Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern

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Illustration von A. J. Bayes (1889)

Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern (dänisch: Den lille Pige med Svovlstikkerne) zählt zu den bekanntesten Märchen von Hans Christian Andersen. Er hat es im Jahre 1845 während eines neuntägigen Aufenthalts auf dem Schloss Gravenstein an der Flensburger Förde geschrieben. Es ist die tragische Geschichte eines kleinen Mädchens, das frierend auf der Straße Schwefelhölzchen verkauft und dabei in den Tod gleitet.

Handlung[Bearbeiten]

Ein kleines Mädchen sitzt am Silvesterabend auf der Straße, um seine Schwefelhölzchen zu verkaufen. Es ist dürftig gekleidet und friert; die mit ihren Feiertagsbesorgungen beschäftigten Bürger übersehen das Kind und seine Bettelwaren. Ohne etwas verdient zu haben, wagt sich das Mädchen jedoch nicht nach Hause und harrt frierend zwischen zwei Stadthäusern aus.

Verzweifelt vor Kälte zündet das Mädchen eines der Streichhölzchen an, obwohl ihr dies streng verboten ist. Im Lichtschein des Hölzchens fühlt sie sich, als würde sie an einem warmen Ofen sitzen, doch dies hält nur an, bis das Schwefelholz verlischt. Nach und nach zündet das Mädchen auch die weiteren Streichhölzer an und gleitet so in immer reichhaltigere Träume. Schließlich begegnet es seiner Großmutter und bittet diese, es in den Himmel mitzunehmen. Die Großmutter nimmt das Mädchen zu sich. In der Erzählung wird deutlich, dass das anfänglich in dieser Welt lebende und leidende Mädchen nicht wunderbar verwandelt wurde. Die märchenhafte Auflösung besteht lediglich aus einem sanften Erfrierungstod.

Verfilmungen[Bearbeiten]

Das Märchen wurde mehrfach verfilmt, unter anderem als Kurzfilm Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern von Jean Renoir (1928), Das Mädchen mit den Wunderhölzern mit Keshia Knight Pulliam (1987) und The Little Matchgirl (2006). 2013 folgte die deutsche Fernsehverfilmung Das Mädchen mit den Schwefelhölzern als Teil der Märchenfilmreihe Sechs auf einen Streich. The Little Match Seller (1902, 3,5 Minuten) von James Williamson gilt als erste Verfilmung einer Erzählung von H. C. Andersen überhaupt,[1] der Kurztrickfilm The Little Match Girl wurde 1938 für einen Oscar nominiert.

Vertonungen[Bearbeiten]

Eine Oper unter dem Titel Das Mädchen mit den Schwefelhölzern verfasste 1897 August Enna im Stil des Musikdramas Richard Wagners. 100 Jahre später, im Jahr 1997, wurde Helmut Lachenmanns Musiktheater gleichen Namens in der Hamburgischen Staatsoper uraufgeführt.

Ende 2009 wurde im Theater Eisenhand Linz (Oberösterreich) unter dem Titel Matchgirl Opera eine modernisierte Neufassung des Märchens von Karl M. Sibelius uraufgeführt, in der unter anderem Musik von The Tiger Lillies verwendet wurde.

Der Komponist Christian Bruhn vertonte einen Text von Georg Buschor über das Märchen. Das Lied wurde 1968 von Manuela eingesungen und auf einer Single veröffentlicht. Dieses Lied wurde später von anderen Interpreten ebenfalls aufgenommen und veröffentlicht, so u.a. vom Duo Gitti & Erica und von Claudia Jung.

Bearbeitungen[Bearbeiten]

Das Motiv des hungernden Kindes, für das im Konsumfieber der Wohlhabenden nicht einmal Pfennigbeträge erübrigt werden, griff Tomi Ungerer in seinem 1974 im Züricher Diogenes Verlag erschienenen Bilderbuch Allumette (frz.: allumette = Streichholz) auf. Ungerers Titelfigur wird allerdings vor dem Erfrieren durch ein Füllhorn gerettet, das es mit Essen und Waren überschüttet. 2005 erschien bei der Michael Neugebauer Edition eine Ausgabe mit Bildern der tschechischen Illustratorin Květa Pacovská, 2009 veröffentlichte der Seh-Sam Verlag eine Kleinauflage mit Illustrationen von Henrike Robert.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hauke Lange–Fuchs: Das häßliche Entlein und andere Film–Geschichten. Hans Christian Andersen im Film. Dokumentation, Nordische Filmtage Lübeck 1999; S. 40

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: The Little Match Girl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien