Datzetal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Datzetal
Datzetal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Datzetal hervorgehoben
53.66888888888913.48416666666731Koordinaten: 53° 40′ N, 13° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Friedland
Höhe: 31 m ü. NHN
Fläche: 41,06 km²
Einwohner: 886 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17099
Vorwahlen: 039601, 039606, 039608
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 028
Adresse der Amtsverwaltung: Carl-Leuschner-Str. 1
17098 Friedland
Webpräsenz: www.friedland-mecklenburg.de
Bürgermeister: Jan Umlauft
Lage der Gemeinde Datzetal im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
Brandenburg Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Ludwigslust-Parchim Beggerow Borrentin Hohenbollentin Hohenmocker Kentzlin Kletzin Lindenberg (Vorpommern) Meesiger Nossendorf Sarow Schönfeld (bei Demmin) Siedenbrünzow Sommersdorf (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) Utzedel Verchen Warrenzin Datzetal Friedland (Mecklenburg) Friedland (Mecklenburg) Friedland (Mecklenburg) Galenbeck Genzkow Basedow (Mecklenburg) Basedow (Mecklenburg) Duckow Faulenrost Gielow Kummerow (am See) Malchin Neukalen Alt Schwerin Fünfseen Göhren-Lebbin Malchow (Mecklenburg) Nossentiner Hütte Penkow Silz (Mecklenburg) Walow Zislow Mirow Mirow Priepert Peenehagen Wesenberg (Mecklenburg) Wustrow (Mecklenburgische Seenplatte) Blankensee (Mecklenburg) Blumenholz Carpin Godendorf Grünow (Mecklenburg) Hohenzieritz Klein Vielen Kratzeburg Möllenbeck (bei Neustrelitz) Schloen-Dratow Schloen-Dratow Userin Wokuhl-Dabelow Beseritz Blankenhof Brunn (Mecklenburg) Neddemin Neuenkirchen (bei Neubrandenburg) Neverin Sponholz Staven Trollenhagen Woggersin Wulkenzin Zirzow Ankershagen Kuckssee Kucksee Penzlin Möllenhagen Penzlin Kucksee Altenhof (Mecklenburg) Bollewick Buchholz (bei Röbel) Bütow Fincken Gotthun Grabow-Below Groß Kelle Kieve Lärz Leizen Ludorf Massow Melz Priborn Rechlin Röbel/Müritz Schwarz (Mecklenburg) Sietow Stuer Vipperow Wredenhagen Zepkow Grabowhöfe Groß Plasten Hohen Wangelin Jabel Kargow Klink Klocksin Moltzow Neu Gaarz Moltzow Torgelow am See Varchentin Grabowhöfe Vollrathsruhe Burg Stargard Burg Stargard Cölpin Groß Nemerow Holldorf Lindetal Pragsdorf Bredenfelde Briggow Grammentin Gülzow (bei Stavenhagen) Ivenack Jürgenstorf Kittendorf Knorrendorf Mölln (Mecklenburg) Ritzerow Rosenow Stavenhagen Zettemin Altenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) Altentreptow Bartow (Vorpommern) Breesen Breest Burow Gnevkow Golchen Grapzow Grischow Groß Teetzleben Gültz Kriesow Pripsleben Röckwitz Siedenbollentin Tützpatz Werder (bei Altentreptow) Wildberg (Vorpommern) Wolde Groß Miltzow Kublank Mildenitz Neetzka Petersdorf (bei Woldegk) Schönbeck Schönhausen (Mecklenburg) Voigtsdorf Voigtsdorf Woldegk Woldegk Dargun Demmin Feldberger Seenlandschaft Neubrandenburg Neustrelitz Waren (Müritz)Karte
Über dieses Bild

Datzetal ist eine Gemeinde im Osten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Sie wird vom Amt Friedland, angesiedelt in der Stadtverwaltung Friedland, verwaltet.

Geografie[Bearbeiten]

Datze-Wehr bei Roga

Der 2003 neu gebildete Gemeindename deutet auf die Lage beiderseits der Datze hin, die im Urstromtal zwischen Friedland und Neubrandenburg verläuft. Der nördliche und westliche Teil des Gemeindegebietes liegt auf dem Werder, einer bis zu 84 m ü. NN liegenden Grundmoräne, die zahlreiche kleine abflusslose Tümpel und Seen aufweist.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde wurde am 1. Januar 2003 aus den vormals selbständigen Gemeinden Sadelkow und Salow gebildet.[2] Daneben gehören folgende Ortsteile zu Datzetal: Bassow, Roga, Pleetz und Sadelkow Siedlung.

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche in Bassow

Ortsgeschichte bis zur Gemeindebildung[Bearbeiten]

Bassow

Die urkundliche Ersterwähnung von Bassow stammt aus dem Jahre 1397. Bassow gehörte damals schon als Pertinenz zu Pleetz und war Lehen der Bertikow, einem der ältesten Adelsgeschlechter des Landes. Seit 1469 im Besitz der Hahns wurde Bassow im Zuge des großen Hahnschen Güterkonkurses (1815) verkauft und gelangte 1816 in den Besitz des Amtmanns (von) Michael, dessen Nachkommen Bassow bis zur Bodenreform nach Ende des Zweiten Weltkriegs besaßen. Das kleine klassizistische Herrenhaus brannte unmittelbar nach 1945 aus ungeklärten Gründen ab.[3] Seit 2003 gehört Bassow zur Gemeinde Datzetal.

Pleetz

Die ehemalige Burg im Ortsteil Pleetz an der Handelsstraße von Neubrandenburg nach Friedland wurde 1366 erstmals erwähnt und war Mitte des 14. Jahrhunderts Rittersitz. In der Frühen Neuzeit entstand auf dem Areal der Burg ein Gutshof. Seit 1469 war das uradelige Geschlecht (von) Hahn mit der Begüterung Pleetz belehnt. Das erhaltene schlichte Herrenhaus ist vermutlich in der Mitte des 18. Jahrhunderts als Fachwerkkonstruktion entstanden, der zweieinhalbgeschossige Erweiterungsbau im späten 19. Jahrhundert als Ziegelrohbau.[4]

Pleetz war das politisch bedeutendste Landgut im mecklenburgischen Südosten. Als Gutsbesitzer erlangten die Hahns 1469 das mit Pleetz verbundene erbliche Amt des Landmarschalls der Herrschaft Stargard. Erblandmarschall war eines der ranghöchsten politischen Ehrenämter im altmecklenburgischen Staat, wo es zeitgleich stets drei Erblandmarschälle (Mecklenburg, Wenden, Stargard) gab. Das mit Pleetz verbundene Amt hatte fortan für knapp 450 Jahre bis zum Ende der Monarchie stets ein von Hahn inne. Seit 2003 gehört Pleetz zur Gemeinde Datzetal.

Kirche in Sadelkow
Sadelkow - das Dorf, im Vordergrund die Datze
Sadelkow

Der heutige Ortsteil Sadelkow taucht erstmals 1380 in einer Urkunde auf. Der Ort oder Teile davon hatten seit dem Mittelalter viele Besitzer und bedienten zahlreiche Stiftungen. Im 16. Jahrhundert besaßen die Gentzkow und die Ihlenfeld den Hauptteil des Gutes, später waren die Ahrenstorff, seit 1912 die Lowtzow Besitzer.[5]

Auf den südöstlich oberhalb des im Tal der Datze gelegenen Dorfes Sadelkow gelegene Flächen wurden ab des Jahres 1936 aufgrund des Reichserbhofgesetzes an einer neuangelegten Straße, dem sog. Siedlungsweg, beidseitig 15 Erbhöfe eingerichtet. Sie wurden zumeist an zweite oder dritte Bauernsöhne vergeben.

Seit 2003 gehört Sadelkow zur Gemeinde Datzetal.


Salow
Dorfkirche in Salow

Der heutige Ortsteil Salow wird unter diesem Namen 1385 erstmals in einer Urkunde genannt. Die Salower Feldsteinkirche als ältestes Bauwerk im heutigen Gemeindegebiet stammt bereits aus dem Jahr 1308. Der zur Kirche gehörende Fachwerkkirchturm mit Spitzhaube wurde 1968 wegen Baufälligkeit abgerissen. Zum Zwecke des Wiederaufbaus des Turms in ursprünglicher Form gründete sich 2008 der Salower Kirchturmverein; die geschätzten Kosten von 300.000 Euro sollen vorwiegend durch Spenden aufgebracht werden.

Bei der Gründung der Orte spielte das Rittergeschlecht Bertikow die Hauptrolle. Später wechselten Teile des Gutes mehrfach die Besitzer. Der zur Begüterung Pleetz gehörige Hauptteil von Salow gehörte ab 1469 den Hahns. Nach deren Konkurs erwarb es 1815 der Oberhauptmann Wilhelm von Oertzen auf Lübbersdorf. Um 1800 waren in Salow die letzten Bauernstellen im Gut aufgegangen.[6]

Nach der politischen Wende 1990 wurden in Eigeninitiative und mit Förderprogrammen die Straßen und Gehwege sowie viele Häuserfassaden erneuert. Im ehemaligen Gutshaus entstand das Dorfzentrum Salow mit dem Gemeindezentrum, einem Jugendclub und einer Gaststätte sowie einer Keramikwerkstatt und der Heimatstube. In den letzten Jahren wurden viele Einfamilienhäuser gebaut. In Salow steht eine Kindertagesstätte zur Verfügung. Salow wurde 1998 und 2003 (als damals selbständige Gemeinde) „Schönstes Dorf“ des Landkreises Mecklenburg-Strelitz. Seit 2003 gehört Salow zur Gemeinde Datzetal.

Gemeinde Datzetal[Bearbeiten]

Die Gemeinde wurde am 1. Januar 2003 aus den vormals selbständigen Gemeinden Sadelkow und Salow gebildet.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens: „In Gold ein blauer Wellenschrägfaden, begleitet: oben von einer roten Rose, unten von einem sechsspeichigen, zwölfschaufligen roten Mühlrad.“

Die Flagge der Gemeinde ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Gelb, Blau und Gelb gestreift. Die äußeren gelben Streifen nehmen jeweils ein Viertel, der blaue Mittelstreifen nimmt die Hälfte der Länge des Flaggentuches ein. In der Mitte des blauen Streifens liegt, zwei Drittel der Höhe des Flaggentuches einnehmend, das Wappen der Gemeinde. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5 zu 3.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Haupterwerbszweig in der Gemeinde Datzetal ist nach wie vor die Landwirtschaft. Daneben bestehen unter anderem kleine Betriebe im Kfz- und Landmaschinenservice, Elektroinstallations- und Holzverarbeitungsbetriebe. Nahe Salow liegen ergiebige Tonvorkommen, deren Abbau in Zukunft möglich scheint. Zudem gibt es in Pleetz zwei Keramikhöfe und drei landwirtschaftliche Betriebe die der dortigen Bevölkerung Arbeitsplätze geben.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Ortsteil Sadelkow liegt an der B 197 (NeubrandenburgAnklam). Nur wenige Kilometer südlich von Datzetal führt die A 20 vorbei (Anschlussstelle Neubrandenburg-Ost). Der nächste Bahnhof befindet sich in der rund 15 Kilometer entfernten Stadt Neubrandenburg.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche in Roga

In der Liste der Baudenkmale in Datzetal stehen die in der Denkmalliste des Kreises Mecklenburg-Strelitz eingetragenen Baudenkmale.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Datzetal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gebietsänderungen 2003 (PDF; 27 kB), Statistisches Landesamt
  3. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3), Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, Band 1, S. 49–54.
  4. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3), Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, Band 2, S. 702–707.
  5. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3), Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, Band 2, S. 815–818.
  6. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3), Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, Band 2, S. 819–824.
  7. Hauptsatzung vom 27. Oktober 2009 (pdf-Datei)