Das Wunder von Mailand

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Filmdaten
Deutscher Titel Das Wunder von Mailand
Originaltitel Miracolo a Milano
Produktionsland Italien
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 1951
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Vittorio De Sica
Drehbuch Cesare Zavattini
Suso Cecchi D’Amico
Vittorio de Sica
Mario Chiari
Adolfo Franci
Produktion Vittorio De Sica
Musik Alessandro Cicognini
Kamera Aldo Graziati
Schnitt Eraldo Da Roma
Besetzung

Das Wunder von Mailand ist ein italienischer Kinofilm von Vittorio De Sica aus dem Jahr 1951. Der sozialkritische Film mit märchenhaften Elementen basiert auf der Novelle Das Wunder von Bamba (Originaltitel: Totò il buono) von Cesare Zavattini, der auch einer der Drehbuchautoren war. Am 13. Juni 1952 lief das Werk erstmals in Kinos des deutschsprachigen Raumes.

Handlung[Bearbeiten]

Eine alte Frau findet in einem Kohl in ihrem Garten ein Baby und zieht es wie einen eigenen Sohn auf. Als sie stirbt, muss der junge Toto in ein Waisenhaus ziehen, das er erst als junger Mann wieder verlässt.

Der naiv freundliche Toto versucht Arbeit in Mailand zu finden, endet jedoch, wie viele andere, in einem Quartier in einem Slum am Stadtrand von Mailand. Trotz der trostlosen Verhältnisse in dem Slum, lässt sich Toto mit seiner positiven Lebenseinstellung nicht unterkriegen. Er gewinnt viele Freunde. Als auf dem Gelände des Slums Öl gefunden wird, soll es abgerissen werden und einer Förderanlage Platz machen. Mit Hilfe einer magischen Taube, die ihm seine verstorbene Pflegemutter - gegen den Willen der himmlischen Autoritäten, verkörpert durch zwei Engel - immer wieder bringt, gelingt es Toto und den Slumbewohnern mit vereinten Kräften zunächst, den geplanten Abriss des Viertels zu verhindern. Doch in der realen Welt ist das bescheidene Glück der Slumbewohner nicht möglich. Toto und seine Mitstreiter entfliehen der trostlosen Realität und reiten schließlich vereint auf Besen in den Himmel über Mailand. Dabei singen sie vereint: „Wir brauchen ein Stück Boden, und sei es noch so klein und dann noch eine Hütte, um glücklich zu sein...“

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film ist eine Koproduktion von Vittorio De Sica und Cesare Zavattini, die schon einige Filme des Neorealismus (z.B. Fahrraddiebe und Schuhputzer) gemeinsam realisierten. Nachdem sie 1951 nach Mailand kamen, war ihnen die negative Stimmung durch die Konservativen und Progressisten bewusst. Von einigen wurde der Film als zu katholisch und trostbringend bezeichnet, andere bezeichneten ihn als Manifest eines gesellschaftlichen Umsturzes mit kommunistischem Einfluss. „Da sich die realen Zustände nicht gebessert hatten, half nur die Flucht in das Reich der Phantasie“, so Ronald M. Hahn et al.[1]

Kritik[Bearbeiten]

„Ein Loblied auf Güte und Hilfsbereitschaft, reich an poetischen und humanen Werten. Eines der unvergänglichen Meisterwerke der Filmkunst.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

Rudolf Oertel hielt in seinem „Macht und Magie des Films“ aus dem Jahr 1959 Das Wunder von Mailand für „allen Kritikern zum Trotz eine der glücklichsten Synthesen von Realität und Märchen, die der Film je hervorgebracht hat.“

„Vielleicht der beste Film, den ich je sah. Bei knapper Schilderung, straffes Konzept und folgerichtig. Und: sehr komisch!“

Walter Kempowski[3]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Für die Aufnahme der Spezialeffekte war Enzo Barboni verantwortlich, der als „E. B. Clucher“ später selbst ein bekannter Regisseur wurde.
  • Gegen Ende des Filmes fliegen die Darsteller mit Straßenkehrerbesen durch Mailand. Diese Szene soll Steven Spielberg zu seiner Fahrrad-Flugszene in „E.T. – Der Außerirdische“ (1982) inspiriert haben.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Cesare Zavattini: Das Wunder von Bamba (Originaltitel: Totò il buono). Deutsch von Stefanie Weiss, Bilder von Dorlis Meyer. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1974, 89 S., ISBN 3-499-20050-3

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lexikon des Fantasy-Films. München 1986, S. 563
  2. Das Wunder von Mailand im Lexikon des Internationalen Films
  3. Walter Kempowski: Wenn das man gut geht! Aufzeichnungen 1956-1970. München: Knaus 2012: S. 55