Das politische Buch

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Das politische Buch ist der jährlich verliehene Literaturpreis der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) zur Förderung wichtiger politischer Literatur.

Idee[Bearbeiten]

Seit 1982 vergibt die SPD-nahe Stiftung jährlich den mit 10.000 Euro dotierten Preis. Die Preisübergabe geschieht jeweils am 10. Mai oder in zeitlicher Nähe zu diesem Jahrestag der nationalsozialistischen Bücherverbrennung 1933. Als Institution, die den Ideen und Grundwerten sozialer Demokratie verpflichtet ist, zeichnet die FES politische Literatur aus. Aktuelle Themenfelder, die dabei besondere Berücksichtigung finden, sind:

  • Sozialer Zusammenhalt,
  • demokratische Kultur,
  • Innovation und Teilhabe,
  • solidarische Globalisierung.

Auswahlverfahren und Jury[Bearbeiten]

Bewerbungen und Vorschläge für Preisträger sind jeweils bis zum 15. Oktober möglich. Dabei muss bei ausländischen Autoren das vorgeschlagene Buch in deutscher Übersetzung auf dem Buchmarkt sein. Die eigentliche Auswahl des Preisträgers trifft eine Jury, die außerdem eine Liste mit weiteren empfehlenswerten politischen Büchern zusammenstellt.

2014 bestand die Jury aus [1]

  • Horst Baraczewski (* 1954), Buchhändler, Mitglied im Vorstand der Bremer Literaturstiftung. Mitglied der Jury seit 1997.
  • Wolfgang Budde-Roth (* 1939), Bibliothekar a. D. in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung. Mitglied der Jury seit 1983.
  • Klaus Hohlfeld (* 1939), Direktor a.D. der Stadtbücherei Mannheim. Von Anfang an Mitglied der Jury, seit 1990 deren Sprecher.
  • Jens Hundrieser (* 1940), Dozent zur Ausbildung von Büchereiassistenten in Göttingen.
  • Annette Kasper (* 1953), Leiterin der Ernst-Abbe-Bücherei Jena.
  • Gerald Leitner, Geschäftsführer des Österreichischen Bibliotheksverbandes (BVÖ)
  • Barbara Lison (* 1956), Direktorin der Stadtbibliothek Bremen. Geschäftsführerin der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung zur Verleihung des Bremer Literaturpreises.
  • Werner Stephan (* 1947), Direktor der Universitätsbibliothek Stuttgart, u.a. Mitarbeit in der International Federation of Library Associations (IFLA)
  • Beate Tröger (* 1961), Direktorin der Universitäts- und Landesbibliothek Münster. Vorstandsmitglied von DINI (Deutsche Initiative für Netzwerkinformation).

Liste der Preisträger und Laudatoren[Bearbeiten]

Jahr Datum, Ort Preisträger/in Buch Laudator/in
2014 15. Mai, Berlin Hannelore Schlaffer Die City. Straßenleben in der geplanten Stadt. Zu Klampen Verlag, Springe 2013, ISBN 978-3-86674-188-1 Klaus Hohlfeld
2013 14. Mai, Berlin Robert Menasse Der europäische Landbote. Die Wut der Bürger und der Friede Europas oder Warum die geschenkte Demokratie einer erkämpften weichen muss. Zsolnay, Wien 2012, ISBN 978-3-552-05616-9 Peer Steinbrück
2012 8. Mai, Berlin Colin Crouch Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus. Postdemokratie II. Suhrkamp, Berlin 2011, ISBN 978-3-518-42274-8 Sigmar Gabriel
2011 5. Juli, Berlin Peer Steinbrück Unterm Strich. Hoffmann und Campe, Hamburg 2010, ISBN 978-3-455-50166-7 Wolfgang Schäuble
2010 11. Mai, Berlin Rolf Hosfeld Die Geister, die er rief. Eine neue Karl-Marx-Biografie. Piper, München 2009, ISBN 978-3-492-05221-4 Andrea Nahles
2009 12. Mai, Berlin Christiane Grefe, Harald Schumann Der globale Countdown Gerechtigkeit oder Selbstzerstörung. Die Zukunft der Globalisierung. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2008, ISBN 978-3-462-03979-5 Wolfgang Thierse
2008 6. Mai, Berlin Peter Schaar Das Ende der Privatsphäre. Der Weg in die Überwachungsgesellschaft. Bertelsmann, München 2007, ISBN 978-3-570-00993-2 Ehrhart Körting
2007 10. Mai, Berlin Nadja Klinger, Jens König Einfach abgehängt. Ein wahrer Bericht über die neue Armut in Deutschland. Rowohlt, Berlin 2006, ISBN 978-3-87134-552-4 Matthias Platzeck
2006 9. Mai, Berlin Erhard Eppler Auslaufmodell Staat? Suhrkamp, Frankfurt 2005, ISBN 3-518-12462-5 Hubertus Heil
2005 12. Mai, Berlin Carolin Emcke Von den Kriegen. Briefe an Freunde. Fischer, Frankfurt 2004, ISBN 3-10-017013-X Heidemarie Wieczorek-Zeul
2004 13. Mai, Berlin Michael Mann Die ohnmächtige Supermacht. Warum die USA die Welt nicht regieren können. Campus, Frankfurt, New York 2003, ISBN 3-593-37313-0 Jürgen Kocka
2003 14. Mai, Berlin Gunter Hofmann Abschiede, Anfänge. Die Bundesrepublik. Eine Anatomie. Kunstmann, München 2002, ISBN 3-593-37313-0 Peter Glotz
2002 7. Mai, Berlin Michael Howard Die Erfindung des Friedens. Über den Krieg und die Ordnung der Welt. zu Klampen, Lüneburg 2001, ISBN 3-924245-98-3 Erhard Eppler
2001 10. Mai, Berlin Heinrich August Winkler Der lange Weg nach Westen. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2001. Julian Nida-Rümelin
2000 9. Mai, Berlin Wolfgang Engler Die Ostdeutschen. Kunde von einem verlorenen Land. Aufbau, Berlin 1999, ISBN 3-351-02490-8 Wolfgang Thierse
1999 18. Mai, Bonn Richard Sennett, Frank Böckelmann Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus. Berlin, Berlin 1998, ISBN 3-8270-0031-9 Anke Fuchs
1998 19. Mai, Bremen Markus Tiedemann, Swetlana Alexijewitsch „In Auschwitz wurde niemand vergast“.60 rechtsradikale Lügen und wie man sie widerlegt. Verlag an der Ruhr, Mülheim/Ruhr 1996, ISBN 3-86072-275-1 Henning Scherf
1997 14. Mai, Bonn Noa Ben Artzi-Pelossof, Ulrich Herbert Trauer und Hoffnung. Rowohlt, Berlin 1996, ISBN 3-87134-278-5 Reinhard Höppner
1996 10. Mai, Berlin Peter Merseburger, Ernst Ulrich von Weizsäcker, Amory B. & L. Hunter Lovins, Ulrich Herbert Der schwierige Deutsche. Kurt Schumacher. Eine Biographie. DVA, Stuttgart 1995, ISBN 3-421-05021-X Manfred Stolpe
1995 10. Mai, Bonn Norberto Bobbio, Dieter Nohlen, Franz Nuscheler Erhard Eppler
1994 10. Mai, Leipzig Martin und Sylvia Greiffenhagen, Wolfgang Sofsky Ein schwieriges Vaterland. Zur politischen Kultur Deutschlands. List, München 1979, ISBN 3-471-77629-X Günter Wichert
1993 12. Mai, Bonn Hans Magnus Enzensberger, Regina Griebel/ Marlies Coburger/ Heinrich Scheel Die Große Wanderung. Suhrkamp, Frankfurt 1992, ISBN 3-518-40483-0 Reinhard Höppner
1992 4. Juni, Bonn Klaus Kordon, Wolfgang Benz Die Lisa. Ein Leben. Ars Edition, Berlin 1991, ISBN 3-7607-7681-7 Renate Schmidt
1991 10. Mai, Leipzig Timothy Garton Ash, Reinhard Bohse Ein Jahrhundert wird abgewählt. Aus den Zentren Mitteleuropas 1980–1990. Hanser, München 1990, ISBN 3-446-15898-7
1990 26. Mai, Prag Václav Havel, Walter Janka Fernverhör. Rowohlt, Reinbek 1998, ISBN 3-498-02882-0
1989 10. Mai, Bonn Helmut Schmidt, Gioconda Belli, Walter Michler Menschen und Mächte. Bertelsmann-Club (Lizenz: Siedler), Berlin 1988.
1988 18. Mai, Bonn Michail Gorbatschow, Gordon A. Craig Perestroika. Die zweite russische Revolution. Eine neue Politik für Europa und die Welt. Droemer Knaur, München 1987, ISBN 3-426-26375-0 Peter Glotz
1987 21. Mai, Bonn Günter Gaus, Angela Joschko, Hanne Huntemann, Ruhrfestspiele Recklinghausen Holger Börner
1986 14. Mai, Bonn Wolfgang Apitzsch, Thomas Klebe, Manfred Schumann, Lisa Fittko, Regina Becker-Schmidt, Gudrun-Axeli Knapp, Beate Schmidt Eines ist zuwenig – beides ist zuviel. Neue Gesellschaft, Bonn 1984, ISBN 3-87831-383-7 Johannes Rau
1985 10. Mai, Bonn Tomi Ungerer, Dieter Bänsch, Büchergilde Gutenberg Arbeitszeit ist Lebenszeit! Argumente für die Verkürzung der Arbeitszeit Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-7632-2935-3 Monika Wulf-Mathies
1984 10. Mai, Bonn Andrew Wilson, Johano Strasser, Klaus Traube, August Rathmann Hans-Jochen Vogel
1983 10. Mai, Bonn Christian Schaffernicht, Dietrich Güstrow Axel Eggebrecht
1982 10. Mai, Bonn Horst Brehm, Gerd Pohl, Ingeborg Bayer, Alwin Meyer, Karl-Klaus Rabe Björn Engholm

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jury laut Information der FES; abgerufen am 5. Dezember 2014