Dassensen

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51.78259.8044444444444158Koordinaten: 51° 46′ 57″ N, 9° 48′ 16″ O

Dassensen
Stadt Einbeck
Wappen von Dassensen
Höhe: 158 m ü. NN
Einwohner: 650 (Okt. 2010)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37574
Vorwahl: 05562

Dassensen ist ein Dorf und südwestliche Ortschaft der Stadt Einbeck im Landkreis Northeim in Niedersachsen und liegt direkt an der K516.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Erwähnung findet der Ort im Jahr als "Diseldashausen" in einer Urkunde des Klosters Corvey um das Jahr 850. In der Mitte des 13. Jahrhunderts wird der Ort im Lehensverzeichnis der Edelherren von Schöneberg genannt.[2] Die Edelherren waren mit den im Nachbarort Wellersen begüterten Grafen von Dassel verwandt.

Die frühe Geschichte des Ortes wurde stark geprägt durch die jeweiligen Besitzer der in der Nähe liegenden Burg Grubenhagen auf dem südlich gelegenen Ahlsburg.

Dassensen wurde am 1. März 1974 durch Eingemeindung zum Ortsteil der Stadt Einbeck.[3]

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten]

Alte Bezeichnungen von Dassensen sind 1280 Dassenhosen, 1281 Dassenhusen, 1284 Dassenhusen und 1296 Dasenhusen. Der Ortsname besteht aus einer Verbindung des Personennamens Dasso (dessen Bedeutung noch nicht sicher bestimmt werden kann) und dem niederdeutschen Grundwort „-husen“, das „bei den Häusern“ oder „Siedlung, Dorf“ bedeutet. Das gelegentlich auf diesem Ort bezogene Diseldahusen gehört zu Delligsen im Landkreis Holzminden. [4]

Politik[Bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Manfred Sudhoff (Stand Mai 2012).

Wappen[Bearbeiten]

Auf dem blauen Wappenschild steht ein silberner Eimer auf silbernem Brunnen, rechts eine goldene Ähre, links eine goldene Eichel auf goldenem Eichenblatt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Dassenser Kirche wurde im Jahr 1800 fertiggestellt und enthält einen barocken Altar mit einem wertvollen Kruzifix.

Zu den Vereinen gehören der TSV Dassensen und die Sportschützen. Auch wird gelegentlich Karneval gefeiert.

Ehemalige "Klus"[Bearbeiten]

Bereits 1870 stand in Dassensen etwa 300 m östlich der Kirche ein, bereits stark verfallenes, Gebäude, welches die "Klus" genannt wurde. Knapp hundert Jahre später zeichnete sich der Bau durch einen schlechten, bröckligen Mörtel aus, sodass sein Abriss eingeleitet wurde. Von der einstigen "Klus" waren zu diesem Zeitpunkt nur noch die Umfassungsmauern erhalten, welche die Maße von etwa 14,5 x 12 m aufzeigten, die Höhe bis zur Dachtraufe betrug knapp 10 m. Es besaß ein Erd- Ober-, sowie ein zweites, niedrigeres Obergeschoss, wobei in der mittleren Etage Reste eines Kamins erhalten waren, das Erdgeschoss wies auf der südlichen Längsseite eine Reise kleiner Mauerscharten auf, darüber deuteten Umrisse ein spitzbogiges Fenster auf, die andere Längstseite erhielt einst eine spitzbogige Tür. An der westlichen Giebelwand zierte je ein Fenster die Außenfassade jeder Etage. Die Gebäudeecken und Fensterrahmungen bestanden aus Quadern, im zweiten Fall waren sie abgefast. Das frühere, spätgotische Bauwerk war von einem Graben umgeben.[5] Folgt man dieser Beschreibung, stellt es sich als wahrscheinlich heraus, dass die "Klus" nach Art eines Muthauses, oder einer Kemenate erbaut wurde. Urkundliche Erwähnungen über ein Muthaus fehlen, dagegen wird 1441[6] und 1473[7] ein Sattelhof in Dassensen genannt. Möglich ist auch, dass das Gebäude Teil des Burgsitzes der Familie von Grube war, welches sich Ende des 16. Jahrhunderts in der Hand derer von Steinberg befand.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadt Einbeck: Einwohnerstatistik Oktober 2010 (PDF; 37 kB). Abgerufen am 22. März 2011.
  2. Josef Dolle: Das älteste Lehnbuch des Edelherren von Schöneberg. Edition und Kommentar, In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte. 41, 1991, S. 43.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 207.
  4. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  5.  Hector Wilhelm Heinrich Mithoff: Kunstdenkmale und Alterthümer im Hannoverschen. Zweiter Band: Fürstenthümer Göttingen und Grubenhagen : nebst dem hannoverschen Theile des Harzes und der Grafschaft Hohnstein. Helwing, Hannover 1873, S. 22.
  6.  Heinrich Ludolph Harland: Geschichte der Stadt Einbeck. I, Nr. 36, Ehlers, Einbeck 1854, S. 360.
  7.  Heinrich Ludolph Harland: Geschichte der Stadt Einbeck. I, Nr. 56, Ehlers, Einbeck 1854, S. 382.
  8.  Georg Max: Geschichte des Fürstenthums Grubenhagen. Zweiter Theil. Schmorl u. Seefeld, Hannover 1863, S. 357.

Weblinks[Bearbeiten]