David Bohm

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David Joseph Bohm [ˈdeɪvɪd ˈdʒoʊzɪf ˈboʊm] (* 20. Dezember 1917 in Wilkes-Barre, Pennsylvania; † 27. Oktober 1992 in London) war ein US-amerikanischer Quantenphysiker.

Bohm hat eine Reihe signifikanter Beiträge zur Physik geliefert, insbesondere im Bereich der Quantenmechanik und der Relativitätstheorie. Während seiner Postdoc-Zeit in Berkeley entdeckte er die sogenannte Bohm-Diffusion. Bohm ist Begründer der bohmschen Mechanik, einer alternativen Beschreibung der Quantenmechanik.

Im Jahr 1955 zog Bohm nach Israel, wo er zwei Jahre am Technion in Haifa verbrachte. Dort lernte er auch seine Frau Saral kennen, die wichtige Einflüsse auf seine weitere Entwicklung nahm. 1957 ging Bohm nach Großbritannien. Mit seinem Studenten Yakir Aharonov sagte er im Jahre 1959 einen Quanteneffekt, den sog. Aharonov-Bohm-Effekt vorher.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Biografische Hintergründe

Bohm war ein Zeitgenosse und Bewunderer von Jiddu Krishnamurti. Er betreute in England die Krishnamurti-Schule Brockwood-Park mit. Es sind zahlreiche Schriften aus dieser Beziehung und Diskussion zwischen dem Physiker und dem Philosophen entstanden. Krishnamurti behauptete von ihm, dass er sein Werk verstanden hätte.

Zusammen mit Martin Buber entwickelte er die Dialogmethode, welche versucht, dem wissenschaftlichen Diskurs (mit dem Ziel der thematischen Konvergenz) eine kreative, auf Verständnis basierende Alternative (mit dem Ziel der thematischen Divergenz) gegenüberzustellen. In diesen Zusammenhang ist auch sein Werk "Wholeness And The Implicate Order" Die implizite Ordnung zu stellen. Dort wird versucht, den Problemen, die die Quantenphysik aufwirft, mit Definitionen eines neuen Weltbildes zu begegnen, deren Kennzeichen Ganzheitlichkeit, Prozeßhaftigkeit und Nicht-Teilbarkeit sind. Explizit verweist er darin auf die Möglichkeit, die Quantentheorie als Hinweis für eine neue Ordnung zu verstehen. Diese "implizite Ordnung" vergleicht Bohm mit einem Hologramm, in dem in allen Einzelteilen zugleich alle Gesamtsapekte gleichsam "eingefaltet" sind. Bohm nennt dies "Holo-Movement".

Nachdem sich David Bohm geweigert hatte, vor dem US-Ausschuss für staatsfeindliche Umtriebe Auskünfte über etwaige Sympathien mit dem Kommunismus zu geben, verließ er die USA und ließ sich, nach Aufenthalten in Brasilien und Israel, Ende der fünfziger Jahre in England nieder.[1] Seit dieser Zeit beschäftigte er sich mit den philosophischen Implikationen der Quantenmechanik, insbesondere dem Paradox der Nichtlokalität.

Bohm glaubte bis zu seinem Tod nicht daran, dass die Wissenschaft in der Lage sei, zu einem Ende in der Suche nach Erkenntnissen zu kommen [1] und erhoffte die Verschmelzung von Wissenschaft und Kunst in der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit ("Die Trennung von Kunst und Wissenschaft ist nur eine vorläufige".)[1]

[Bearbeiten] Meinungen über David Bohm

Einstein sagte von Bohm, dass er der einzige sei, der über die Quantenmechanik hinauskommen könne.[2] Seine Bücher gewannen für einige Zeit einen regelrechten Kult-Status.[1] Es gab allerdings auch kritische Stimmen, die erklärten, Bohm würde mit seinen Arbeiten eine esoterische Aufweichung des Diskurses herbeiführen.

Darstellungen zu Bohms Positionen finden sich z.B. bei John Gribbin und John Horgan. Eine substantielle Zusammenfassung der philosophischen Implikationen liefert Stefan Bauberger. [3] Im Jahre 1990 erschien Das neue Weltbild. Naturwissenschaft, Ordnung und Kreativität, und, 1994, posthum The Undivided Universe.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • David Bohm: Wholeness And The Implicate Order. Routledge, London 1980, ISBN 0-415-28978-5.
  • David Bohm: Die implizite Ordnung. Grundlagen eines dynamischen Holismus. Goldmann, München 1987, ISBN 3-442-14036-6.
  • Paul C. W. Davies und J. R. Brown (Hrsg.): Der Geist im Atom. Insel, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-458-33199-9.
  • David Bohm: Der Dialog. Klett-Cotta, Stuttgart 1998, ISBN 3-608-91857-4.
  • John Gribbin: Schrödingers Kätzchen und die Suche nach der Wirklichkeit. Fischer, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-596-14151-6.
  • John Horgan: An den Grenzen des Wissens. Fischer, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-596-14364-0.
  • Martina Hartkemeyer, Johannes Hartkemeyer, Lynn Freeman Dhority: Miteinander Denken – Das Geheimnis des Dialogs. Klett-Cotta, Stuttgart 2001, ISBN 3-608-91943-0.
  • Stean Bauberger: Stean, Was ist die Welt? Zur philosophischen Interpretation der Physik. 2. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2005, ISBN 3-17-018982-4.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c d John Horgan: An den Grenzen des Wissens
  2. Der Dialog
  3. Was ist die Welt?

[Bearbeiten] Weblinks

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