Datensegment

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Als Datensegment bezeichnet man den Teil von Objektdateien oder einem laufenden Prozess, in dem globale und statische Variablen untergebracht sind. Diese Variablen müssen beim Start des Programms bereits im Speicher vorhanden und initialisiert sein, außerdem ist ihr Speicherplatzbedarf bereits zur Übersetzungszeit bekannt. Daher wird bereits beim Übersetzen ein Datenblock erstellt, der später als Teil des Programms beim Starten in den Speicher geladen und sofort verwendet werden kann. Manchmal werden reine Daten-, BSS-, Stack-, und Heap-Bereiche gemeinsam als „Datensegment“ bezeichnet.

In Maschinensprache bestehen dann eigene Segmente für Daten und ausführbaren Code. Dafür halten zum Beispiel Intel-Prozessoren Register CS (CodeSegment) und DS (DataSegment) bereit. Einzelne Befehle beziehen sich dann entweder auf das Daten- oder Codesegment. So berechnet eine Sprunganweisung wie JMP 0120 zum Beispiel aus dem Wert in CS und dem Wert 0120 die absolute Adresse welche anzuspringen ist. Befehle zum Datenaustausch wie zum Beispiel MOV DX, [BX] beziehen dagegen den in BX aktuellen Wert auf den im Register DS angegebenen Wert. Assemblersprachen stellen eigene Anweisungen zur Definition von Segmenten für Daten, Code, Stack, und deren Reihenfolge bereit (zum Beispiel .DATA, .CODE, .STACK, u. a.).

In manchen Betriebssystemen (z. B. in z/OS) ist die Trennung von Code- und Datensegmenten nicht erforderlich. Die Maschinenbefehle unterscheiden diese beiden Bereichstypen nicht, sondern adressieren Daten und Codeteile mit identischen Verfahren, Registern etc. Ein Maschinenprogramm kann demzufolge Daten und Code gemischt enthalten; aus Gründen der Softwarequalität (Wartbarkeit) werden jedoch Datendeklarationen und der Befehlsteil des Programms meist strukturell getrennt implementiert.

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