eurovision Song Contests stattfand.[5]

Am 6. Mai 2004 wurde in einem Festakt in Hamburg das 50-jährige Bestehen der Reihe gefeiert. Die Jubiläumsausgabe am 8. Mai 2004 gestaltete Stephan Wahl (kath.).

Am 25. April 1987 sprach mit Johannes Paul II. erstmals ein Papst das Wort zum Sonntag.[6] Dies erzeugte eine Rekordeinschaltquote und galt zu dieser Zeit als politisches Symbol.[5] Auch Papst Benedikt XVI. wandte sich am 17. September 2011 vor seiner Deutschlandreise mit dem Wort zum Sonntag an die deutschen Fernsehzuschauer.[7][8][9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wort zum Sonntag: Die Predigt nach den Tagesthemen, abgerufen am 21. Januar 2014
  2. „Vier Minuten religiöser Frontalunterricht“. Evangelisches Nachrichtenportal Idea, 20. Januar 2014, abgerufen am 21. Januar 2014
  3. Liste der Sprecher auf der Webseite der Sendung, abgerufen 21. Januar 2013 und am 13. März 2014
  4. Das erste „Wort zum Sonntag“: Sehen und Hören. daserste.de, abgerufen am 24. März 2014
  5. a b c d e Jan Freitag: Wir sind Fernsehen. Abgerufen am 9. Februar 2013
  6. Text bei www.vatican.va
  7. Der Papst spricht Wort zum Sonntag
  8. Videoaufzeichnung bei DasErste Mediathek (ARD) – Das Wort zum Sonntag – Papst Benedikt XVI. spricht das Wort zum Sonntag. Website DasErste.de. Abgerufen am 18. September 2011.
  9. Text des Beitrages bei Radio Vatikan. Website radiovaticana.org. Abgerufen am 18. September 2011.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ruth Ayaß: „Das Wort zum Sonntag“: Fallstudie einer kirchlichen Sendereihe. Kohlhammer, Stuttgart 1997. ISBN 3-17-014878-8
  • David Hober (Hrsg.): Ungehaltene Worte zum Sonntag: Von Prominenten zum 50. Geburtstag. Echter, Würzburg 2004. ISBN 3-429-02633-4
  • Jan Freitag: Wir sind Fernsehen, in: Frankfurter Rundschau vom 17. September 2011, S. 35

Weblinks[Bearbeiten]