Dave Mustaine

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Dave Mustaine

David Scott „Dave“ Mustaine (* 13. September 1961 in La Mesa, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Sänger und Gitarrist. Er ist der Haupt-Songwriter der Band Megadeth.

Leben[Bearbeiten]

Musikalische Karriere[Bearbeiten]

Seine Eltern ließen sich scheiden, als er noch ein Kind war. Er wuchs in verschiedenen Vororten in Süd-Kalifornien auf. Mustaine hat deutsche und französische Wurzeln.

Er verließ 1981 die Band Panic, um bei Metallica an der Seite von Lars Ulrich, James Hetfield und dem Bassisten Ron McGovney zu spielen. 1983 wurde er wegen Alkoholproblemen und persönlicher Differenzen mit anderen Band-Mitgliedern aus der Band geworfen. Ihn ersetze Kirk Hammett von der Gruppe Exodus. Zu dieser Zeit bildete sich bei Mustaine eine größere Drogenproblematik heraus, die immer wieder seine Karriere überschattete.

Mit David Ellefson gründete er die Metal-Band Megadeth, eigentlich als Trotzreaktion gegenüber James Hetfield gedacht. Die beiden lieferten sich bei Interviews, Begegnungen und Konzerten einen Krieg der Worte.

1989 bildete Mustaine die wohl bisher erfolgreichste Megadeth-Besetzung mit Marty Friedman an der Gitarre, Nick Menza am Schlagzeug und wie immer seinem Freund Dave Ellefson am Bass sowie ihm selbst als Gitarristen und Sänger. Mit dieser Formation erlebten Megadeth ihren Höhepunkt zwischen 1992 und 1995 mit den Alben Countdown to Extinction und Youthanasia (bzw. Hidden Treasures). Dave Mustaine gilt generell als schwierige Persönlichkeit mit starken narzisstischen Eigenschaften, die zudem noch durch seinen Drogenkonsum gefördert wurden, daher hielten die meisten Bandkonstellationen selten lange.[1]

Neben Megadeth spielte er ab 1996 beim Projekt MD.45 mit Lee Ving von der LA-Punk-Band Fear. Der Name setzt sich zusammen aus den umgedrehten Initialen von Dave Mustaine und Lee Ving, wobei V und L hier aus dem römischen Zahlensystem in arabische Ziffern übersetzt wurde. Die Band veröffentlichte das Album The Craving.

Er ist seit 1990 verheiratet und hat zwei Kinder.

Im Januar 2002 verletzte sich Mustaine am Nervus radialis, woraufhin er die Band kurzerhand auflöste. Die Verletzung zog er sich zu, als er auf einem Stuhl einschlief und den Arm darüber hängen ließ.[2] Er war gezwungen, das Gitarrespielen aufzugeben. Zu dieser Zeit wurde auch Megadeth aufgelöst. Nachdem die Verletzung auskuriert war, schien Mustaine auch seine jahrelangen Drogenprobleme in den Griff bekommen zu haben. Laut eigener Aussage fand er persönliche Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens im christlichen Glauben. Im Jahr 2004 wurde er zum wiedergeborenen Christen. Auch Megadeth formierten sich in diesem Jahr wieder neu. Seit Mustaine sich zum Christentum bekennt, versuchte er mehrmals, Auftritte von okkulten und satanischen Bands wie Dissection und Rotting Christ zu verhindern[3][4] und distanziert sich von The Conjuring, einem Lied seines Albums Peace Sells… But Who’s Buying?, das er aufgrund seiner schwarzmagischen Inhalte nicht mehr live aufführen will;[5] der Gebrauch schwarzer Magie habe sein Leben ruiniert.[5]

Im Jahr 2009 scheinen sich die Streitigkeiten zwischen Metallica und Dave Mustaine beigelegt zu haben, da Metallica beschlossen, Mustaine zur Party anlässlich ihrer Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame einzuladen. Mustaine schrieb seinerseits einen offenen Brief, in dem er seine Glückwünsche zu diesem Erfolg bekräftigte.[6] Zudem gab es Gerüchte, wonach Megadeth auch zusammen mit Metallica, Slayer und Anthrax auf Tour gehen wollen.[7]

2009 machte Mustaine mit dem Megadeth-Album Endgame auf sich aufmerksam, bei dem er, wie schon auf älteren Veröffentlichungen, als Haupt-Songwriter fungierte.

Megadeth trat 2010 auf dem Sonisphere Festival in der Schweiz als Teil der "Big Four" des Thrash Metals auf. Dort haben sie zum ersten Mal in der Geschichte mit Metallica, Slayer und Anthrax zusammen auf einer Bühne gespielt.

Im August 2010 veröffentlichte Mustaine seine Autobiografie Mustaine: A Heavy Metal Memoir; die deutsche Übersetzung erschien im Juni 2011 unter dem Titel Mustaine: Mein wahres Ich.

Politische Ansichten[Bearbeiten]

Mustaine äußerte sich bereits vor seiner Zugehörigkeit zur christlichen Erweckungsbewegung in stark ablehnender Weise gegenüber Homosexuellen. Diese würden gegen die Bibel verstoßen und als Christ lehne er eine Ehe zwischen Homosexuellen ab.[8][9][10]

Bezüglich der illegalen Einwanderung von Mexikanern sagte er:

„The beauty is gone when you see Americans sleeping on sidewalks and it makes me sick to think we have assholes in this country letting fucking Mexicans in. Who needs this shit?“

„Mit der Schönheit ist es aus, wenn man Amerikaner auf dem Bürgersteig schlafen sieht, und mir wird übel, wenn ich mir vorstelle, dass wir Arschlöcher in diesem Land haben, die diese Scheißmexikaner reinlassen. Wer braucht diesen Scheiß ?“

Dave Mustaine: Interview in Sounds

1988 verursachte Mustaine einen Tumult, als Megadeth in Nordirland ein Konzert gab und er „ungewollt“ seine Sympathie für die Irish Republican Army (IRA) bekundete.[11][12]

2004 äußerte er seine Sympathie für George W. Bush, da John Kerry das „Land ruinieren würde“.[13] 2011 nannte er Präsident Barack Obama „den Präsidenten, der die Nation am stärksten spaltete“. Obama würde seiner Auffassung nach Klassenkampf betreiben.[14] Im März 2012 äußerte er sich in der TV-Show George Stroumboulopoulos Tonight dahingehend, dass Obama nicht in den USA geboren sei.[15]

Mustaine unterstützte in einem Interview Rick Santorums Präsidentschaftskandidatur 2012 und äußerte sich dahingehend, er hoffe Santorum werde Präsident.[16][17][18]

Nach Amokläufen im Sommer 2012 warf er Obama vor, die Amokläufe inszeniert zu haben, um Schusswaffen zu verbieten. Obama würde Amerika so in einen „Nazi-Staat“ verwandeln.[19][20]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stratmann, Holger (Hrsg.): Rock Hard Lexikon, Dortmund, 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 241ff.
  2. Dave Mustaine Biographie – Injury and breakup auf monstersandcritics.com, zugegriffen am 5. Oktober 2010
  3. ROTTING CHRIST Mainman Feels 'Sorry' For MEGADETH's DAVE MUSTAINE, 4. Februar 2007, abgerufen am 21. Februar 2013.
  4. DAN LILKER To DAVE MUSTAINE: 'Break Up MEGADETH And Pursue Your New Love For Jesus On Your Own', 22. Mai 2005, abgerufen am 21. Februar 2013.
  5. a b DAVE MUSTAINE: 'I Got Into Witchcraft And Black Magic And It Ruined My Life', 18. März 2011, abgerufen am 21. Februar 2013.
  6. Streitschlichtung zwischen Metallica und Dave Mustaine
  7. http://www.dravenstales.ch/2009/09/04/metallica-megadeth-slayer-und-anthrax-zusammen-auf-tour
  8. Roy Wilkinson: MegaDumb: Interview with Dave Mustaine. In: Sounds, 28. Mai 1988, S. 23.
  9. DAVE MUSTAINE Opposes Gay Marriage Blabbermouth.net, 17. Feb. 2012
  10. Megadeth's Dave Mustaine Is Not Necessarily Voting For Santorum, But He Does Oppose Gay Marriage, and Won't Play Bass With Metallica von Chris Kornelis, Seattle Weekly, 15. Feb. 2012
  11. Dave Mustaine – Mustaine's Terrorist Blunder ContactMusic, 12. November 2005 09:19
  12. Northern Ireland: Tim Wheeler reflects on the musical tradition of his home country The Guardian, 14. Februar 2008
  13. Dave Mustaine Says John Kerry Will 'Ruin Our Country' – 25. Okt. 2004, Blabbermouth.net
  14. DAVE MUSTAINE Says OBAMA Is 'The Most Divisive President We've Ever Had'. Roadrunnerrecords.com. Abgerufen am 8. November 2011.
  15. Megadeth singer gives Santorum a thumbs-up, CBC.ca. 26. März 2012. 
  16. Ethan Sacks: Megadeth’s Dave Mustaine endorses Rick Santorum for President – big change for one-time GOP critic, NEW YORK DAILY NEWS. 15. Februar 2012. 
  17. Megadeath [sic frontman wants to see Rick Santorum in the White House, report says]. In: Fox News, News Core, 15. Februar 2012. Abgerufen am 25. Februar 2012. 
  18. Interview: Megadeth's Dave Mustaine talks guitar, politics and today's music, MusicRadar.com, 14. Februar 2012
  19. Matt Ferner: Dave Mustaine, Megadeth Singer, Says Obama 'Staged' Aurora Shooting, Sikh Temple Shooting To Pass A Gun Ban, Huffington Post. 08/15/2012. 
  20. Marah Eakin: Dave Mustaine thinks Obama staged the shootings in Colorado and Wisconsin. The AV Club. Abgerufen am 16. August 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dave Mustaine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien