Das zehnte Opfer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Das zehnte Opfer
Originaltitel La decima vittima
Produktionsland Italien, Frankreich
Originalsprache Englisch,Italienisch
Erscheinungsjahr 1965
Länge 92 Minuten
Altersfreigabe FSK 18
Stab
Regie Elio Petri
Drehbuch Elio Petri
Tonino Guerra
Giorgio Salvioni
Ennio Flaiano
Produktion Carlo Ponti
Musik Piero Piccioni
Kamera Gianni Di Venanzo
Schnitt Ruggero Mastroianni
Besetzung

Das zehnte Opfer ist ein italienisch-französischer Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1965 von Elio Petri mit Marcello Mastroianni und Ursula Andress in den Hauptrollen. Das Drehbuch basiert auf der 1953 veröffentlichten Erzählung The Seventh Victim (deutsch: Das siebente Opfer) von Robert Sheckley.

Handlung[Bearbeiten]

Um die menschliche Aggression zu kontrollieren und wirtschaftlich auszunutzen haben im 21. Jahrhundert Regierungen und Unternehmen eine weltweite Spielshow entwickelt. „Die große Jagd“ verspricht dem Gewinner Reichtum und Ehre. Von einem Computer zufällig ausgewählte Mitspieler werden zu Jägern und Opfern. Die Jäger verfolgen ihre Opfer rund um die Welt um sie zu töten und in die nächste Runde einzuziehen. Ziel ist es, zehn Opfer zu töten. Caroline Meredith gehört zu den Jägern, die gerade ihr neuntes Opfer in einer New Yorker Kunstgalerie getötet hat. Das zehnte Opfer, dessen Tötung ihr Wohlstand und Ruhm bringen soll, ist Marcello Poiletti. Poiletti hat selber sechs Opfer umgebracht und nimmt an dem Spiel teil, um die teure Trennung von seiner Frau Olga bezahlen zu können.

In Rom erwartet Poiletti den ihm unbekannten Attentäter. Caroline verabredet mit einem Fernsehteam eine Übertragung ihres zehnten Mordes, der als Teil einer Werbesendung ausgestrahlt werden soll. Sie gibt sich als Reporterin aus, die über die sexuellen Interessen italienischer Männer schreiben will und verabredet mit Poiletti ein Treffen am Tempel der Venus. Poiletti ist skeptisch und hegt den Verdacht, dass Caroline die Attentäterin ist. Er plant ihren Tod, er will sie von Krokodilen fressen lassen. Ein von ihm informiertes Fernsehteam soll dies aufnehmen.

Caroline fühlt sich sicher und folgt Poiletti an den Strand. Sie kann ihn von ihren vorgetäuschten Absichten überzeugen. Poiletti beginnt, von Caroline fasziniert zu sein. Am Strand setzt Caroline ihn unter Drogen und schafft ihn am nächsten Morgen zurück zum Tempel. Vor laufender Kamera schießt sie auf ihn. Doch Poiletti überlebt, da er vorher ihre Waffe mit Platzpatronen geladen hat. Mit seiner Waffe will er sich rächen, doch Caroline ist mit einer kugelsicheren Weste geschützt. Ihre Erlebnisse haben die beiden zusammengebracht. Sie steigen an Bord eines speziellen Flugzeuges, in dem man heiraten kann. Nach der Hochzeitszeremonie zieht der Pilot eine Waffe und zielt auf die Frischvermählten, doch aus seiner Waffe kommt lediglich ein Blumenstrauß.[1]

Kritik[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films beschreibt den Film als „abstruse Science-Fiction-Komödie, die zwischen Satire und Actionkino schwankt. Gesellschaftskritische Ansätze treten in den Hintergrund zugunsten spektakulärer Spannungseffekte.“[2]

Die Filmzeitschrift Cinema sieht in dem Film einen „Mix aus „Gladiator“ und „Rollerball“ mit 60er-Sex Western.“[3]

Der Evangelische Film-Beobachter entdeckte an dem Film auch ein paar positive Aspekte: „Der mit einigem Aufwand an Intelligenz und Phantasie hergestellte Streifen gibt eine Zustandsschilderung, in der das Christentum in sein Gegenteil verkehrt wird, als Thema einer eineinhalbstündigen Unterhaltung aus. Darum nur mit Vorbehalten möglich.“[4]

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Uraufführung fand am 1. Dezember 1965 in Italien statt. In Deutschland erschien der Film erstmals am 5. August 1966, früher als in Frankreich. Dort wurde der Film erst ab dem 10. Februar 1967 gezeigt.

Drehorte waren New York, Genf, Vatikanstadt und Rom, hier besonders der Flughafen Fiumicino, Ostia, die Piazza Navona und das Kolosseum.

Der Cutter Ruggero Mastroianni ist der jüngere Bruder des Hauptdarstellers Marcello Mastroianni.

Das Lied „Spiral Waltz“, komponiert von Piero Piccioni (Melodie) und Sergio Bardotti (Text), wird von Mina vorgetragen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Booklet der DVD auf dem Label "Bildstörung", S. 10
  2. Das zehnte Opfer im Lexikon des Internationalen Films
  3. http://www.cinema.de/kino/filmarchiv/film/das-zehnte-opfer,1340499,ApplicationMovie.html
  4. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 297/1966