Daun

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Daun. Zu weiteren Bedeutungen siehe Daun (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Daun
Daun
Deutschlandkarte, Position der Stadt Daun hervorgehoben
50.1986111111116.8319444444444410Koordinaten: 50° 12′ N, 6° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Vulkaneifel
Verbandsgemeinde: Daun
Höhe: 410 m ü. NHN
Fläche: 48,97 km²
Einwohner: 8013 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 164 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54550
Vorwahl: 06592
Kfz-Kennzeichen: DAU
Gemeindeschlüssel: 07 2 33 501
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Leopoldstraße 29
54550 Daun
Webpräsenz: www.stadt-daun.de
Stadtbürgermeister: Martin Robrecht
Lage der Stadt Daun im Landkreis Vulkaneifel
Scheid Hallschlag Ormont Kerschenbach Reuth Stadtkyll Jünkerath Schüller Gönnersdorf Esch Feusdorf Lissendorf Birgel Steffeln Wiesbaum Berndorf Hillesheim (Eifel) Oberbettingen Basberg Kerpen (Eifel) Üxheim Nohn Oberehe-Stroheich Walsdorf Dohm-Lammersdorf Duppach Kalenborn-Scheuern Rockeskyll Pelm Berlingen Hohenfels-Essingen Gerolstein Neroth Birresborn Kopp (Vulkaneifel) Mürlenbach Densborn Salm Dreis-Brück Betteldorf Daun Dockweiler Hinterweiler Kirchweiler Kradenbach Nerdlen Sarmersbach Gefell Hörscheid Darscheid Utzerath Schönbach Steiningen Steineberg Demerath Winkel (Eifel) Immerath Strotzbüsch Mückeln Strohn Gillenfeld Ellscheid Saxler Udler Mehren Schalkenmehren Üdersdorf Brockscheid Bleckhausen Oberstadtfeld Wallenborn Niederstadtfeld Weidenbach Schutz Meisburg Deudesfeld Borler Bongard Boxberg Neichen Beinhausen Katzwinkel Hörschhausen Berenbach Kötterichen Höchstberg Kaperich Lirstal Oberelz Arbach Retterath Uersfeld Mannebach Bereborn Kolverath Sassen Gunderath Horperath Ueß Mosbruch Kelberg Gelenberg Bodenbach Reimerath Welcherath Brücktal Kirsbach Drees Nitz Landkreis Mayen-Koblenz Landkreis Cochem-Zell Landkreis Bernkastel-Wittlich Eifelkreis Bitburg-Prüm Nordrhein-Westfalen Landkreis Ahrweiler BelgienKarte
Über dieses Bild
Luftbild von Daun

Daun ist die Kreisstadt des Landkreises Vulkaneifel, südlich der Hohen Eifel am Fluss Lieser. Die Landschaft ist durch den vulkanischen Charakter geprägt. 2,5 km bis 3,5 km südöstlich vom Dauner Stadtkern befinden sich die sogenannten Dauner Maare, drei unmittelbar aneinander grenzende Maare, die nur durch ihre Tuffwälle getrennt sind. Die Stadt beherbergt das Eifel-Vulkanmuseum. Daun ist Kurort und hat Mineralquellen. Gemäß Landesplanung ist Daun als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Kreisstadt Daun hat 8013 Einwohner (31. Dezember 2012 - Haupt- und Nebenwohnsitz).

Neben der Kernstadt Daun (4264 Einwohner) gehören zum Stadtgebiet die ehemals selbständigen Gemeinden[3]:

Stadtteil Einwohner eingemeindet
Boverath 564 07. Juni 1969
Gemünden 215 01. Apr. 1938
Neunkirchen 547 07. Juni 1969
Pützborn 1.129 07. Juni 1969
Rengen 438 07. Nov. 1970
Steinborn 410 07. Nov. 1970
Waldkönigen 699 07. Nov. 1970
Weiersbach 251 10. Juni 1979

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet wurde bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. zum ersten Mal besiedelt. Damals hatten sich die Kelten auf dem befestigten Basaltberg in Daun angesiedelt. Auch die Römer nutzten diesen markanten Hügel des Liesertals als Wachstation, wie sich aus römischen Funden ableiten lässt. Der Ortsname dürfte sich vom keltisch-römischen Wort Dunum für Zaun bzw. für eine befestigte Anhöhe, also eine Festung, ableiten.

Ende des 10. Jahrhunderts entstand hier eine Burganlage der freien Herren von Daun. Ein Albert von Daun (Adalbero de Duna) wurde erstmals 1075 urkundlich erwähnt.

Im Jahre 1163 starb das freie Dauner Herrengeschlecht aus. Ein Dienstmann dieses Geschlechtes, Richardus de Duna, übernahm den Namen seines früheren Herrn und auch das Wappen mit dem Dauner Gitter. Dieses Wappen führten auch seine Nachkommen, das Adelsgeschlecht der Daun, dem im 16. Jahrhundert der Zweig Daun-Falkenstein und im 18. Jahrhundert mehrere bedeutende österreichische Heerführer entstammten.

1337 wurde Daun erstmals als Stadt erwähnt. Im Jahr 1346 folgte die Verleihung der Stadtrechte mit eigenem Marktrecht, und Daun wurde zugleich Standort eines Hochgerichts.

Im Jahr 1712 wurde das Kurtrierische Amtshaus auf dem Burgberg durch den Trierer Kurfürst und Erzbischof Karl Joseph erbaut. Aufgrund des Ersten Koalitionskrieges kam das linke Rheinufer nach 1794 zu Frankreich. Daun wurde Sitz des 1798 gebildeten Kantons Daun mit seinen Mairien Daun, Dockweiler, Gillenfeld, Sarmersbach und Üdersdorf. Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress kam das Gebiet und damit auch Daun 1815 zum Königreich Preußen. 1817 wurde Daun Landratssitz für den damals neu eingerichteten Kreis Daun, zugleich auch Sitz einer Bürgermeisterei. Seit 1946 ist der Ort Teil des Landes Rheinland-Pfalz. Ab 1951 durfte sich Daun wieder Stadt nennen.

Daun im Winter
Daun im Sommer

Am 15. Mai 1895 wurde Daun über die Eifelquerbahn ans Deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen; am 1. Dezember 1909 wurde eine weitere Strecke, die Maare-Mosel-Bahn nach Wittlich, in Betrieb genommen. Heute ist auf allen Daun berührenden Bahnstrecken der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) jedoch schon seit mehr als einem Jahrzehnt eingestellt. Seit Juli 2005 ist eine Teilstrecke der Eifelquerbahn reaktiviert und bietet im Sommer täglichen Touristenverkehr im Zweistundentakt an.

Die Strecke der Maare-Mosel-Bahn wurde bereits in den 2000er Jahren demontiert; auf der ehemaligen Bahntrasse verläuft inzwischen der Maare-Mosel-Radweg.

1965 wurde Daun Garnisonstadt; sie beherbergt in der Heinrich-Hertz-Kaserne, in der mehrere Dienststellen der Bundeswehr stationiert sind, unter anderem das Bataillon Elektronische Kampfführung 931.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Daun besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[4]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP WGR BUV GW Gesamt
2014 7 9 1 1 3 3 24 Sitze
2009 7 8 1 3 2 3 24 Sitze
2004 7 11 1 3 2 24 Sitze
  • BUV = BürgerUnion Vulkaneifel e.V.
  • GW = Wählergruppe Gewerbe- und Verkehrsverein Daun e.V.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Amtshaus in Daun
Eisenbahnviadukt in Daun, 2006

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Bauwerke und Denkmäler[Bearbeiten]

  • Burg Daun
    • Kurtrierisches Amtshaus (heute Hotel) von 1712
    • Evangelische Kirche (1865/67)
    • Zehntscheune von 1740
    • Burgmannenhäuser: Waldenhof, Hof Rademacher
  • Eisenbahnviadukt von 1909
  • Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus, Westturm und Krypta romanisch, Mitte 13. Jahrhundert, Neubau 1946–1969
  • Bahnhofsgebäude, Krüppelwalmdach, 1895
  • Ehemaliger evangelischer Friedhof mit aufwändigen Grabdenkmälern des 19. Jahrhunderts
  • Ehemalige Bürgermeisterei (Burgfriedstraße 25)
  • Kampbüchelskreuz um 1825 (Leopoldstraße, am Marktplatz)
  • Ehemaliger Kaiserbrunnen, 1911, Kriegerdenkmal nach 1945 (Leopoldstraße, am ehemaligen Landratsamt)
  • Ehemaliges Landratsamt, 1830/31, heute Vulkan-Museum (Leopoldstraße)
  • Ehemaliges Erholungsheim der Kaufhauskette Leonhard Tietz (Kaufhof), 1910
  • Ehemaliges Amtsgericht von 1860 (Wirichstraße, heute Sparkassenfiliale)
  • Kriegerdenkmal 1870/71
  • Ehemaliges Schulgebäude um 1910/20 (Leopoldstraße 34, heute Standesamt)

Museen[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Alle zwei Jahre findet in Daun das Krimi-Festival Tatort Eifel statt, zu dem namhafte Krimiautoren aus dem ganzen deutschsprachigen Raum anreisen. Im Rahmen dieses Festivals wird auch der Deutsche Kurzkrimi-Preis verliehen.
  • Die St.-Laurentius-Kirmes beginnt jeweils am Samstag nach dem ersten Mittwoch im August und dauert fünf Tage. Sie zählt zu den größten Volksfesten der Eifel.
  • VulkanBike Eifel-Marathon (ein Mountainbike-Marathon durch die Eifelberge, außerdem: VulkanBike trailpark, VulkanBike extreme und VulkanBike crosscountry)
  • Eifel Rallye Festival
  • Maare-Mosel-Lauf
  • Flugplatzfest Ende August
  • Frühlingsfest

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Bundeswehr[Bearbeiten]

  • Die Heinrich-Hertz-Kaserne bei Daun beherbergt unter anderem:
  • Fernmeldebereich 93 (ehemals Fernmelde und Elektronische Aufklärungsbrigade 94 oder Fernmeldestab 94) SKB
  • Bataillon Elektronische Kampfführung 931 (ehemals Fernmeldeaufklärungsabschnitt 931, ehemals Fernmeldeaufklärungsregiment 940) SKB
  • Teile des Bundeswehrdienstleistungszentrums Mayen (WV)
  • Sanitätszentrum Daun (ZSan)

Medien[Bearbeiten]

In Daun gibt es eine Lokalredaktion des Trierischen Volksfreundes, der Eifelzeitung sowie des Wochenspiegels. Zudem befindet sich in Daun das Multiplexkino „Kinopalast Vulkaneifel“. Die Stadt liegt im Sendegebiet des regionalen Fernsehsenders OK54.

Kindertagesstätten[Bearbeiten]

  • Integrative Kindertagesstätte Daun
  • Thomas Morus Kindertagesstätte
  • St. Nikolaus Kindergarten
  • Kindertagesstätte Neunkirchen-Steinborn

Schulen[Bearbeiten]

Allgemeinbildende:

Berufsbildende:

  • Krankenpflegeschule Maria-Hilf
  • Fachschule für Altenpflege Maria-Hilf

Sonderschulen:

  • St. Laurentius-Förderzentrum

Sonstige Schulen:

  • Musikschule
  • Bildungszentrum der Bundesagentur für Arbeit

Vereine[Bearbeiten]

Sportvereine:

  • TuS 05 Daun
  • SV Neunkirchen-Steinborn
  • SC Rot-Weiß Rengen
  • KSC Daun-Weiersbach
  • Motorsport-Club Daun e. V. im ADAC
  • Karate Dojo Vulkaneifel e.V.

Verkehr[Bearbeiten]

Ehemaliges Bahnhofsgebäude der Eifelquerbahn in Daun

Daun ist an die Bundesautobahn 1 angebunden. Die Bundesstraßen 421 und 257 führen durch die Stadt. Über den Dauner Bahnhof ist die Stadt mit der Eifelquerbahn vernetzt, die von Gerolstein bis Andernach führt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

in Daun geboren[Bearbeiten]

Mit Daun verbunden[Bearbeiten]

  • Ägidius von Daun, Burgmann (14. Jahrhundert) (siehe Burg Daun)
  • Fritz von Wille (1860–1941), Professor und Landschaftsmaler, stattete 1911 das Kreishaus in Daun mit großformatigen Wandgemälden aus
  • Pitt Kreuzberg (1888–1966), Maler, dem Expressionismus nahe, malte 1937 als Auftragsarbeit der NSDAP für das HJ-Heim in Daun, die Arbeit missfiel den Parteioberen und wurde als „entartet“ zurückgewiesen, der Dauner Landrat schützte ihn und hängte das Bild 1940 in seinem Amtszimmer auf
  • Edmund Geisen (* 1949), Politiker, Mitglied des Deutschen Bundestages, wohnhaft in Daun

Literatur[Bearbeiten]

  • Martina Knichel: Gilles von Daun (1318−1358), Ritter und Räuber. Aus der Geschichte des Wanderns. In: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte, 35 (2009), S. 73−86. ISSN 0170-2025
  • Ingrid Schumacher: Gilles. Egidius von Daun und seine Zeit, Daun 2002

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Daun – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 174 (PDF; 2,50 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. http://www.eifelzeitung.de/?artikel=64716