David Berg

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David Berg (* 18. Februar 1919 in Oakland, Kalifornien, USA; † 1. Oktober 1994 in Portugal) war ein US-amerikanischer Prediger und Gründer der Religionsgemeinschaft Children of God.

Leben[Bearbeiten]

Sein aus Schweden stammender Vater Hjalmar Berg war Prediger bei einer Christian Church. Dieser musste sein Amt aufgeben, weil er die bei einer Heilung gemachte Erfahrung seiner Ehefrau Virginia, geb. Brandt, in den Mittelpunkt seiner Verkündigung rückte. Das Ehepaar gründete daraufhin ein eigenständiges Evangelisationsteam.

Bereits bei seiner Geburt wurde David Berg, wie er in seiner Biografie schrieb, Gegenstand zahlreicher Prophezeiungen. 1952 erhielt er eine „Berufung Hesekiels“, 1962 eine „Botschaft von Jeremia“, 1965 eine Warnung vor dem Weltende und 1970 eine weitere Weltende-Voraussage. Er wurde Prediger wie sein Vater und baute wie seine Eltern eine eigene Evangelisationsarbeit auf.

1944 heiratete er Jane Miller aus Kentucky, die er Anfang der 1970er Jahre zugunsten eines jungen Mädchens mit Namen Maria (eigentlich Karen Zerby) verließ. Aus der Ehe mit Jane hatte er vier Kinder, Linda („Deborah“), Faith („Faithy“), Jonathan („Hosea“) und Paul („Aaron“).

In den 1960er Jahren sammelten Paul, Jonathan und Faith während einer Rundfahrt durch die USA junge Leute um sich, denen sie den Namen „Teens for Christ“ gaben. David Berg selbst hatte unter den kalifornischen Hippies missioniert und daraus seine „Revolutionäre für Jesus“ geschaffen. Mit ihnen traf er auf die „Teens for Christ“ seiner Kinder. Zusammen mit seinen Anhängern zog er aufgrund einer Vision eines dieser Jugendlichen, nach der Kalifornien im Meer versinken würde, von Kalifornien aus durch die USA. In der kanadischen Region Laurentides schuf er daraus im Herbst 1969 eine organisierte Gemeinschaft, die Children of God.

Von seinen Anhängern nun „Mose“, später „Mose David“ oder nur „MO“ genannt, entwickelte er den Plan einer „Weltkolonisation“, wonach die Welt mit „Kolonien“ (Wohngemeinschaften der Children of God) überzogen werden sollte. Die Urkolonie entstand auf einer Ranch bei Thurber in Texas, die sein Mitstreiter Fred Jordan zur Verfügung gestellt hatte. Schnell entstanden Kolonien in vielen Großstädten der USA und seit 1971 auch in Deutschland.

Berg trennte sich nun von Jordan und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Schon bald begannen heftige Auseinandersetzungen zwischen Eltern, deren Kinder sich den Children of God angeschlossen hatten, und den Leitern dieser Gemeinschaft. Berg, dessen Aufenthaltsort unbekannt blieb, verkehrte nur noch durch seine zahlreichen Briefe mit der Außenwelt und verwahrte sich gegen die Angriffe von Eltern seiner jugendlichen Anhänger. Anfang Oktober 1977 erschienen zwei Briefe mit der Bekanntgabe seines Rücktritts als Prophet, doch wurden die Briefe von einer Sprecherin der Children of God als Fälschung bezeichnet.

Lehre und Praxis[Bearbeiten]

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Dem Buch Nicht ohne meine Schwestern zufolge lehrte David Berg (Mo), dass die Welt im Jahre 1993 untergehen und dabei nur die Children of God von Gottes Zorn verschont bleiben würden. Dazu müssten die in der Sekte geborenen Kinder frei vom „System“ aufwachsen. In den Camps für Kinder und Jugendliche wurden diese mit äußerster Strenge erzogen; auf geringste „Fehler” folgten schwere Strafen. Sie mussten die „Mo-Briefe” studieren, die u.a. Bilder von Sex mit Kindern und Babys und Darstellungen der grausamen Strafpraxis der Children of God zeigten. (Diese Briefe wurden später großteils beseitigt, um Beweise zu vernichten.) Aufmüpfige Kinder wurden zu harter Arbeit gezwungen, vor anderen gedemütigt, isoliert und körperlich misshandelt. Viele Frauen boten sich zum „Flirty Fishing” dar, d.h. sie versuchten, Männer mit Sex in die Sekte zu locken. David Berg setzte Liebe mit Sex gleich; Sex wurde frei vor und mit Kindern praktiziert. Familien wurden voneinander getrennt, damit die Kinder nicht ihre Eltern und Geschwister als Familie erfuhren, sondern die Children of God als ihre Familie erachten sollten. Viele Sektenmitglieder sahen keinen Ausweg aus der totalen Kontrolle und nahmen sich das Leben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Reller (Hrsg. für den VELKD-Arbeitskreis im Auftrag des Lutherischen Kirchenamtes): Handbuch Religiöse Gemeinschaften. Freikirchen, Sondergemeinschaften, Sekten, Weltanschauungsgemeinschaften, Neureligionen. 2. Aufl. Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn, Gütersloh 1979, ISBN 3-579-03585-1 (formal falsche ISBN).
  • Celeste Jones, Kristina Jones und Juliana Buhring: Nicht ohne meine Schwestern. Gefangen und missbraucht in einer Sekte - unsere wahre Geschichte. Rheda-Wiedenbrück 2008.

Weblinks[Bearbeiten]